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Einkommen von vielen Haushalten ist stark gesunken

Waisenkinder vom großen Erdbeben 2011 leben oft in armen Haushalten

Neun Jahre ist es her, dass Japan von einem großen Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami erschüttert wurde. Viele Kinder haben in der Naturkatastrophe ihre Eltern verloren und mussten zu anderen Erziehungsberechtigten. Eine Studie ergab jetzt, dass diese Kinder oft in Armut leben.

Durchgeführt wurde die Umfrage unter den Empfängern und ehemaligen Empfängern des „Mainichi Kibo Shogakukin“. Es handelt sich dabei um ein Wohlfahrtprojekt der Mainichi Shimbun, das im Geschäftsjahr 2011 gestartet wurde. Über dieses Programm werden Stipendien an Schüler und Studenten verteilt, die 2011 mindestens ein Elternteil verloren haben.

Familien von Halbwaisen und Waisenkindern rutschen in die Armut ab

Für die Umfrage antworteten insgesamt 423 von den 601 Personen. Aufgeteilt antworteten 178 Waisenkinder oder Halbwaisen, wobei es 79 Männer und 99 Frauen waren, und 161 Erziehungsberechtigte. Unter ihnen waren 47 Väter, 104 Mütter und zehn Großeltern oder andere Personen.

Mehr zum Thema:  Pandemie wirkt sich stark auf Waisenkinder in Japan aus

Zu ihrem Haushaltseinkommen gaben 51 Prozent an, dass ihr Einkommen vor der Katastrophe bei 31.748 Euro oder mehr lag. Nach der Katastrophe hatten nur noch 18 Prozent so ein hohes Einkommen. Nun hat die Mehrheit mit 45 Prozent ein Einkommen von weniger als 15.874 Euro. Im Vergleich dazu lag die Zahl vor der Katastrophe bei nur sechs Prozent.

Die Zahl liegt dabei auch höher als der landesweite Prozentsatz, der 2019 bei nur 19 Prozent lag. Als Ursache für die Armut in den Haushalten wird der Tod des Elternteils oder der Eltern vermutet, die nicht mehr zum Haushaltseinkommen beitragen können. Ebenfalls hatte die Katastrophe große Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Verlorene Arbeitsplätze und zerstörte Häuser

So sank die Zahl der Erziehungsberechtigten mit einem regulären Arbeitsplatz von 49 Prozent vor der Katastrophe runter auf 34 Prozent nach dem Beben. Gleichzeitig stieg die Zahl der nicht regulären Beschäftigten von 26 Prozent auf 35 Prozent. Auch die Zahl der Arbeitslosen verzeichnete einen Zuwachs von 13 Prozent auf 20 Prozent.

Zu der Arbeitslage kommt noch die Zerstörung des Eigentums hinzu. Nur bei 32 Prozent wurde das Haus nicht beschädigt. Bei 17 Prozent wurde es teilweise beschädigt und bei 49 Prozent komplett zerstört. Fünf Haushalte mussten dazu aufgrund der nuklearen Katastrophe umziehen. Mit 44 Prozent lebt nun die Mehrheit der Befragten in einem Haus, das sie vor der Katastrophe nicht besaßen. Dazu leben nur noch 36 Prozent in ihrer Heimat.

Die Umfrage wollte zusätzlich wissen, wie sich die Pandemie auf die Haushalte auswirkt. Vor allem unter den Frauen wurde dabei klar, dass die Lage sehr ernst ist. Einige haben oder hatten monatelang überhaupt kein Einkommen. Allgemein berichteten viele von einem Rückgang ihres Einkommens und finanziellen Problemen.

Haushalte benötigen langfristige Hilfe

Die Umfrage zeigt damit, dass allgemein Opfer von Naturkatastrophen dauerhaft unter den wirtschaftlichen Auswirkungen leiden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam kürzlich eine Umfrage unter den Evakuierten aus Fukushima, von denen ebenfalls viele in großer Armut leben.

Yusuke Imai, Leiter von Chance for Children betont deswegen, dass die Haushalte langfristig Hilfe benötigen. Nicht nur die finanziellen Schwierigkeiten seien ein Problem. Auch in anderer Hinsicht hat die Katastrophe dauerhaft Auswirkungen auf Familien, was sich in den Emotionen der Kinder zeigt und bei dem Gesundheitszustand von Familienmitgliedern.

Nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales gab es bis März 2019 1.554 Kinder unter 18 Jahren, die ein Elternteil während der Katastrophe 2011 verloren. 243 Kinder wurden komplett Waisen. Eine direkte staatliche Unterstützung erhalten ihre Familien nicht.

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