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Studie zeigt die Verbreitung von Alltagsrassismus

Rassismus in Japan weiter verbreitet als angenommen

Die Korean Scholarship Foundation veröffentlichte eine Studie über Rassismus in Japan, das Ergebnis zeigt, dass dieses Problem weiter verbreitet ist, als eigentlich angenommen.

Gerade in den sozialen Netzwerken in Japan ist die Meinung, dass dieses Problem im Land gar nicht so schlimm ist. Besonders als die „Black Lives Matter“ Bewegung auch Japan erreichte, lass mal viele solcher Kommentare.

Rassismus in Japan von vielen nicht gesehen, aber immer da

Doch die Studie beweist, dass die Meinung über Rassismus in Japan nicht der Wahrheit entspricht, denn die Mehrheit im Land, die genau diese Meinung vertritt, sind durch ihre Privilegien, Japaner zu sein, davor abgeschirmt.

Ein Beispiel ist ein Werbespot, der im November von Nike veröffentlicht wurde. Der Spot zeigte junge Sportlerinnen, darunter auch „Zainichi-Koreanerinnen“, die versuchten Rassismus und Mobbing durch Sport zu überwinden.

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Der Werbespot wurde von vielen kritisiert, die den Inhalt als Lüge darstellten und glaubten, dass es um sie herum kein Rassismus gibt.

Die Korean Scholarship Foundation führte die Studie zwischen Dezember 2019 und Februar 2021 durch und befragte dafür Schüler und Studenten unterschiedlichen Alters, nach den Erfahrungen, die sie gemacht haben.

Etwa 80 Prozent der Befragten sind in Japan geboren, darunter auch viele mit koreanischen Wurzeln, deren Familien allerdings bereits über mehrere Generationen im Land leben.

30,9 Prozent der Befragten gaben an, dass sie wegen ihrer koreanischen Wurzeln bereits Rassismus zu spüren bekommen haben.

Davon gaben 16,4 Prozent an, dass sie sich von Kunden, mit denen sie in ihren Nebenjobs zu tun haben, rassistische Beleidigungen anhören mussten. 10,1 Prozent sagten, dass sie von einem japanischen Lehrer beleidigt wurden.

73,9 Prozent der Befragten gaben außerdem an, dass sie Rassismus online erlebt haben. 23,7 Prozent sagten, dass sie das Internet nicht mehr so oft nutzen, um keine rassistischen Kommentare oder Artikel lesen zu müssen.

75,7 Prozent der Befragten erlebten bereits wie auf Demonstrationen von Rassisten gegen Menschen mit ausländischen Wurzeln gewettert wurde. 21,3 Prozent gaben an, dass die Demonstrationen dazu geführt haben, dass sie Angst haben, weil sie in Japan leben.

23,9 Prozent erlebten Rassismus beim Einkaufen in Geschäften, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Behörden oder durch Vermieter, bei der Wohnungssuche.

Alltagsrassismus als Scherz

Darunter Kommentare wie „Geh zurück nach Südkorea“, „Verschwinde aus Japan“, „Koreaner sollten getötet werden“ und „Chon“ (Chon ist ein abwertendes Wort in Japan für Koreaner). Viele solcher Kommentare wurden von Freunden und Klassenkameraden der Befragten gemacht, meisten als Scherz gemeint.

Insgesamt gaben mehr Frauen als Männer an, dass sie Rassismus erleben mussten.

Um Hassrede auf der Straße einzuschränken, hat das japanische Parlament 2016 das Gesetz dagegen erlassen. Anders als zum Beispiel in Deutschland gibt es allerdings keine Strafen und Rassismus im Internet wird in diesem Gesetz nicht erwähnt.

Japan muss also einiges tun, um das Problem mit Rassismus einzudämmen. Zwar ist es unmöglich, dieses Problem komplett aus einer Gesellschaft zu entfernen, aber empfindliche Strafen,  wie einige Städte, darunter Kawasaki, bereits eingeführt haben, wären eine Möglichkeit um den Rassismus in ganz Japan wirkungsvoll zu bekämpfen.

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