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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenUngewollte Schwangerschaften bei jungen Frauen nehmen in Japan zu

Beratungsdienste verzeichnen Anstieg an Anfragen

Ungewollte Schwangerschaften bei jungen Frauen nehmen in Japan zu

Die Pandemie hat verschiedene Auswirkungen auf das Leben der Menschen. In Japan ist es dazu gekommen, dass die Zahl der ungewollten Schwangerschaften zugenommen hat. Betroffen sind besonders junge Menschen.

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Mehrere Gruppen haben angegeben, dass die Zahl der Beratungsgespräche wegen ungewollter Schwangerschaften bei jungen Frauen zugenommen hat. Embryo Hokkaido ist eine von zahlreichen Freiwilligengruppen, die schwangere Frauen unterstützen.

Ungewollte Schwangerschaften stehen oft im Zusammenhang mit anderen Problemen

Jeden Freitag bieten sie einen kostenlosen Beratungsdienst an. Während sie 2019 nur um die zehn Anfragen hatten, stieg die Zahl letztes Jahr auf 20 an. Die meisten Personen, die anrufen sind zwischen zehn und 29 Jahre alt. Oft sind es dabei aber nicht nur die Schwangerschaften, welche die Frauen beschäftigen.

Sexueller Missbrauch, häusliche Gewalt, finanzielle Not und andere Probleme spielen in den meisten Fällen auch eine große Rolle, warum die Frauen anrufen. Ähnliche Situationen werden auch von anderen Gruppen und Organisationen berichtet.

Im Mai gab das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales bekannt, dass es zwischen März und September 2020 gingen insgesamt 952 Beratungsanfragen von Personen unter 18 Jahren wegen ungewollter Schwangerschaften und sexuellem Missbrauch gab. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein leichter Anstieg.

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Besonders im März 2020 war die Zahl der Beratungen deutlich höher als in den Vorjahren. In dem Zeitraum waren die meisten Schulen in Japan geschlossen und es wurde zum ersten Mal der Ausnahmezustand ausgerufen. Viele saßen deswegen über längeren Zeit zu Hause.

Beratungsdienste sollen die Isolation der Frauen verhindern

Das Ministerium wies auch darauf hin, dass Schüler in Japan nicht richtig aufgeklärt werden. Junior High Schools erklären nur die Befruchtung und den Verlauf einer Schwangerschaft, aber nichts zum Thema Geschlechtsverkehr und Empfängnisverhütung. Es wird deswegen schon lange gefordert, dass der Lehrplan angepasst wird.

Schwangere leiden auch allgemein unter der Situation. Es wird sich im ganzen Land darum bemüht, dass sie sich trotz der Corona-Maßnahmen nicht isoliert fühlen. Bei einigen Schülerinnen ist es der Fall, dass sie keine Kliniken oder Beratungsstellen besuchen können.

Die Gruppe „Anshin Haha to Ko no Sanfujinka Renraku Kyogikai“ hat 20 Einrichtungen im Bereich Geburtshilfe. Sie haben letztes Jahr einen kostenlosen Dienst gestartet, der anonyme Beratung per Telefon, E-Mail und Face-to-Face in Krankenhäusern ermöglicht, auch ohne Versicherungskarte. Frauen wird dabei gleichermaßen geholfen, egal ob sie das Kind behalten wollen oder nicht.

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Das Sapporo Maternity Women’s Hospital ist Teil des Dienstes und hat bereits sechs Fälle bearbeitet. Die Krankenhaus betont, dass sie froh sind, wenn sich die Menschen bei ihnen melden und sie wollen nicht, dass sie die Belastung der Schwangerschaft ganz alleine auf sich nehmen.

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