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Besonders großer Anstieg bei Frauen und Kinder

Zahl der Selbstmorde in Japan im Juli bis Oktober um 16 Prozent angestiegen

Laut einer aktuellen Studie ist die Zahl der Selbstmorde zwischen Juli und Oktober, in der zweiten Infektionswelle der Pandemie, in Japan sprunghaft angestiegen.

Laut der Studie stieg die Selbstmordrate in der Zeit um 16 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Im Februar bis Juni wurden 14 Prozent weniger Selbstmorde in Japan verzeichnet.

Selbstmorde bei Kindern und Frauen deutlich gestiegen

„Im Gegensatz zu normalen wirtschaftlichen Umständen betrifft diese Pandemie überproportional die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Frauen, insbesondere Hausfrauen“, schrieben die Autoren in der Studie, die am Freitag in der Zeitschrift Nature Human Behaviour veröffentlicht wurde.

Mehr zum Thema:  Pandemie verantwortlich für den Anstieg der Selbstmorde in Japan

Der Rückgang der Selbstmorde, der zwischen Februar und Juni verzeichnet wurde, wurde durch Faktoren wie staatliche Subventionen, reduzierte Arbeitszeiten und Schulschließungen beeinflusst, so die Studie.

Im Juni stiegt die Selbstmordrate allerdings schnell an, als die Pandemie Branchen traf, in denen Frauen vorherrschen und die Belastung für berufstätige Mütter erhöhte, während häusliche Gewalt zunahm. Bei Frauen stieg die Rate um 37 Prozent, etwa fünfmal so hoch, wie bei Männern, so der Bericht.

Die Studie, die auf Daten des Gesundheitsministeriums von November 2016 bis Oktober letzten Jahres basiert, fand heraus, dass die Selbstmordrate bei Kindern in der zweiten Welle um 49 Prozent anstieg, was der Zeit nach der landesweiten Schulschließung entspricht.

Premierminister Yoshihide Suga verhängte diesen Monat den Ausnahmezustand für Tokyo und drei umliegende Präfekturen, um das Virus einzudämmen. Letzte Woche weitete er ihn auf sieben weitere Präfekturen aus, darunter Osaka und Kyoto.

Selbstmord wegen Jobverlust

Taro Kono, Minister für Verwaltungs- und Regulierungsreform, sagte am Donnerstag, dass die Regierung zwar eine Verlängerung des Ausnahmezustands in Erwägung ziehen würde, dass dieser aber die Wirtschaft nicht in Mitleidenschaft ziehen soll.

„Die Leute machen sich Sorgen wegen COVID-19. Aber viele Menschen haben auch Selbstmord begangen, weil sie ihre Arbeit verloren haben, sie haben ihr Einkommen verloren und konnten keine Hoffnung sehen“, so der Minister. „Wir müssen ein Gleichgewicht zwischen dem Umgang mit COVID-19 und dem Umgang mit der Wirtschaft finden.“

Anmerkung der Redaktion:

Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

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