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Naturkatastrophen richten in Japan immer wieder großen Schaden an

Projekt in Japan stellt bald auch Notunterkünfte für Haustiere zur Verfügung

Eine gemeinnützige Organisation, die von der Stadt von Gifu unterstützt wird, ist dabei ein Projekt aufzubauen, das Notunterkünfte speziell für Haustiere bereitstellt. In ganz Japan können die Besitzer dann im Ernstfall auch für ihre Haustiere einen sicheren Platz finden.

Das Projekt „Hito to Dobutsu no Kyosei Center“ („Zentrum für das Zusammenleben von Mensch und Tier“) will Haustier-Hotels, Salons oder andere ähnliche Einrichtungen im Ernstfall bei Evakuierungen nutzen, um Tiere unterzubringen. Die ersten Gespräche mit den Betreibern dieser Einrichtungen haben bereits begonnen. Es ist geplant, bis zum März 2022 insgesamt 100 Standorte zu finden, in denen im Katastrophenfall Haustiere sicher untergebracht werden können.

Anlaufstellen für Menschen mit Haustieren

Eine Crowdfunding-Kampagne soll helfen Mittel zu sammeln, um eine Webseite für diese Einrichtungen zu launchen, sodass Besitzer über eine interaktive Landkarte schauen können, wo sie ihre Lieblinge im Ernstfall unterbringen können. Das japanische Umweltministerium formulierte bereits 2013 eine Richtlinie für Haustiere, sodass sie im Katastrophenfall an einen sicheren Ort evakuiert werden können. Allerdings wird von den Besitzern verlangt auf die Menschen Rücksicht zu nehmen, die keine eigenen Tiere mögen. Ab sofort wird die Koordination den lokalen Regierungen oder entsprechenden Organisationen überlassen.

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In der Vergangenheit mussten im Evakuierungsfall die Menschen entscheiden, ob sie gegebenenfalls im Auto übernachten, weil in den Notfallunterkünften keine Haustiere zugelassen waren, oder sich andere Leute über die Tiere beschwerten. Durch die Corona-Pandemie müssen die Menschen noch mehr Abstand zueinander halten und viele Evakuierungszentren haben nach eigenen Angaben Schwierigkeiten, freie Plätze für die Tiere bereitzustellen.

Der Verantwortlichen von „Hito to Dobutsu no Kyosei Center““ hatten die Idee, dass es leichter wären, wenn man Menschen und Haustiere getrennt voneinander evakuieren könnte. Einrichtungen, die regelmäßig mit Haustieren arbeiten, müssten nur in die Lage versetzt werden, für den Notfall Futter und andere Utensilien bereitzuhalten, sodass sie direkt als Notunterkünfte weiterlaufen könnten. Diese Einrichtungen sollen dann im Alltag auch Ansprechpartner für Menschen sein, die sich informieren wollen, wohin sie im Katastrophenfall mit ihren Lieblingen kommen können.

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Japaner nehmen ihre Haustiere teilweise sogar mit auf die Arbeit. Bild: kyodo

Webseite soll bis Sommer 2021 online sein

Bis zum Beginn der Regenzeit im Sommer 2021 will die Organisation eine Webseite mit einer Karte aller Tier-Unterkünfte einrichten, die im Notfall die Haustiere aufnehmen. Der Vorsitzende unterstreicht, dass damit die Sicherheit auch für die Menschen erhöht wird, da sie nicht erst überlegen müssen, wohin sie mit ihren Tieren können, sondern es feste Anlaufstellen gibt.

Der Vorsitzende, der selbst als Tierarzt arbeitet, erklärte, dass er seine eigene Praxis im Katastrophenfall ebenfalls als Notunterkunft zur Verfügung stellen will. Das Büro kann maximal 40 Hunde für bis zu zwei Monate aufnehmen. Noch bis zum 15. November sammelt die Gruppe über die Webseite „Furusato Nozei“, die Hilfswebseite der Stadt Gifu, Spenden. Als Ziel wurde ein Betrag in Höhe von 4,24 Millionen Yen (34.300 Euro) festgesetzt, der benötigt wird, um die Webseite zu erstellen und die ersten Betriebskosten zu decken.

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