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Krankenhaus kämpft für die Anerkennung der Babyklappe

Zum 15. Jahrestag der ersten Babyklappe in Japan erinnert man an die Wichtigkeit des Projektes

Zum 15. Jahrestag der Einführung der ersten Babyklappe in Japan hat das Jikei-Krankenhaus in der Präfektur Kumamoto noch einmal die Bedeutung dieses Systems unterstrichen, das es Eltern, die ihr Kind nicht selbst aufziehen können, ermöglicht, ihr Baby anonym in die sichere Obhut eines Krankenhauses zu geben.

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2007 war die Babyklappe am Jikei-Krankenhaus offiziell in Betrieb genommen worden. Bis heute ist sie die einzige ihrer Art im ganzen Land. Auf einer Pressekonferenz am 15. Mai erklärte Takeshi Hasuda, der Direktor des Jikei-Krankenhauses, dass die Luke entwickelt worden sei, um „zur Sicherheit, Gesundheit und zum Wohlbefinden von Babys beizutragen“.

Konotori no Yurikago – Die Storchenwiege

159 Neugeborene wurden bis Ende März 2021 über die Babyklappe in die Obhut des Krankenhauses gegeben. Aufseiten der Einrichtung ist man fest davon überzeugt, dass die Babyklappe in jedem Fall auch weiterhin gebraucht werden wird.

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Hasuda kommentierte diesbezüglich: „Es ist ein ungewöhnliches und unrealistisches Ereignis, dass ein Elternteil sein Kind anonym in die Obhut anderer gibt. Ich hoffe, dass die Menschen verstehen werden, warum das so passiert und warum die Konotori no Yurikago notwendig ist.“

Nicht alle sind für das System der Storchenwiege

Kritische Stimmen, die sich gegen den Einsatz einer Babyklappe aussprechen, behaupten, dass sie das Recht der Kinder auf Kenntnis ihrer Herkunft untergraben würde.

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Krankenhausdirektor Hasuda hält dagegen und argumentiert: „Das Leben einer Person ist wichtiger als ihre Herkunft. In Japan gibt es etwa 20 Fälle von Aussetzung oder Mord an Babys pro Jahr und wir wollen die Zahl solcher Fälle sogar um einen reduzieren.“

Erfahrung bestätigt: Keine Mutter gibt ihr Kind hier ‚einfach so‘ ab

Hasudas Frau Makoto ist die Leiterin der Neugeborenenberatung des Krankenhauses. Sie spricht mit den Frauen, die ihr Kind zur Babyklappe brachten oder eine vertrauliche Geburt durchführen möchten, für deren Einführung sich das Jikei-Krankenhaus ebenfalls schon seit vielen Jahren eingesetzt hat.

„Keiner von ihnen kam ohne gründliche Überlegung zu uns. Die Mütter sind hier, weil sie das Leben ihrer Kinder retten wollen.“

Des Weiteren fügte sie noch hinzu: „Seit der Einrichtung der Babyluke haben einige sie als ‚leichten Ort, um Kinder zurückzulassen‘ bezeichnet, aber ich möchte, dass sie sich daran erinnern, dass diejenigen, die durch diese Worte am meisten verletzt werden, die Kinder sind, die in der Klappe zurückgelassen werden.“

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