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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenVolljährigkeitszeremonie für junge Erwachsene in Tokyo nachgeholt

Wer 2021 offiziell erwachsen wurden, konnte dies wenigstens nachfeiern

Volljährigkeitszeremonie für junge Erwachsene in Tokyo nachgeholt

Die Volljährigkeitszeremonie spielt bei jungen Erwachsenen in Japan eine große Rolle. Die jungen Frauen kleiden sich oftmals in aufwendige Kimono und auch die Herren wollen sich an diesem Tag ebenfalls von ihrer besten Seite präsentieren. In Coronazeiten können solche Feste allerdings nicht wie gewohnt gefeiert werden.

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In Tokyo finden die Volljährigkeitszeremonien in diesem Jahr wieder statt. Am 10. Januar wurden im Stadtteil Meguro wieder zahlreiche neue junge Erwachsene in diesem Abschnitt ihres Lebens willkommen geheißen. Einen Tag vorher fand in Meguro eine Veranstaltung für diejenigen statt, die im letzten Jahr auf ihre Feier verzichten mussten. Wegen der dritten Corona-Welle in Japan mussten die meisten Zeremonien 2021 abgesagt werden.

Zeremonien 2021 wurden größtenteils abgesagt

Etwa 400 junge Japaner wollten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und fanden sich am Nachmittag in einer Halle in Meguro ein. Die Feierlichkeiten fanden zweimal statt, sodass die Teilnehmerzahl unter die Hälfte der maximalen Hallenbelegung sank.

Außerdem maßen Helfer bei allen Teilnehmern und Besucher die Temperatur, um eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Normalerweise findet nach der Zeremonie ein Empfang statt, bei der die jungen Erwachsenen gemeinsam mit ihren Begleitpersonen noch eine Erfrischung zu sich nehmen können. Dieser Empfang konnte auch in diesem Jahr nicht stattfinden.

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Nachdem die Gemeinde die Zeremonie im letzten Jahr ersatzlos absagen mussten, erhielt sie viele Anfragen, ob nicht doch eine Feier zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden könnte. Die jungen Japaner unterstrichen immer wieder, wie wichtig dieser Tag für sie sei. Der Bezirk ließ sich erweichen und organisierte einen Termin für den 9. Januar. Einen Tag später wurde eine neue Gruppe junger Erwachsener in der Gesellschaft willkommen geheißen, die bereits 20 Jahre alt sind oder es bis zum ersten April werden.

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Der Bürgermeister von Meguro erläuterte in seiner Ansprache, dass die Zeremonie zur Volljährigkeit nur einmal im Leben stattfindet und die Stadt deswegen so vielen Menschen wie möglich, diese außergewöhnliche Erfahrung ermöglichen wollte. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Anzahl an Neuinfizierten mit dem Coronavirus das erste Mal seit über vier Monaten einen Wert von 1.200 überschritt. Deswegen rief er alle Beteiligten auf, auf sich und ihre Mitmenschen zu achten und sich in Zukunft ebenfalls maßvoll zu verhalten.

Neuer Alltag ohne die alten Freunde

Viele junge Menschen aus der Region Tokyo nahmen gemeinsam mit Freunden aus ihrer Kindheit an der Veranstaltung teil. Viele von ihnen fürchteten, dass auch in diesem Jahr die Zeremonien nicht stattfinden würden. Außerdem ist vielen aufgefallen, dass Dinge, die sie vorher für selbstverständlich hielten, wie sich mit Freunden treffen oder zur Schule zu gehen, nicht mehr so alltäglich sind. Gerade deswegen wissen sie zu schätzen, dass ihre Feier doch noch stattfindet.

Für viele Teilnehmer war es nach langer Zeit das erste Mal, dass sie ihre Freunde wiedersahen, was auch wegen der Pandemie schwerer war als erwartet. Auch in diesem Jahr sind viele der weiblichen Teilenehmer wieder mit einem Kimono bekleidet. Einige der jungen Frauen mussten allerdings auf alternative Outfits setzen, denn oftmals werden Kimonos für einen solchen Tag nur ausgeliehen und die Reservierungen für das letzte Jahr konnten in diesem Fall nicht mehr realisiert werden.

Kimono bleiben Teil besonderer Termine
Kimono gehören bis heute dazu Bild: Mainichi/Kaho Kitayama
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