Anzeige
HomeNewsSoziales & LebenMie verbietet als erste japanische Präfektur ungefragte Outings

Mie bemüht sich sehr um seine LGBTQ-Bürger

Mie verbietet als erste japanische Präfektur ungefragte Outings

In Japan setzten sich immer mehr Gemeinden für die Rechte und den Schutz von sexuellen Minderheiten ein. Die Präfektur Mie hat nun einer Verordnung erlassen, die ein ungefragtes Outing von LGBTQ-Personen verbietet.

Am Dienstag wurde die Verordnung offiziell von der Präfekturversammlung verabschiedet und wird am 1. April in Kraft treten. Sie besagt, dass es jedem verboten ist, die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität einer Person ohne ihre Zustimmung offenzulegen. Mie ist damit die erste Präfektur von Japan, die eine derartige Verordnung zu Outings einführt.

Ungefragte Outings werden nicht bestraft

Die Verordnung ist Teil der Bemühungen zur Schaffung einer Gesellschaft, die sexuelle Vielfalt und für jeden ein friedliches Leben ermöglicht. Sie wollen so die Diskriminierung von LGBTQ-Personen beseitigen, da es weiterhin kein nationales Gesetz zum Schutz von sexuellen Minderheiten gibt.

LESEN SIE AUCH:  Japanische Firma entschädigt ehemaligen Mitarbeiter nach unfreiwilligem Outing

Wie so oft handelt es sich bei der Verordnung leider aber um Maßnahmen, die nicht rechtlich greifen. Es gibt also keine Strafen bei Verstößen, was von vielen kritisiert wird. Menschen und Unternhemen sind lediglich angehalten, LGBTQ-Personen nicht zu diskriminieren und sie zu respektieren.

Allerdings plant die Präfektur Seminar über das Thema Outing für Beamte abzuhalten. Städte, Schulen und Unternhemen sollen auch Maßnahmen ergreifen, um für mehr Akzeptanz zu sorgen. Die Zentralregierung hat ungefragte Outings auch verboten, jedoch nur unter dem Gesetz zu Verhinderung von Machtmissbrauch am Arbeitsplatz, was seit Juni gilt. Damit sind Outings in anderen Bereichen, wie der Schule, nicht abgedeckt. Aus dem Grund wird gefordert, dass es allgemein ein nationales Gesetz gegen ungefragte Outings umgesetzt wird.

Präfektur ist Vorbild bei der Gleichstellung von LGBTQ-Personen

Generell bemüht sich Mie sehr darum, LGBTQ-Personen gleichwertig zu behandeln. Für September ist ein Partnerschaftszertifizierungssystem für LGBTQ-Paare geplant, das auch eine Bescheinigung von notarischen Dokumenten ermöglicht. Mie ist damit ebenfalls die erste Präfektur, die das anbietet.

Insgesamt gibt es in Japan mehr als 70 Gemeinden, die ein Partnerschaftssystem für LGBTQ-Paare haben. Von der Zentralregierung werden sie weiterhin nicht anerkannt, was kürzlich von einem Gericht als verfassungswidrig eingestuft wurde.

Anzeige
Anzeige

Weitere Themen