Anzeige
HomeNewsSoziales & LebenMehrheit der Japaner sieht in Japan keine Gleichstellung der Geschlechter

Mehrheit will Veränderungen

Mehrheit der Japaner sieht in Japan keine Gleichstellung der Geschlechter

Seit Jahresbeginn ist in Japan die Gleichstellung der Geschlechter wieder ein großes Thema. Es zeigte sich, dass die Bemühungen der Regierung bisher nur wenig gebracht haben. Eine Umfrage bestätigt, dass auch die Bevölkerung noch keine Gleichberechtigung sieht.

Kyodo News veröffentlicht am Sonntag die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Gleichstellung der Geschlechter, die sie zwischen März und April durchgeführt hatten. Befragt wurden um 3.000 Personen ab 18 Jahren, wobei 61,3 Prozent der Antworten gültig waren.

Gleichstellung der Geschlechter durch mehr Frauen in der Regierung

Von den Befragten gaben mehr als 60 Prozent an, dass es in Japan keine oder kaum eine Gleichstellung der Geschlechter gibt, obwohl die Verfassung das eigentlich garantiert. Nach Geschlechtern waren es 70 Prozent der Frauen, die dieser Ansicht waren, und 57 Prozent der befragten Männer.

LESEN SIE AUCH:  Japan schneidet international bei der Gleichstellung der Geschlechter im Parlament schlecht ab

Unter allen Befragten waren dazu mehr als 80 Prozent der Meinung, dass Männer in der Politik und bei den sozialen Normen bevorzugt behandelt werden. 60 waren dafür, dass verheirateten Paaren getrennte Nachnahmen erlaubt werden. Nur 38 Prozent waren dagegen.

Japans internationaler Ruf bei der Gleichberechtigung ist sehr schlecht

Die Hoffnungen für Veränderungen sind dabei groß und 77 Prozent hätten gerne eine Premierministerin. Auf die Frage, in welchen Berufen mehr Frauen arbeiten sollten, gaben 52 Prozent Abgeordnete und Gemeindevorsteherinnen an.

48 Prozent waren für mehr Ministerinnen und 47 Prozent für mehr weibliche Mitglieder in den Gemeindeversammlungen. Um das zu erreichen waren 59 Prozent dafür, dass das Gefühl eines Widerstandes durch Männer, beseitigt wird.

55 Prozent wollten eine bessere Unterstützung von Arbeit und Alltagsaufgaben, wie Kindererziehung, Haushaltsführung sowie der Pflege von Familienmitgliedern. Bei der Arbeitsteilung gaben 45 Prozent an, dass wenn beide Partner arbeiten gehen, derjenige mit mehr Freiraum diese Aufgaben übernehmen soll. Nur sieben Prozent waren für eine Situation, in der nur der Mann arbeitet und die Frau den Haushalt macht.

Aus internationaler Sicht hat Japan sich in den letzten Jahren kaum bei der Gleichberechtigung verbessert. Beim Index für die Gleichstellung der Geschlechter schaffte Japan es 2021 von 156 Ländern nur auf Platz 120. Der olympische Sexismus-Skandal verstärkt nur noch den negativen Ruf im Ausland.

Der Regierung ist dabei selbst ihr Versagen bewusst. Während 2003 noch geplant war, bis 2020 um die 30 Prozent der Frühanzugposition im Land mit Frauen zu besetzten, wurde letztes Jahr das nicht erreichte Ziel gestrichen. In dem neuen Fünfjahresplan heißt es jetzt nur noch, dass das Ziel dieses Jahrzehnt erreicht werden soll.

Anzeige
Anzeige

Weitere Themen

Kommentare

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments