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Ein nützlicher Service, vor allem für arbeitende Bewohner

Projekt in Kyoto verwandelt Strommasten in Paketstationen

In der Stadt Seika (Präfektur Kyoto) wird aktuell ein Service erprobt, der sich vor allem an abwesende Bewohner der Stadt richtet. Diese sollen bald auch Pakete erhalten, selbst wenn sie nicht zu Haue sind. Denn Strommasten werden in Paketstationen umgebaut.

Das Projekt startete am 19. Oktober im Wohnviertel Keihanna, das schon immer für seine neuartigen Ideen bekannt ist. Die neuartigen Paketstationen sind eine Zusammenarbeit der Kansai Transmission and Distribution Inc., der Stadt Seika und der Präfektur Kyoto. Dabei werden zum ersten Mal Strommasten als Befestigung für solche Lager-Stationen verwendet.

Paketstationen als Maßnahme gegen Corona

Ziel des Projekts ist die sinnvolle Nutzung von Strommasten als Hilfsmittel für Dienstleistungen. Gleichzeitig sollen dadurch Daten für ein groß angelegtes Smart City-Projekt gesammelt werden. Im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie bieten die Paketstationen außerdem eine Möglichkeit der kontaktlosen Auslieferung von Waren.

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Die Kansai Transmission and Distribution Inc. hat ihren Hauptsitz in Osaka und gehörte bis zum April 2020 zur Kansai Electric Power Co. (KEPCO). Mittlerweile wurde das Unternehmen ausgegliedert und konzentriert sich seitdem auf kontaktlose Lieferangebote und E-Commerce-Services, die gerade in der aktuellen Zeit immer gefragter werden. Man entschloss sich die Strommasten zu verwenden, weil sie überall in Japan zu finden sind und gleichzeitig Strom für die Paketstationen liefern.

Das Strommasten-Projekt ist Teil der Smart Keihanna Kampagne, an der KEPCO maßgeblich beteiligt ist. Das Programm gilt als Vorgänger für das Smart City Projekt der japanischen Regierung. Dabei geht es darum Städte und Gebiete zu unterstützen, die ihre urbanen Probleme mithilfe von neuer Informations- und Kommunikationstechnologie angehen.

Das neue Projekt soll erst einmal bis Ende 2021 laufen und steht 900 Haushalten in Keihanna und einem weiteren nahe liegenden Viertel zur Verfügung. Paketstationen, die von einer Firma in Aichi hergestellt wurden, sind jetzt an drei Strommasten sowie an einer Gemeindehalle und einem Lebensmittelgeschäft in der Gegend angebracht.

Absicherung und Umständlichkeit

Die Teilnehmer können rund um die Uhr ein Callcenter kontaktieren, das sie vorher über ihren Lieferschein erfahren. Dort müssen sie ihren Namen, ihre Handynummer, den Liefercode und die Nummer des naheliegenden Lieferfaches angeben. Das Callcenter kontaktiert dann den Zusteller, der die Lieferung dann in der gewählten Paketstation hinterlegt und den Empfänger per SMS darüber informiert.

Der Empfänger muss anschließend von einem Handy aus eine Nummer anrufen, die auf dem Display der Station angezeigt wird. Dadurch erfolgt eine Identitäts-Prüfung, sodass die Tür der Station freigegeben wird. Kansai Transmission erklärt, dass der Service vor allem für berufstätige Einwohner ein Vorteil ist, weil sie ihre Pakete erhalten, wenn sie Zeit haben. Dadurch sinke die Belastung für die Umwelt und außerdem finden weniger Rücklieferungen statt, weil die Leute ihre Pakete nicht rechtzeitig abholen kommen.

Paketstationen an japanischen Stromkästen
neuartige Paketstation in Kyoto Bild: Mainichi/Kentaro Suzuki

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