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Tierschutzorganisationen sehen Anstieg mit Besorgnis

Zahl der Haustiere durch die Pandemie in Japan deutlich gestiegen

Da die Coronavirus-Pandemie die menschliche Interaktion einschränkt, gibt es in Japan nun immer mehr Haustiere.

Einige Tierschutzorganisationen warnen nun allerdings, dass dieser Anstieg für viele Tiere zu Problemen führen könnte, wenn sich das Leben der Menschen wieder normalisiert und sie weniger Zeit zu Hause verbringen.

Hund sorgt für neue Kontakte

Ein 47-jähriger Mann, der in Tokyo arbeitet, seine Frau und sein Sohn, der in die vierte Klasse geht, kommen oft mit anderen Hundebesitzern ins Gespräch, wenn sie mit Cookie, einem Beagle, der seit etwa sechs Monaten zu ihrer Familie gehört, spazieren gehen.

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Der Mann begann Ende Februar letzten Jahres im Homeoffice zu arbeiten, wurde aber ein wenig zum Einsiedler, da er nur zu Hause war. Nun hat die Anwesenheit von Cookie dazu geführt, dass die Familie mehr Freunde in der Nachbarschaft gefunden hat.

„Durch die Verbindung mit Cookie hat sich unsere Welt geöffnet.“, sagte die Frau des Mannes.

Der Mann sagt, dass er ein Gefühl der Sicherheit verspürt, da er sich mit anderen Hundebesitzern unterhalten kann, während er immer noch eine soziale Distanzierung praktiziert.

Die Familie wollte sich schon früher einen Hund anschaffen, aber erst als sie aufgrund der Pandemie mehr Zeit zu Hause verbrachten, hatten sie das Gefühl, dass sie sich um die Bedürfnisse eines Welpen kümmern könnten.

Katzen sind als Haustiere besonders beliebt

Eine von der Japan Pet Food Association durchgeführte Umfrage aus dem Jahr 2020 ergab einen Anstieg der Hunde- und Katzenbesitzer um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Oktober gab es in Japan schätzungsweise 8,49 Millionen Hunde und 9,64 Millionen Katzen, die als Haustiere gehalten wurden.

Obwohl die Haustierhaltung zunahm, sank die Zahl der Hunde, während die Zahl der Katzen im Vergleich zu 2019 gleich blieb. Diesen Trend führt der in Tokyo ansässige Verband auf die Alterung der japanischen Bevölkerung zurück, da Katzen pflegeleichter sind als Hunde.

Laut der Anicom Holdings Inc. die Krankenversicherungen für Haustiere anbietet, gab es zwischen April und September letzten Jahres einen Anstieg der Neuverträge um 33,2 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019. Der Zeitraum schließt die Zeit ein, in der das Land wegen der Pandemie von Anfang April bis Ende Mai unter einem landesweiten Ausnahmezustand stand.

„Ich denke, als die Interaktionen zwischen Menschen eingeschränkt wurden, wurden Haustiere zu etwas, an das sich Menschen, die sich nach Wärme sehnten, wenden konnten, um ihre Einsamkeit zu lindern.“, sagte ein Sprecher von Anicom Holdings.

Was passiert mit den Tieren, wenn die Pandemie vorbei ist?

Cookie’s Familie sagt, dass sie die Verpflichtung verstehen, die der Besitz eines Haustieres erfordert, aber Rencontrer Mignon, eine Gruppe, die sich um ausgesetzte Haustiere kümmert und neue Besitzer für sie findet, macht sich Sorgen, was aus vielen kürzlich erworbenen Haustieren wird, wenn die Pandemie endet.

„Ich bin besorgt, dass diese Tiere in fünf oder zehn Jahren ausgesetzt werden könnten, wenn die Zuneigung zu ihnen nachlässt.“, so Ryoko Tomomori Mitglied der Gruppe.

Rencontrer Mignon hat seit Beginn der Coronavirus-Pandemie vermehrt Anfragen zum Erwerb von Hunden und Katzen erhalten, lehnt aber viele Anfragen ab, wenn sie das Gefühl haben, dass es ihnen an Engagement mangelt.

„In manchen Fällen können Hunde oder Katzen bis zu 20 Jahre alt werden – ein Rezept für eine Katastrophe.“, so Tomomori. „Wenn die Tierhalter nicht voll und ganz darauf vorbereitet sind, sich um sie zu kümmern wenn sie alt werden.“

„Sie erfordern das gleiche Maß an Bereitschaft und Jahren und wirtschaftlicher Belastung, das jemand aufbringen muss, wenn man ein Kind aufzieht, um die High School abzuschließen oder wenn man ein Haus mit einer Hypothek kauft. Selbst wenn die Leute denken, dass Haustiere niedlich sind, hoffe ich, dass sie sich die Zeit nehmen, in Ruhe darüber nachzudenken, ob sie wirklich ein Haustier bis zum Ende seines Lebens halten können.“, so Tomomori.

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