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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenTrennung der Eltern erschwert oft das Leben der Kinder in Japan

Unterhaltszahlungen bleiben oft aus

Trennung der Eltern erschwert oft das Leben der Kinder in Japan

Laut einer aktuellen Umfrage des japanischen Justizministeriums hat die Trennung der Eltern das Leben bei 40 Prozent der Befragten deutlich erschwert.

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Das Ergebnis untermauert die Tatsache, dass viele alleinerziehende Haushalte in Japan als arm gelten.

Finanzielle Situation wird nach der Scheidung oft schwieriger

Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich bei der Umfrage um die erste groß angelegte Befragung von Kindern in Japan zum Thema Scheidung. Sie wurde im Januar bei Menschen in den 20er und 30er-Jahren über die Website des Ministeriums durchgeführt. Die Antworten waren anonym.

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Insgesamt 31,8 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im Vorschulalter waren, als sich ihre Eltern trennten, 32,4 Prozent waren in der Grundschule und 13,7 Prozent in der Junior High School. Insgesamt lebten 78,6 Prozent nach der Trennung bei ihren Müttern und 21,4 Prozent bei ihren Vätern.

40,5 Prozent der Befragten gaben an, dass die finanzielle Situation nach der Scheidung schwieriger geworden ist.

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Auf die Frage, ob sie sich beraten haben lassen, gaben nur 7,1 Prozent an, dass sie sich Hilfe gesucht haben.

Unterhalt wird oft nicht oder nur teilweise gezahlt

In Bezug auf die Unterhaltszahlungen der getrennten Eltern gaben 29,8 Prozent an, dass es keine regelmäßigen Zahlungen gab. 16,8 Prozent gaben an, dass der Kindesunterhalt ordnungsgemäß gezahlt wurde und 18,9 Prozent sagten, dass er überhaupt nicht gezahlt wurde.

Vierzehn Prozent sagten, dass der Unterhalt nach und nach nicht mehr gezahlt wurde. Mehr als 40 Prozent gaben an, den Status der Vereinbarung nicht zu kennen bzw. nicht über die Zahlung Bescheid zu wissen.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte dazu: „Es wurde deutlich, dass die Unterhaltszahlungen zum Wohle des Kindes zu einer Angelegenheit zwischen den Eltern geworden sind und dass das Kind nicht vollständig über die Situation informiert werden.“

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Auf die Frage, wer nach der Scheidung der Eltern Entscheidungen über Erziehung traf, sagten 42,3 Prozent der Befragten, dass der Elternteil, bei dem sie leben, dies tut, 12,2 Prozent sagten, dass die Eltern sich miteinander beraten, und 36,7 Prozent sagten, sie wüssten es nicht.

Im Februar konsultierte Japans Justizministerin Yoko Kamikawa den Legislativrat, das Beratungsgremium des Ministeriums, für eine Überprüfung des Rechtssystems für die Kindererziehung nach der Scheidung der Eltern. Das Hauptthema der Diskussion ist die Regelung des Kindesunterhalts.

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