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Zahlen sind unwahrscheinlich

Zahl der Obdachlosen sinkt in Japan auf angebliches Rekordtief

Japan gilt allgemein als ein Land mit nur sehr wenig Obdachlosen. Das liegt aber meistens daran, dass sie nicht offen auf der Straße zu sehen sind. Die Meldung, dass es nun ein neues Rekordtief gibt, ist deswegen mit Vorsicht zu genießen.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales teilte am Mittwoch mit, dass es im Januar nur 3.824 Obdachlose gab. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 4,2 Prozent. Gleichzeitig ist es der niedrigste Wert seit dem Aufzeichnungsbeginn 2003.

Überwiegend leben Männer auf der Straße

Nach Geschlechtern aufgeteilt waren es 3.510 Personen Männer, 197 Frauen und 117 Menschen wurden nicht genauer identifiziert. Den höchsten Anteil an Obdachlosen besitzt Osaka mit 990 Personen. Dahinter folgen Tokyo mit 862 und Kanagawa mit 687.

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Allgemein befand sich die Mehrheit der Betroffenen mit 80 Prozent in den 23 Bezirken von Tokyo und den offiziell ausgewiesenen Großstädten im Land. Laut dem Ministerium spiegeln die aktuellen Zahlen die Bemühungen der lokalen Regierung zur Unterstützung von finanziell angeschlagenen Menschen wieder.

Die Regierungszahlen sind jedoch mit sehr großer Vorsicht zu betrachten. Die Zahlen kommen nämlich nicht über offizielle Daten zusammen. Stattdessen zählen Regierungsbeamte analog zu Fuß die Menschen in Parks und den Straßen.

Zahl der Obdachlosen ist vermutlich viel höher

Viele Obdachlose werden deswegen übersehen oder sie verstecken sich vor den Beamten. Dazu kommt, dass eine große Zahl an Wohnungslosen in Internet Cafés lebt, die bei der Statistik nur wenig Beobachtung finden. Aus dem Grund ist mit einer viel höheren Zahl zu rechnen. Ebenfalls geben Menschen, die Kontakt zu Obdachlosen haben, an, dass sich die Lage seit der Pandemie nicht verbessert, sondern verschlechtert hat.

Besonders weil Internet Cafés und andere 24-Stunden-Einrichtungen Anfang letzten Jahres schließen mussten, landeten viele Menschen auf der Straße. Hinzu kommt, dass besonders junge Menschen und Frauen aufgrund von häuslicher Gewalt, die durch die Pandemie zugenommen hat, ihr Zuhause verlassen haben.

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