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Zertifikate gibt es ab November

Tokyo verabschiedet Verordnung zur Anerkennung von LGBTQ-Partnerschaften

Ende letzten Jahres hat die Gouverneurin von Tokyo überraschend angekündigt, dass sie ein System zur Anerkennung von LGBTQ-Partnerschaften einführen will. Die Regierung hat nun den letzten wichtigen Schritt dafür gemacht und die geplante Verordnung offiziell verabschiedet.

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Das Tokyo Metropolitan Assembly hat dem Gesetz für das System am Mittwoch zugestimmt, womit einer Umsetzung jetzt nichts mehr im Weg steht. Ab Mitte Oktober sollen gleichgeschlechtliche Paare online den Status beantragen können. Vergeben werden die Zertifikate dann anschließend ab November.

Partnerschaftssysteme lösen das eigentliche Problem nicht

Ihre Beziehung wird mit Dokument dann offiziell von der Präfektur anerkannt, was ihnen teilweise die gleichen Vorteile wie verheirateten Paaren ermöglicht. Beantragen können alle Paare ein Zertifikat, sofern beide mindestens 18 Jahre alt und ledig sind. Dazu muss zumindest eine der Personen in Tokyo leben, arbeiten oder studieren. Sollte es in der Beziehung Kinder geben, können diese mit eingetragen werden, womit sie dann offiziell als Familienmitglied beider Partner gelten.

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Dass Tokyo bald die Partnerschaften anerkennt, ist für viele ein sehr wichtiger Schritt für die gleichgeschlechtliche Ehe. Japan ist das einzige G7 Land, in dem die Ehe für LGBTQ-Personen immer noch nicht möglich ist.

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Zwar gibt es bereits mehr als 100 Gemeinden und auch einige Präfekturen in Japan, die ein Partnerschaftssystem haben, aber die Zertifikate besitzen allgemein keine rechtliche Bindung und gelten meistens auch nur für den Ausstellungsort. Für sexuelle Minderheiten sind die Systeme deswegen nur ein schwacher Trost.

Hoffnung auf große Veränderungen

Mit Tokyo würde nun knapp die Hälfte aller Einwohner Japans Zugang zu einem System haben, was ein starkes Zeichen für die Zentralregierung ist. Die regierende konservative LDP argumentierte in den letzten Jahren immer wieder damit, dass die Bevölkerung noch nicht bereit sei, die Ehe für LGBTQ-Personen zu akzeptierten, obwohl mehrere Umfragen bereits das Gegenteil bewiesen.

Auch wenn es vermutlich immer noch ein sehr langer Weg bis zur Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Japan ist, glaubt man daran, dass der Druck wächst und mehr Politiker zum Umdenken bewegt werden. Aus der Wirtschaft gibt es ebenfalls vermehrt Druck, da große Konzerne auf der internationalen Bühne attraktiver wirken wollen, was aber mit eingeschränkten Rechten für sexuelle Minderheiten schwierig ist.

  • Themen im Artikel:
  • LGBT
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