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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenWenig Schülerinnen im Japanischen Team der Wissenschaftsolympiade

Nur 5 % weibliche Teilnehmer im japanischen Team der internationalen Wissenschaftsolympiade

Wenig Schülerinnen im Japanischen Team der Wissenschaftsolympiade

In den letzten Jahren betrug der Anteil der weiblichen Teilnehmer an den Internationalen Wissenschaftsolympiaden im japanischen Team mit 16 von 302 Schülern nur etwa 5,3 Prozent.

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Dies ergab eine Umfrage der JST (Japan Science and Technology Agency), die diese Zahl nun mit geeigneten Maßnahmen in den sieben Kategorien Mathematik, Chemie, Biologie, Physik, Geografie, Informatik und Geowissenschaften erhöhen will.

Auch international ein geringerer Frauenanteil

Geografie und Biologie haben dabei mit rund 13 Prozent noch den höchsten Frauenanteil, Physik und Informatik dagegen überhaupt keine Teilnehmerinnen.

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Laut JST nehmen zwar grundsätzlich auch international mehr Männer als Frauen an den Internationalen Wissenschaftsolympiaden teil, so in den Bereichen Mathematik, Physik und Informatik mit einem durchschnittlichen Frauenanteil von unter 20 Prozent.

Noch dazu würden sich in Japan grundsätzlich weniger Schülerinnen für naturwissenschaftliche Kurse entscheiden, sodass sich schon rein zahlenmäßig ein Ungleichgewicht ergeben würde.

Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils

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Vertreter des JST räumten dennoch ein, dass dringend Maßnahmen ergriffen werden müssten, um den Anteil der Schülerinnen an den Qualifikationswettbewerben zu erhöhen und damit auch generell für einen größeren Frauenanteil zu sorgen.

Erreichen will das JST das durch mehr Vorträge von Forscherinnen und Beratungen speziell an Mädchenschulen, um auf diese Weise mehr Schülerinnen für naturwissenschaftliche Fächer zu begeistern.

Laut der Professorin für Bildungssoziologie an der Universität Yamagata, Ginko Kawano, seien vor allem das Bildungssystem und das Umfeld an der großen Kluft zwischen den Geschlechtern verantwortlich, weil Schülerinnen zu wenig Anreize geboten würden.

Es sei zudem Aufgabe der Lehrkräfte, dafür zu sorgen, dass bei den Schülern und Schülerinnen nicht das Klischee verstärkt wird, dass Männer für Naturwissenschaften grundsätzlich besser geeignet wären.

Teilnehmerzahlen auch regional verschieden

Gleichzeitig will das JST noch an dem Problem der unterschiedlichen Teilnehmerzahlen aus den verschiedenen Regionen arbeiten.

Städtische Regionen stellen in der Regel mehr Teilnehmer, weil die dort vorhandenen Oberschulen eine viel intensivere Vorbereitung für die Aufnahmeprüfungen an den Hochschulen anbieten und sich dies dann auch in den Teilnehmerzahlen niederschlägt.

Dagegen stellen einige ländlich geprägte Präfekturen gar keine Teilnehmer.

Dort sollen die zuständigen lokalen Schulämter laut JST jetzt für eine aktivere Teilnahme der Schüler an der Wissenschaftsolympiade werben.

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