Anzeige
HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenViele Hikikomori wollen keine staatliche Hilfe

Hilfsangebot der Regierung verfehlt ihr Ziel

Viele Hikikomori wollen keine staatliche Hilfe

Eine Umfrage des Edogawa Ward in Tokyo zeigt, dass ein Drittel der dort lebenden Hikikomori keine staatliche Hilfe zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft wollen.

Anzeige

Die Umfrage zeigt auch, dass in einem von 24 Haushalten, in dem 700.000 Einwohner umfassenden Bezirk, mindestens ein Mensch lebt, der sich von der Gesellschaft zurückgezogen hat.

Mehr als 30 Prozent wollen keine Hilfe vom Staat

Dass mehr als 30 Prozent der Hikikomori keine staatliche Hilfe wollen, zeigt den Behörden, dass die Bemühungen der japanischen Regierung, auf diese Menschen zuzugehen und ihnen zu helfen, wieder Anschluss an die Gesellschaft zu finden, fehlschlagen.

LESEN SIE AUCH:  Hikikomori in bestimmten Altersgruppen werden kaum unterstützt

Verdeutlicht wird dies von der Tatsache, dass die Mehrheit dieser Menschen sich eigentlich nach Unterstützung sehnt.

Anzeige

Die japanische Regierung versucht schon länger etwas gegen das sogenannte „8050-Problem“ zu tun. 8050 bedeutet, dass Eltern in ihren 80ern gezwungen sind, ihre Kinder in den 50ern zu versorgen.

Umerziehung, ohne auf die individuellen Probleme der Hikikomori einzugehen

Experten sagen, dass es für viele Hikikomori schwierig ist, ihre Situation in Gesprächen mit anderen Betroffenen anzusprechen und dass das gewaltsame Eingreifen in das Leben dieser Menschen durch den Staat nur dazu führt, dass sie sich noch mehr zurückziehen. Ein großes Problem bei den Hilfen ist es, dass die Regierung versucht, den Menschen eine Lebensweise aufzuzwingen, ohne dabei auf die individuellen Probleme der Hikikomori einzugehen.

Gleichzeitig werden immer mehr Fälle der in Japan als „hikidashi-ya“ bekannten Praxis zu einem wachsenden Problem. Wörtlich übersetzt sind das „Menschen, die eine andere Person herausholen“.

Dabei handelt es sich um ein Angebot für Eltern, ihre Kinder in ein Rehabilitationszentrum zu bringen, oft mit Gewalt. Für diese „Dienstleistung“ werden dann auch noch extrem hohe Gebühren fällig. Diese Praxis schadet der zurückgezogenen Person meist nur noch mehr und macht oft die Möglichkeit zunichte, durch andere Maßnahmen zu helfen. Es gab bereits Klagen gegen diese Praxis.

Um das Verständnis der Menschen für die Hikikomori zu vertiefen, erwägt der Bezirk nun den Erlass einer Verordnung bis zum Ende des laufenden Haushaltsjahres, um eine bessere Unterstützung anbieten zu können.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neuste Artikel