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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenPolizisten aus Fukuoka ohne Familie können bald allein in Wohn-Stationen leben

Bisher galt das Angebot nur für Familien

Polizisten aus Fukuoka ohne Familie können bald allein in Wohn-Stationen leben

In Japan gehören Wohn-Polizeistationen zum bekannten Stadtbild. Dort leben die Polizisten direkt an ihrem Arbeitsort. Nun sollen auch in Fukuoka die Regeln für Polizisten, die in solchen Stationen wohnen, angepasst werden, sodass auch Alleinstehende diese nutzen können. Kyoto ist dann die letzte Präfektur, die diese Wohnungen nur für Familien zur Verfügung stellt.

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Früher waren die Männer oft die Alleinverdiener in der Familie, sodass die Ehepartner von Polizisten diese begleiten konnten, wenn die Beamten versetzt wurden. Heute sind in japanischen Familien beide Partner berufstätig, sodass es nicht mehr so einfach ist, den Standort zu wechseln. Die Präfektur-Polizei von Fukuoka möchte sich mit seinen Lockerungen jetzt einem landesweiten Trend anpassen.

Mehr Freiheiten für Polizisten

Die Wohn-Polizeistationen sind in der Regel eine Art Zweigstelle, die einem Beamten im Schnitt für drei Jahre zu Verfügung gestellt wird. In Fukuoka gibt es 107 solcher Standorte, vorrangig in kleineren Gemeinden. Dort sind die Polizeistationen gleichzeitig die Wohnhäuser der eingesetzten Polizisten. Bisher war es so, dass die anderen Familienangehörigen Ansprechpartner für die Menschen in der Gegend waren, wenn der Polizist auf Patrouille war.

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In den ländlichen Regionen nehmen die Beamten an lokalen Veranstaltungen und gemeinschaftsbasierten Diensten teil, oftmals ebenfalls in Begleitung ihrer Familie. Auf diese Weise sollte bei den Menschen ein Gefühl für Sicherheit und Geborgenheit geschaffen werden. Dabei galt die Regel, dass die Ehegatten arbeitslos waren und auch keine Teilzeit-Beschäftigung ausüben durften. Die entsprechenden Beamten erhielten dann eine Zulage für ihre Ehepartner.

Die Präfektur-Polizei bemerkte in den letzten Jahren allerdings, dass viele Beamte unter 30 Jahren in Haushalten lebten, in denen beide Partner einem Beruf nachgingen. Bisher waren es primär jüngere Polizisten, die in solchen Wohn-Stationen lebten. Viele Beamte wollten aufgrund ihrer familiären Situation nicht mehr in solche Stationen versetzt werden. Deswegen musste man sich dem veränderten Lebensstil der Beamten auch in Fukuoka anpassen. Eine Prüfung ergab, dass zu diesem Zeitpunkt bereits alle Präfektur-Polizeien, außer Fukuoka und Kyoto, die alte Regelung abgeschafft hatten.

Fukuoka will Polizisten ohne Familie fördern
Polizist mit Familie als Standard in Fukuoka Bild: Mainichi / Shiori Matsushita

Nur Kyoto hinkt noch hinterher

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Nach den neuen Regeln können dann auch alleinstehende Polizisten in die Stationen einziehen. Mitziehende Ehepartner dürfen dann auch einer Teilzeit-Beschäftigung nachgehen. Dadurch soll der Kreis der infrage kommenden Polizisten ausgeweitet und auch Beamte, die bisher nicht auf ein solches Angebot eingegangen sind, für die Arbeit in einer Wohn-Station gewonnen werden. Außerdem sollen ältere Stationen renoviert werden. Polizisten mit Familie, die sich dazu bereiterklären umzuziehen, sollen aber weiterhin bevorzugt behandelt werden.

In Kyoto gibt es aktuell noch 98 Wohnstationen. Dort macht es die Präfektur-Polizei weiterhin zur Regel, dass Familienangehörige mit in diese einziehen. Nur Beamte, deren Familien diese Voraussetzung erfüllen, dürfen sich für solche Standorte bewerben. Die Polizei von Kyoto erklärte aber ebenfalls, dass man den landesweit Trend erkannt haben und mittlerweile ebenfalls über Lockerungen diskutiere.

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