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Transporter mit Beatmungsmaschinen retten Leben

Spezielle Fahrzeuge sollen in Japan das Leben von schwer erkrankten Coronapatienten retten

Nach wie vor erkranken täglich Menschen in Japan an Covid-19. Krankenhäuser haben mit zahlreichen schweren Patienten zu kämpfen und sind teilweise komplett überlastet. Aus diesem Grund ist es eine regelrechte Herausforderung Infizierte in eine geeignete medizinische Einrichtung zu bringen. Spezielle Fahrzeuge sollen nun dabei helfen die Patienten schnell und sicher zu den lebensrettenden Maschinen zu bringen.

ECMOnet heißt die Gruppe aus Ärzten und anderem medizinischen Personal, die sich um den Transport und die Einweisung von Patienten mit schweren Symptomen kümmert. Einer der Gründer ist Takayuki Ogura, der selbst oft verzweifelt nach einem Krankenhaus mit der richtigen Ausrüstung suchen musste, das einen Infizierten aufnimmt.

Transport von Coronapatienten ist eine Herausforderung

Ogura ist der Leiter der Notaufnahme des Saiseikai Utsunomiya Hospital und muss entscheiden, wer transportiert werden soll. Vorrang haben dabei die Menschen, die am wahrscheinlichsten überleben. Für Personen mit schweren Symptomen ist die letzte Rettung meistens nur noch eine ECMO-Lungenbypass-Maschine.

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Von denen gibt es in ganz Japan 1.400 Stück, weil nur bestimmte Einrichtungen mit geschultem Personal sie verwenden dürfen. Es ist also ein Rennen gegen die Zeit und Ärzte schaffen es kaum eins der Geräte zu finden. Ein Weitertransport scheint dazu nicht möglich zu sein, da die Patienten eine besondere Versorgung benötigen, im technischen sowie personellen Sinn.

ECMOnet kam deswegen auf die Idee Fahrzeuge mit ECMOs auszurüsten und so Patienten in andere Regionen mit vorhandenen Geräten zu bringen. Während Tokyo auf 200 Geräte kommt, gibt es in den Präfekturen Tokushima und Fukui gerade mal zehn oder weniger. Dazu können Infizierte aus den medizinischen Einrichtungen wählen und haben mehr Freiheiten.

Ein Fahrzeug kann schon einen Unterschied machen

Zusätzlich lassen sich das Personal und die Betten durch den Transfer von schwer erkrankten Patienten besser handhaben. Die Fahrzeuge selbst sind ein wenig größer als die herkömmlichen Einsatzfahrzeuge und haben eine große Batterie für eine ausreichende Stromversorgung. Schon im Februar konnte die Gruppe mit dem neuen Fahrzeug einen Patienten von Tokyo in das 350 Kilometer entfernte Nagoya bringen.

Präsident Osamu Nishida von der Japanese Society of Intensive Care Medicine (JSICM) sieht in den Fahrzeugen ein großes Potenzial. Ein Fahrzeug pro Gebiet könnte schon ausreichen, um die medizinischen Einrichtungen zu entlasten. Für Nishida sei es jedenfalls aktuell der schnellste und beste Weg, um die Intensivstationen vor Überlastungen zu schützen.

Hohe Überlebenschancen mit Geräten

Daher forderte die Japan Medical Association schon im Mai die Zentralregierung auf die Fahrzeuge im ganzen Land einzusetzen. Die Verteilung der Geräte ist sehr unterschiedlich und ein Transfer von Patienten ist deswegen teilweise unausweichlich. Bisher sind 20 Fahrzeuge für ganz Japan geplant. Da es auch zu wenig Ärzte gibt, die ECMOs bedienen dürfen, führt ECMOnet dazu landesweite Schulungen durch.

Die Mühen zahlen sich jedoch aus. Patienten mit den Geräten haben eine Überlebenschance von 70 Prozent, was deutlich mehr als in anderen Ländern ist. Gleichzeitig könnte Japan mit den Fahrzeugen in der Zukunft deutlich besser gegen Infektionswellen gewappnet sein und auch kleineren Regionen mehr Unterstützung zukommen lassen.

TAS

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