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Studenten erhielten kein Corona-Geld

UN-Experten verurteilen Ausschluss von koreanischer Universität von Japans Corona-Hilfe

Die Coronapandemie hat in Japan die Studierenden besonders schwer getroffen, weswegen die Regierung ein Hilfsprogramm gestartet hat. Diese Hilfen sollen einer koreanischen Universität allerdings nicht zur Verfügung stehen, was UN-Experten als diskriminierend ansehen.

Am Dienstag wurde ein Brief öffentlich, in dem vier UN-Menschenrechtsexperten den Ausschluss der Studierenden von der Korea University in Kodaira von der Hilfsmaßnahme scharf kritisieren. Verfasst wurde der Brief von Tendayi Achiume, Sonderberichterstatter für zeitgenössische Formen von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit verbundener Intoleranz. Die anderen drei Personen sind UN-Experten für das Recht auf Bildung und Menschenrechte von Migranten sowie Minderheitenfragen.

UN-Experten sehen Ausschluss als sehr kritisch an

Letzten Mai wurde damit begonnen, Studenten und Schülern von Universitäten, Colleges sowie japanischen Zweigstellen von ausländischen Universitäten eine finanzielle Hilfe von 200.000 Yen (ca. 1.511 Euro) anzubieten. Die Studenten der Korea University wurden von dem Programm ausgeschlossen, da ihre Universität unter der Kategorie der sonstigen Einrichtungen geführt wird wie unter anderem auch englischsprachige Schulen.

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Aus dem Grund wurde in dem Brief die Sorge geäußert, dass die Studierenden diskriminiert werden würden, wobei sie besonders die Benachteiligung von Studierenden aus Minderheiten an der Universität betonten. Weiter wurde erklärt, dass solche Ausschlüsse die institutionelle Autonomie gefährdeten.

Ebenfalls würde die Entscheidung den Zugang auf Bildung für Minderheiten gefährden und damit die Förderung ihrer nationalen, ethnischen, kulturellen und sprachlichen Identität erschweren. Die UN-Experten forderten die Regierung auf, die notwendigen Maßnahmen zur Unterstützung der Studenten zu ergreifen und ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern.

Auch andere kritisieren die Regierung

Der Brief wurde im Februar der japanischen Regierung zugesendet. Japan ignorierte das Schreiben jedoch komplett. Im März wurde die finanzielle Hilfe für Studierende beendet und erst im April wurde sich zu den Vorwürfen geäußert, die dann abgestritten wurden.

Es sei für sie keine Diskriminierung, da auch die japanischen Studenten von dem Programm ausgeschlossen wurden, wenn ihre Einrichtung zu den nicht erfassten gehörte. Zusätzlich bekamen von den internationalen Studierenden nur die besten 30 Prozent das Geld. Das kritisierten die Experten auch. Die Schwierigkeiten der internationalen Studierenden hätten nichts mit ihren akademischen Leistungen zu tun.

Mit ihrer Kritik stehen die UN-Experten nicht alleine da. Bürgergruppen und andere Organisationen verurteilten ebenfalls das Hilfsprogramm im Hinblick auf diese diskriminierenden Entscheidungen. Auch Amnesty International kritisierte den Ausschluss der koreanischen Universität. International Movement Against All Forms of Discrimination and Racism meldete das Vorgehen der Regierung diesen Juni offiziell der UN.

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