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Die Wellen in der Region tragen maßgebend zur Reifung bei

Wein aus dem Meer soll Kanagawa wieder bekannter machen

In der Bucht vor Yokosuka in der Präfektur Kanagawa versenkte eine Initiative Weinflaschen im Wasser, um sie auf dem Meeresboden reifen zu lassen. Die Vibrationen der Wellen sollen die Qualität der guten Tropfen noch weiter steigern.

Die aktuell versenkten 400 Flaschen stellten Hotels und Keltereien zur Verfügung. Fischer von Miura (ebenfalls Kanagawa) versenkten die edlen Tropfen dann im Wasser. Nach sechs Monaten sollen die Flaschen wieder an Land geholt werden und dann als „unter Wasser gereifter Wein“ wieder an die Absender zurückgehen.

Unter Wasser gereifte Weine

Ein 58-jähriger Freizeit-Kapitän ist gleichzeitig Vorstandsmitglied des „Rats zur Förderung und Wiederbelebung des Tourismus in Koajiro“, hatte die Idee und versenkte am 26. Dezember die erste mit Flaschen gefüllte Kiste an einer stillen Stelle der Bucht von Kaojiro. Das Wasser in der Bucht ist etwa 10 Meter tief mit sandigem Boden, der von den Gezeiten leicht beeinflusst wird. Die Wassertemperatur liegt im Winter konstant zwischen 12 und 14 Grad Celsius. In diese Tiefe dringen ultraviolette Strahlen, die den Zerfall des Weines verursachen, nicht vor.

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Es ist am besten, junge Weine zu versenken, denn dort entfaltet die Wasser-Reifung das beste Ergebnis. Die Kisten werden mit einem Drahtgeflecht geschützt und mit einer Boje versehen, die bei regelmäßigen Patrouillen immer wieder angefahren werden. Die Flaschen werden mit Bienenwachs verschlossen, um das Eindringen von Meereswasser durch Lücken im Kork zu vermeiden.

Nach einem halben Jahr sollen die Kisten wieder an die Oberfläche geholt werden. Die Idee, Wein in der Bucht zu versenken, entstand, nachdem man Wein aus gesunkenen Schiffen geborgen hat und diese als besonders schmackhaft empfunden wurden. Leichte Vibrationen unter Wasser verleihen dem guten Tropfen einen tiefen und weichen Geschmack. Die Flaschen waren mit Seepocken bedenkt, die sich auch auf den Flaschen der Initiative niederlassen sollen. Sogenannte Unterwasser-Weine werden immer populärer.

Wein unter Wasser gereift
Unter-Wasser-Wein Bild: Hiroshi Deguchi

Projekte zur Revitalisierung der Küsten-Regionen

In Japan ist in der Region Izu (Präfektur Shizuoka) eine ähnliche Initiative gestartet. In Miura läuft ein ähnliches Projekt bereits seit etwa zwei Jahren. Dies sollte vor allem den Tourismus in der Gegend wieder ankurbeln. Im November 2018 wurden insgesamt 150 Flaschen versenkt, die allerdings vom stürmischen Wasser weggespült wurden. Im Dezember 2019 erfolgte ein zweiter Versuch. Sechs Monate später fand eine große Verkostung mit Party statt, die von den Menschen gut angenommen wurde.

Die meisten Flaschen stammen größtenteils von Hotels und Gasthöfen. Die Stadt Yokosuka versenkte auch 48 Flaschen, die anschließend direkt in der Stadt vermarktet werden sollen. Die Weine sollen später unter dem Label „Kokuri“ verkauft werden. Aufgrund des Klimawandels ist der Ertrag des Fischfangs in Miura seit Langem rückläufig. In den letzten fünf bis sechs Jahren schmolz der Gewinn der Fischer um etwa die Hälfte.

Durch den Unterwasser-Wein soll die Region wiederbelebt werden. Die Verantwortlichen der Initiative hoffen, bald mehr Fischer für ihr Projekt begeistern zu können. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Behinderten-Projekten sollen auch diese Organisationen gefördert werden.

Wein-Kisten werden versenkt
Fischer versenken Kisten im Wasser Bild: The Mainichi / Nobumichi Iwasaki

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