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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenMysteriöses Gemüsebeet in Nagoya aufgetaucht

Die Meinungen der Anwohner sind geteilt, die Stadt hat eine klare Einstellung dazu

Mysteriöses Gemüsebeet in Nagoya aufgetaucht

Mit rund 2,3 Millionen Einwohner ist Nagoya die viertgrößte Stadt Japans. Wie bei einer Großstadt nicht anders zu erwarten, kann man im Zentrum so ziemlich alles finden, was man im Alltag braucht. In der Nähe des Bahnhofs Nagoya stutzen die Passanten jetzt vermehrt, denn dort wurde von Unbekannten Gemüse angepflanzt.

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An einem der Gehwege war bisher ein Grünstreifen, der nicht weiter genutzt wurde, jetzt sprießen dort saisonales Gemüse wie Tomaten, Paprika, Aubergine und sogar Mais. Die Stadt hat das Projekt weder in Auftrag gegeben, noch weiß man dort, wer das Gemüse dorthin gepflanzt hat. Der Grünstreifen wird eigentlich vom Büro für Umwelttechnik und öffentliche Arbeiten verwaltet. Bürger dürfen dort Samen aussähen, allerdings nur mit einer Genehmigung der Stadt.

Gemüsebeet wird weiterhin diskutiert

Außerdem sind erlaubte Pflanzen auf Zierblumen beschränkt. Essbare Früchte und Gemüse dort anzubauen ist verboten. Dementsprechend zweigeteilt ist die Meinung über das unerlaubte Gemüsebeet. Einige reagieren amüsiert und finden die Idee eigentlich gut, dort gesundes Gemüse anzubauen. Die Japaner sind aber sehr darauf bedacht, die Regeln zu befolgen, dementsprechend empört sind auch viele Anwohner, dass diese so einfach ignoriert wurden. Überraschenderweise gehört der Bürgermeister von Nagoya eher zum ersten Lager. Er erklärte in einem Statement, die Idee sympathisch zu finden. Die Anwohner und die Stadtverwaltung sollten jetzt gemeinsam entscheiden, wie mit dem Beet verfahren werden soll.

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Der Bürgermeister sieht das Gemüse aber auch als Chance, die Grünstreifen am Straßenrand vielleicht für weitere ähnliche Projekte freizugeben. Er spricht sich dann aber dafür aus, eher Tomaten und für den Sommer Wassermelonen dort anzubauen. Der Leiter des Amtes für Grünflächen findet das Beet eher weniger lustig und erklärte, dass seine Abteilung es nicht für wünschenswert hält, die geltenden Regeln zu ändern. Einige werfen dem Beamten vor, ein Spielverderber zu sein, allerdings hat der Mann gute Argumente für seinen Widerwillen.

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Vor- und Nachteilen werden abgewägt

In Nagoya gibt es zwar keine Bären oder Wildschweine, aber wie in jeder anderen Großstadt gibt es Aasfresser wie Ratten oder Krähen, die von den essbaren Pflanzen angelockt werden könnten und welche die Bewohner nicht in ihrem Wohngebiet haben wollen. Außerdem muss geklärt werden, was mit dem nicht geernteten Gemüse geschieht, das dann verdirbt. Gleichzeitig ist noch nicht abschließend geklärt, wie sich das Beet auf die umliegende Flora auswirkt.

Ursprünglich sollten die Anbauer das Gemüse wieder entfernen, dann wurden sie online dazu aufgerufen, sich beim Amt für Grünflächen zu melden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Es würde die Möglichkeit geprüft, das Beet unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin bestehen zu lassen. Ein 73-jähriger Mann aus Nagoya soll sich mittlerweile bei der Stadtverwaltung gemeldet und zugegeben haben, dass er das Beet angelegt hat. Sollte er nachträgliche eine Genehmigung erhalten, wolle er weiterhin Gemüse dort anbauen und auch anderen Interessierten zeigen, wie sie selbst ähnliche Projekte umsetzen können.

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