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Schere zwischen Arm und reich vergrößert sich

Pandemie vergrößert das soziale Ungleichgewicht in Japan

Die Pandemie hat weltweit erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft, so auch in Japan, wo das soziale Ungleichgewicht immer größer wird.

Viele Arbeitsplätze sind verloren gegangen, besonders in der Gastronomie und in der Reisebranche. Auf der anderen Seite boomen Aktien- und andere Vermögenswerte wegen der weltweiten Lockerung der Geldpolitik.

Pandemie sorgt bei Luxushändlern in Japan für gute Gewinne

Das Kaufhaus Isetan im Tokyoter Stadtteil Shinjuku hat den höchsten Umsatz aller Kaufhäuser in Japan verzeichnet. Ein dort arbeitender Schmuckhändler bezeichnete den starken Umsatz im vergangenen Sommer als „mysteriös“.

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„Trotz eines Mangels an Kunden im Geschäft erlebten wir sehr hohe Umsätze“, so der Händler, der sich an die Situation erinnert, nachdem die japanische Regierung den ersten Ausnahmezustand des Landes wegen der Pandemie im vergangenen Mai aufgehoben hatte.

Hauptkunden waren die wohlhabenden Stammkunden des Ladens und die sogenannten „Neureichen“, darunter junge Manager von IT-Firmen und YouTuber, die ihren Verdienst in der Pandemie erhöhten.

Reiche werden reicher,…

Laut des Händlers wurde innerhalb kürzester Zeit nach dem Ende des Ausnahmezustands Schmuck im Wert von mehreren Millionen Yen verkauft. Auch Luxusautos mit einem Preis von über 10 Millionen Yen verkauften sich sehr gut. Die Verkäufe beliefen sich im Jahr 2020 auf insgesamt 22.712 Exemplare, was weit über dem Niveau des Vorjahres lag.

Massive Stimulierungs- und geldpolitische Lockerungsmaßnahmen in Japan, den Vereinigten Staaten, Europa und anderen Ländern, um die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft zu lindern, haben dazu geführt, dass die Pandemie für bereits vermögende Menschen sehr lukrativ wurde.

Das Nomura Research Institute schätzt die Zahl der vermögenden Haushalte – die ein Nettofinanzvermögen von mehr als 100 Millionen Yen besitzen – auf 1,33 Millionen im Jahr 2019.

Arme werden ärmer

Auf der anderen Seite verschärfte die Pandemie, insbesondere bei Teilzeitbeschäftigten die Situation. Die Zahl, der regulär Beschäftigten stieg in Japan im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 360.000. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten sank laut Daten des Ministeriums für innere Angelegenheiten und Kommunikation jedoch um 750.000. Unternehmen haben, um auf wirtschaftlichen Auswirkungen zu reagieren, zuerst den Teilzeitbeschäftigten gekündigt. Was besonders alleinerziehende Frauen, die oftmals in Teilzeit arbeiten, getroffen hat.

Daraus ergibt sich für Japan allerdings ein weiteres Problem, denn die vermögenden Menschen allein können die Verbraucherausgaben des Landes nicht stützen und viele Menschen sind vorsichtig geworden, da sie Angst haben, entlassen zu wurden. Dies wiederum könnte für die Erholung der japanischen Wirtschaft ein großes Problem werden.

Zuletzt sank der Verbraucherpreisindex des Landes zwar nicht mehr ganz so stark, aber sollten die Infektionszahlen wieder ansteigen, gehen viele Ökonomen von dem Schlimmsten aus.

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