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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenNeuer Bahnhofsservice soll Gehörgeschädigten in Japan das Reisen erleichtern

Gehörgeschädigte sollen sich zukünftig besser an Bahnhöfen orientieren können

Neuer Bahnhofsservice soll Gehörgeschädigten in Japan das Reisen erleichtern

Japan versucht seit Jahren, barrierefreier zu werden. Dabei ist Mobilität immer auch eine Frage der Wahrnehmung. In einem Bahnhof in Tokyo wurden nun Bildschirme für Gehörgeschädigte installiert, die die Bahnsteigdurchsagen und Geräusche vor Ort in Form von Text und Gebärdensprache wiedergeben.

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Das Konzept befindet sich noch in seiner Testphase. Die East Japan Railway Co. möchte, dass auch hörgeschädigte Menschen in Zukunft leichter, bequem und sicher reisen können. Das neue System soll noch bis zum 14. Dezember dieses Jahres in der Praxis erprobt werden.

Nicht nur die Durchsagen sind wichtig

Das System, das die East Japan Railway Co. gemeinsam mit Fujitsu Ltd. entwickelt hat, erfasst nicht nur die Bahnhofsdurchsagen, sondern auch die Zuggeräusche. Mikrofone nehmen die Sprach- und Geräuschkulisse auf und eine künstliche Intelligenz wandelt sie dann in Echtzeit in Text und onomatopoetische Beschreibungen um.

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Der dazugehörige Bildschirm befindet sich direkt über einem der Verkaufsautomaten am Bahnsteig. Die Zuggeräusche werden in karikaturartigen Schriftarten und unterschiedlichen Schriftgrößen dargestellt. So können auch Veränderungen in der Lautstärke vermittelt werden.

Der neue Service trägt den Namen „Ekimatopeia“, eine Kombination aus dem japanischen Wort für „Station“ und dem englischen Wort „Onomatopoeia“.

Eine zündende Idee

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Die Idee für das Projekt entstand aus einem Workshop heraus, der im letzten Sommer an einer Schule für gehörlose Studierende in Kawasaki stattgefunden hatte.

Eine Studentin der Schule kommentierte diesbezüglich: „Wir dachten, es wäre hilfreich, wenn wir durch geschriebene Worte verstehen könnten, was um uns herum vor sich geht. Es fühlt sich großartig an, dass unsere Idee Wirklichkeit wurde. Ich möchte, dass sie in mehr Stationen gezeigt wird.“

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