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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenSehbehinderte Menschen müssen in Japan besser in die Gesellschaft integriert werden

Menschen müssen umsichtiger werden

Sehbehinderte Menschen müssen in Japan besser in die Gesellschaft integriert werden

Auf sehbehinderte Menschen wird in Japan selten Rücksicht genommen, Vorurteile und Ignoranz machen ihnen das Leben schwer.

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Im Juli sorgte ein Vorfall für Aufregung, nachdem einer sehbehinderten Frau der Blindenstock zerbrochen ist, nachdem ein Fußgänger sie angerempelt hatte, ohne etwas zu sagen.

Immer wieder Zusammenstöße zwischen sehbehinderte Menschen und anderen Passanten

Nach diesem Vorfall wurden die Rufe nach einer besseren Integration von sehbehinderten Menschen in die japanische Gesellschaft laut. Insbesondere aus dem Hintergrund, dass die Paralympics 2020 unter dem Motto einer „integrativen Gesellschaft“ standen.

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Bei der 70-jährigen Frau wurde Retinitis pigmentosa diagnostiziert, eine unheilbare Erbkrankheit der Netzhaut. Zwar hat sie noch eine eingeschränkte Sehfähigkeit, aber auf einen Blindenstock angewiesen.

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Am 11. Juli wurde sie in der Bahnhofshalle in Kawaguchi von einer Passantin anrempelt, die dabei stürzte. Als die Frau fragte, was passiert sei, bekam sie keine Antwort, ein Zeuge erklärte, dass die Passantin schnell wieder aufgestanden ist und sich eilig davonmachte.

Bei dem Vorfall wurde der Blindenstock der Frau zerbrochen, was dazu führte, dass sie große Probleme bekam, sich zu orientieren.

In Japan gibt es immer wieder Berichte von Zusammenstößen sehbehinderter Menschen mit anderen Fußgängern oder Fahrradfahrern. Besonders auf Bürgersteigen mit Kopfsteinpflastern, da es die Orientierung deutlich erschwert.

An Bahnhöfen gibt es verschiedene potenzielle Gefahren für Menschen mit einer Sehbehinderungen, z. B. Menschenmassen zu Stoßzeiten und Fußgänger, die Smartphones benutzen.

Kein Smartphone beim Gehen und mehr umsichtiges Handeln

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Im Jahr 2020 reichte die Japan Federation of the Visually Impaired (Japanischer Verband der Sehbehinderten) eine schriftliche Anfrage an das Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus ein. Gleichzeit forderte die Organisation, das Problem durch ein Verbot der Smartphone-Nutzung beim Gehen anzugehen und das Bahnhofspersonal und die Fahrgäste aufzufordern, mit Menschen, die eine Behinderung haben, zu sprechen.

Hiroko Oida, stellvertretende Vorsitzende der Saitama Prefecture Visually Handicapped Welfare Society, sagt über die Situation, sie hoffe, dass das öffentliche Bewusstsein für sehbehinderte Menschen nach den Paralympics zunehmen werde.

„Wir befinden uns jetzt vielleicht in einer Situation, in der die Menschen wegen der Coronavirus-Pandemie nur ungern mit Sehbehinderten sprechen, aber schon ein Blick aus der Ferne kann eine große Unterstützung sein“, sagte Oida. „Wenn jemand in Schwierigkeiten zu sein scheint, sprechen Sie bitte mit ihm“.

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