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Firmen verabschieden ihre alten Siegel

Tempel veranstaltet Beerdigung für alte Hanko

In Japan findet gerade ein Umdenken von den altmodischen Bearbeitungsmethoden auf Papier zu modernen digitalen Möglichkeiten statt. Das bedeutet auch, dass die Hanko-Siegel immer weniger Verwendung finden. Ein Tempel in Tokyo gibt den Menschen dabei die Möglichkeit sich bei einer Beerdigung von den treuen Helfern zu verabschieden.

Am Montag führte ein Tempel im Shinjuku Bezirk der Stadt laut Kyodo die ungewöhnliche Veranstaltung durch. Es wurde dabei etwa 50 Hanko-Stempeln gedacht, die drei Unternehmen entsorgen wollen, da sie vermehrt auf die Digitalisierung setzten. Sakura Internet, eine Firma, die ihre Hanko beim Tempel abgab, erklärte, wieso sie ihre Hanko wegwerfen. Sie hätten nun keine Verwendung mehr für die Siegel, obwohl die Mitarbeiter sie hunderte Male verwendet haben.

Auch Objekte haben einen richtigen Abschied verdient

Allgemein verlief der Gottesdienst jedoch genauso ab, wie bei einer normalen Trauerfeier. Der Oberpriester rezitierte Sutras über die Hanko und verabschiedete sie. Es ist das erste Mal, dass die Veranstaltung stattfindet und eine Reaktion auf die Digitalisierung, die nun aufgrund der Pandemie einsetzt.

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Auch wenn sich die Zeremonie ein wenig skurril anhört, ist sie in Japan gar nicht so ungewöhnlich. Es gibt zahlreiche Tempel, die Gedenkgottesdienste für verschiedene Alltagsgegenstände anbieten. Unter anderem gibt es welche für alte Visitenkarten, Nähnadeln, Puppen und sogar Roboter-Hunde. Die Menschen können sich bei dem Event ein letztes Mal von ihren wertgeschätzten Dingen verabschieden und ihnen für ihre Dienste danken.

Regierung setzt sich für Abschaffung der Hanko ein

Organisiert wurde der Gedenkgottesdienst für die Hanko von TDM Telework, einer Gruppe aus 23 verschiedenen IT-Unternehmen, die sich untereinander zur Digitalisierung austauschen. Der Vorsitzende von TDM Telework, Fumihiro Naganuma, erwartet mehr staatliche Maßnahmen zur Digitalisierung und sie hoffen, dass sie den Weggang von den Hanko fördert.

Japans neuer Premierminister Yoshihide Suga selbst ruft landesweit dazu auf die Siegel bei einigen Dokumenten nicht mehr zu benutzten. Die Methode sei veraltet und zusätzlich in der Zeit von Covid-19 nicht sicher. Mittlerweile überlegt auch das Finanzministerium die Hanko aus den steuerlichen Verfahren zu streichen, um den Prozess bequemer zu machen.

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