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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenWahlversprechen der japanischen Parteien zu LGBTQ-Rechten geben Hoffnung

LDP ist gegen ein Gleichberechtigungsgesetz

Wahlversprechen der japanischen Parteien zu LGBTQ-Rechten geben Hoffnung

Am Sonntag finden in Japan die Unterhauswahlen statt. Die Wahlversprechen geben dabei besonderes sexuellen Minderheiten Hoffnung, die auf eine Gleichstellung und Schutz ihrer Rechte warten.

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Von den insgesamt 1.051 Wahlkandidaten unterstützen 56 Prozent die gleichgeschlechtliche Ehe. Sechs große Oppositionsparteien versprechen dazu, dass sie an Gesetzesvorlagen zum Schutz von LGBTQ-Personen und der Ehe für alle arbeiten, die nächstes Jahr dem Parlament vorgelegt werden sollen. Zu den sechs gehören die oppositionelle Konstitutionelle Demokratische Partei Japans, Kommunistische Partei Japans, die Sozialdemokratische Partei und Reiwa Shinsengumi.

Keine große Wahlversprechen zu dem Thema von der LDP

Bei der regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) und ihr Koalitionspartner, die Komeito, fielen die Wahlversprechen hingegen kleiner aus. Sie wollen sich nur um ein besseres öffentliches Verständnis bei dem Thema bemühen. Verwunderlich ist das nicht, denn bereit Parteivorsitzender und Premierminister Fumio Kishida hatte kürzlich deutlich gemacht, dass er kein Interesse an einem LGBTQ-Gleichstellungsgesetz hat.

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Damit bleibt die LDP auf ihrem bisherigen Kurs. Sie hatten dieses Jahr die Abstimmung über eine derartiges Gesetzes verhindern, weil sie ihren Entwurf aufgrund parteiinterner Unstimmigkeiten erneut zurückzogen.

LGBTQ-Personen zeigten sich darüber sehr verärgert, weil sie zu den Olympischen Spielen in Tokyo gehofft hatten, dass Japan sich endlich toleranter zeigt. Dass die LDP wieder einen Rückzieher machte, sahen viele nur als eine Ausrede an.

Japans Bevölkerung ist für Veränderungen bereit

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Umso größer sind nun die Hoffnungen, dass die kommenden Wahlen endlich die lang gewünschten Veränderungen bringen. Aktivisten betonen dabei, dass sie lediglich nur ein gleichberechtigtes System wollen und keine extra Privilegien. Wie weit die Wahlversprechen am Ende umgesetzt werden, bleibt aber abzuwarten.

Gesellschaftlich wäre Japan jedenfalls schon lange bereit und mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist für eine Ehe für alle. Mittlerweile gibt es 130 Gemeinden, die Partnerschaftszertifikate für LGBT-Paare anbieten, um ihnen somit zumindest im lokalen Kreis eine Gleichberechtigung zu ermöglichen.

Es geht aber um viel mehr, als nur ein Recht auf die Ehe. Ein großes Problem bleiben Diskriminierungen am Arbeitsplatz und bei Dienstleistungen. Auch der Umgang mit trans Menschen steht schon seit Jahren scharf in der Kritik, da Personen ihr Geschlecht im Familienregister nur ändern dürfen, wenn sie eine komplette chirurgische Geschlechtsangleichung hatten, die gleichzeitig auch eine Sterilisierung bedeutet.

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