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Der Film richtet sich vor allem an andere junge Mädchen

Schülerinnen aus Kochi wollen mit Video über die Periode für mehr Aufklärung sorgen

Bis heute ist die Periode bei vielen Menschen in Japan immer noch ein Tabuthema. Einige Schülerinnen aus Kochi haben gemeinsam mit der Produktion eines Videos begonnen, das primär Kinder für das Thema Menstruation sensibilisieren soll. Für die jungen Mädchen ist es wichtig, sich frühzeitig mit der Entwicklung ihres Körpers zu beschäftigen.

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In den letzten Jahren haben sich verschiedene Projekte dafür eingesetzt, das Thema Periode zu enttabuisieren. Dadurch konnten erste große Diskussionen in der Gesellschaft angestoßen werden. Allerdings bestehen weiterhin starke Tendenzen, die Menstruation weiterhin zu ignorieren, was dazu führte, dass viele Frauen sich entsprechende Produkte nicht leisten können. Das Wort „Menstruationsarmut“ hat mittlerweile Einzug in den japanischen Wortschatz gefunden.

Video über Periode wird gefördert

Sechs Schülerinnen der privaten Tosa Joshi Junior und Senior High School in Kochi haben sich gemeinsam dazu entschlossen, ein eigenes Video über dieses Thema zu drehen. Eine Lehrerin bemerkte früh das Interesse der Schülerinnen für soziale Themen wie Umweltschutz und unterstützte sie dabei. Mit dem Kochi Children’s Fund fördert die Region die Neugier der Kinder mit bis zu 200.000 Yen (etwa 1.550 Euro).

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Die Mädchen wollten sich zunächst mit dem Thema Tourismus und Katastrophenschutz befassen. Während ihrer Recherche erfuhren sie aber Dinge, die sie dazu veranlassten, ihren Schwerpunkt zu ändern. Nach einem Erdbeben verteilte ein Mann in einem Evakuierungszentrum eine Damenbinde an jede Frau. Diese reichte natürlich bei Weitem nicht aus, um den Bedarf der Frauen zu decken, was der Mann aber nicht wusste.

Die Leiterin der Gruppe erklärte, wie überrascht sie über die Geschichte war. Deswegen dachten die Mitglieder, dass auch dieses Thema sich hervorragend für eine Mädchenschule eignet. Während des Bewerbungsverfahrens für die Fördergelder entscheiden Kinder über die Verteilung der Mittel. Anfänglich hatten die Schülerinnen Sorge, dass ihr Vorschlag von den „Richtern“ schlecht aufgenommen werden würde, denn auch bei jungen Menschen ist die Periode ein Tabuthema.

Mehr Informationen für japanische Schulkinder

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Alle waren sich aber einig darüber, wie wichtig es sei, über die Menstruation zu informieren. Das Video soll sich vor allem am Grund- und Mittelschüler richten. Mit ihrer Idee konnten die Schülerinnen die Jury von ihrem Projekt überzeugen. Der Film wird animiert, um es für Kinder leichter verständlich zu machen. Die Geschichte entwickelt sich in Form eines Dialogs zwischen drei Personen, einer Lehrerin sowie eines Schülers und einer Schülerin.

Schulen bieten kostenlose Menstruationsprodukte an
Öffentliche Schulen bieten kostenlose Menstruationsprodukte an. Bild: iirliinnaa

Die Mädchen haben sich im Internet und durch Bücher informiert und sprechen in ihrem Video viele weitere Themen wie Armut bei Frauen und die Mechanismen der Menstruation an. Auch auf das prämenstruellen Syndrom, das bei vielen Frauen in Japan auftritt, wird thematisiert. Bis Ende des Jahres soll der Film fertig sein und ab Februar 2022 an alle öffentlichen Grund- und Mittelschulen in Kochi verteilt werden.

Die Gruppe hofft, dass je mehr die Kinder über ihre Periode wissen, sie sich desto weniger für sie schämen und auch ihre Klassenkameraden rücksichtsvoller mit ihnen umgehen werden. Durch eine neue Perspektive sollen alle dazu aufgerufen werden, sich mehr auszutauschen, um so besser mit den Veränderungen ihres Körpers zurechtzukommen. Die Schülerinnen wünschen sich, dass sie dazu beitragen können, ein Umfeld zu schaffen, in dem es in Ordnung ist, über die Periode zu sprechen und gegebenenfalls auch um Hilfe zu bitten.

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