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Hilfe für Obdachlose

Nachtbäckerei bekämpft Lebensmittelverschwendung in Japan

The Big Issue Japan, eine der bekanntesten Zeitungen, die von Obdachlosen verkauft wird, steigt mit einer Nachtbäckerei in das Brotgeschäft ein.

Ziel ist es die Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen und Geld für Obdachlose in Japan zu sammeln.

Nachtbäckerei verkauft Brot aus beliebten Bäckereien in Tokyo

In der Nachtbäckerei wird Brot, das in beliebten Tokyoter Bäckereien unverkauft geblieben ist, gelagert und in den späten Abendstunden im Kagurazaka-Viertel von Shinjuku Ward wieder zum Verkauf angeboten.

Ein Probelauf am 1. Oktober fiel mit dem Tag zusammen, an dem der Food Loss Reduction Promotion Act in Kraft trat.

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Unter der Schaufensterfront von Kamome Books, einem Buchladen und Café gegenüber der Kagurazaka-Station der Tozai-Linie der Metro Tokyo, hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet, 30 Minuten bevor die nächtliche Pop-up-Bäckerei eröffnet wurde.

Das Geschäft öffnete früher als geplant und verkaufte sehr schnell viele Brottüten für 750 und 1.400 Yen. Innerhalb von nur einer Stunde waren sie ausverkauft und bald darauf brach das Personal in Applaus aus.

Das Brot für diese erste nächtliche Bäckerei war aus drei Läden gekommen: Biber Bread im Higashinihombashi-Viertel von Chuo Ward, L’atelier Cocco in Shirokane von Minato Ward und Nakanoya im Sekiguchi-Viertel von Bunkyo Ward.

Tokuchika Nishi, ein Verkäufer der Zeitschrift „Big Issue“, der das Brot in anderen Geschäften abholte und verkaufte, sagte: „Weil die Leute zu Hause bleiben, ist die Zahl der Passanten zurückgegangen, und der Verkauf der Zeitschrift hat sich halbiert. Heute hatten wir Leute, die nicht nur das Brot, sondern auch Zeitschriften kauften, und ich spürte, dass die Idee, etwas Neues zu beginnen, hier einen Sinn hatte.“

Die Idee zu der Nachtbäckerei hatte die Küchenforscherin Nahomi Edamoto. Sie erzählte gegenüber Medienvertretern, dass die Idee aus ihrer langjährigen Überlegung entstand, einen Kreislauf zu schaffen, der dazu beiträgt, die Verschwendung von Lebensmitteln, die mit Sorgfalt zubereitet wurden, zu reduzieren und diese Lebensmittel dann an die Menschen zu verteilen, die sie brauchen.“

Immer mehr Menschen geraten in Schwierigkeiten durch die Pandemie

In den Büros der „Big Issue“ ist eine deutliche Zunahme der Menschen zu verzeichnen, die aufgrund der Pandemie in Notlagen zu ihnen kommen und um Arbeit bitten. Gleichzeitig wurden weiterhin täglich riesige Mengen an Lebensmitteln weggeworfen. Zu diesem Zeitpunkt begann Edamoto, Flugblätter in Bäckereien zu verteilen und Geschäfte zu finden, die sich an ihrer Idee beteiligen wollten.

Die nächtliche Bäckerei ist das erste Mal, dass die Big Issue Japan etwas anderes als Zeitschriften verkauft hat. Der Leiter des Büros in Tokyo sagte: „Wenn die Zahl der Bäckereien, die bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten, steigt, können wir bei der Reduzierung der Lebensmittelabfälle noch weitergehen.“

Tsuyoshi Inaba, stellvertretender Direktor des Tsukuroi Tokyo Fund, eines eingetragenen Vereins, der sich mit Armutsfragen befasst, sagte: „In unserer Gesellschaftsstruktur treibt der Coronavirus mehr Menschen in eine Notlage, die sie auf die Straße oder in Internet-Cafés zwingt. Doch bevor diese Art von privaten Initiativen zur gegenseitigen Hilfe eingreifen können, muss sich der Trend ändern, eine Ideologie der Selbstverantwortung zu vertreten, auch in der Politik.“

Die nächtliche Bäckerei wird in unregelmäßigen Abständen vor Kamome Books öffnen und die Organisatoren prüfen auch die Nutzung eines Küchenwagens für den mobilen Verkauf. Der Zeitplan der nächtlichen Bäckerei wird auf der Webseite der Big Issue Japan unter www.bigissue.jp veröffentlicht.

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