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Spenden ausländischer Praktikantengruppen wecken Korruptionsverdacht in Japan

Besonders viele Politiker der LDP erhielten Spenden

65 Gruppen, die ausländische Praktikanten an japanische Unternehmen vermitteln, spendeten über einen Zeitraum von drei Jahren 31 Millionen Yen an insgesamt 68 Politiker. Damit steht die Befürchtung im Raum, dass es in einem kritisch gesehenen Programm zur Korruption gekommen ist.

Die Spenden sind bei einer Untersuchung des japanischen Justizministeriums, die Ende November bei 3.212 Gruppen durchgeführt wurde, aufgefallen.

Spenden sollten Verwaltungsabläufe beschleunigen

Laut der Spender hatten diese Zahlungen den Sinn, schnell Informationen über Änderungen im System für Praktikanten zu erhalten oder die Verwaltungsabläufe zu beschleunigen.

Das Praktikantenprogramm steht bereits in der Kritik, da immer mehr Fälle bekannt werden, bei denen Praktikanten von japanischen Unternehmen ausgenutzt wurden. Oft müssen Praktikanten zu lange arbeiten oder werden schlecht bezahlt.

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Eine Firma, die ausländische Praktikanten in Hiroshima betreut, spendete zwischen 2016 und 2018 860.000 Yen an die ortsansässige Liberaldemokratische Partei.

„Die Spenden sind von großer Bedeutung, um umgehend genaue Informationen zu erhalten“, sagte ein Mitarbeiter der Firma.

Spenden gingen häufig an Politiker der LDP

Der Leiter der Firma in Hokkaido gab an, dass er 10.000 Yen an die LDP-Zweigstelle, unmittelbar vor den Wahlen zum Unterhaus im Jahr 2017 überwiesen hat. Es war seine erste Spende.

Seine Firma nimmt technische Praktikanten aus China und Vietnam auf, um den gravierenden Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft und Milchviehhaltung anzugehen. Die Praktikanten dürfen bis zu fünf Jahre in Japan arbeiten.

Rund 93 Prozent der Spendenempfänger waren laut einer Umfrage Politiker der LDP und deren Koalitionspartner Komeito.

Skandal kostete bereits einem Politiker das Amt

Hiroshi Ueno, ein Mitglied des LDP-Unterhauses, trat als stellvertretender parlamentarischer Gesundheitsminister zurück, nachdem im August 2019 ein Skandal öffentlich wurde. Berichten zufolge bat er eine Personaldienstleistungsfirma um Zahlungen für seine Bemühungen, vom Justizministerium die Ausstellung von Visa-Status-Zertifikaten für ausländische Arbeitnehmer zu fordern.

Das technische Praktikumsprogramm begann 1993 und deckt nun mehr Branchen ab, in denen Auszubildende arbeiten können. Das Programm wurde ständig überarbeitet, um die vielen Probleme, einschließlich des Missbrauchs zu lösen.

MA

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