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Spionin tarnt sich als Geigenschülerin, um Musikschule wegen Urheberrechtsgebühren auszuspionieren

Als Zeugin soll die Spionin nun bei einer Klage aussagen

Wenn es um viel Geld geht, sind Unternehmen meistens ziemlich pfiffig und lassen sich so einiges einfallen. Ein Fall in Japan sorgte allerdings nun für Aufsehen und vor allem Verwirrung. Eine Spionin von Japans größter Musikurheberorganisation spionierte eine Musikschule aus und soll nun bei einer Klage zu Musikgebühren aussagen.

Als angebliche Hausfrau nahm die Unbekannte zwei Jahre lang Geigenunterricht. Mai 2017 besuchte sie erstmals die Yamaha-Musikschule im Stadtteil Ginza von Tokyo und schrieb sich dort später ein. Bis Februar 2019 erhielt sie mehrere Lektionen pro Monat im Kurs für erfahrene Geiger. Sie nahm sogar an Events teil, um zu zeigen, was sie in dem Kurs gelernt hatte. Ihren Beruf gab sie dabei nachweislich in der Anmeldung die ganze Zeit als Hausfrau an.

Doch das war sie definitiv nicht, denn sie arbeite die ganze Zeit für die Japanese Society for Rights of Authors, Composers and Publishers (JASRAC). Die macht sich aktuell ziemlich unbeliebt, da sie Musikgebühren von wirklich jedem sammelt, die nur ansatzweise Musik nutzen. Karaokebars, Tanzstudios und andere Geschäfte, die irgendwie Musik verwenden, müssen mit Rechnungen von der Gesellschaft rechnen.

Spionin als offizielle Zeugin

Selbst vor Musikschulen macht die JASRAC nicht halt. Aktuell läuft eine Klage, die prüfen soll, ob das Spielen von Musik als öffentliche Darbietung gilt. Sollte das Gericht dafür entscheiden, dann drohen nun selbst Musikschulen Urheberrechtsgebühren für sämtliche Musik. Im Moment ist noch nichts entschieden, doch die Spionin von JASRAC könnte das nun ändern. Sie sagte nämlich bei dem Fall am Mittwoch aus. Es ist dabei nicht das erste Mal, dass der Verband Spione nutzt, um Gebühren zu erhalten.

Wie JASRAC schon vorab erklärte, läuft es in den meisten Musikschulen gleich ab. Der Lehrer spielt zur Demonstration ein Lied als Lektion vor. Der Schüler lernt es anschließend und versucht es nachzuspielen. Ein Beispielfall von JASRAC ist das Spielen eines Liedes aus dem Film die Schöne und das Biest, für den sie das Urheberrecht besitzen.

Wer Musik spielt, macht sie der Öffentlichkeit zugänglich

Die Spionin sieht nach ersten Aussagen jedoch die Sache für die Musikschulen keinesfalls positiv. Der Klang sei laut ihr wie in einem Konzertsaal und Schüler hörten bei den Demonstrationen immer sehr aufmerksam zu. Aussagen, die sie bei der Verhandlung ebenfalls machte. Für JASRAC sei es deswegen die kommerzielle Nutzung der Musik durch die Lehrer und Schüler. Musikschulen, die deswegen so etwas durchführen, sollen aus dem Grund die Gebühren bezahlen.

Die Musikschulen lassen sich das jedoch nicht gefallen und sind die Träger der Klage. Insgesamt sagten ebenfalls vier Zeugen von verschiedenen Musikschulen bei dem Fall aus. Lehrer und Schüler spielen schließlich Musik, um zu lehren und zu lernen. Ein Klavierlehrer, der eigene Stücke komponierte, ist für ihn als Zeuge die Klage unverständlich. Er würde nie auf die Idee kommen, Urheberrechtsgebühren für das Spielen in einer Lektion zu verlangen, obwohl es seine Musik ist.

Schulen versuchen sich verzweifelt mit einer Klage zu wehren

Trotzdem sehen die Chancen für die Schulen nicht gut aus. Nach dem 22. Artikel des Urheberrechtsgesetzes dürfen nur Komponist und der Autor von Texten eines Liedes sie öffentlichen Spielen und so anderen zugänglich machen. Aus dem Grund kündigte JASRAC schon Februar 2017 an, dass sie von allen Schulen eine Gebühr von 2,5 Prozent der Unterrichtsgebühren verlangen. Bei Karaokobars und Tanzkursen gewannen sie bereits die Forderungen.

Daraufhin reichten um die 250 Musikschulen, darunter Yamaha, im Juni 2017 eine Klage in Tokyo ein. Sie sehen den Anspruch in keiner Form berechtigt und stellen sich gegen die Gebühren. JASRAC gibt selbst zu, dass das Recht auf Leistung nicht konkret ist, sie nutzen das jedoch zu ihrem Vorteil und geben an, dass es deswegen harte Maßnahmen gegen Verstöße geben soll. Ebenfalls begründen sie ihre Spione in Einrichtungen. Für sie sind die Untersuchungen von innen notwendig, um die wirkliche Situation zu erfassen und ihr Urteil zu untermauern. Bis jetzt sieht das Gericht in dem Vorgehen kein Problem und der Verband musste deswegen noch nie mit einer Strafe rechnen.

Quelle: TAS

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2 Kommentare

  1. Hoffen wir mal das es niemand von der GEMA hier ließ…

    Ich drücke den Musikschulen die Daumen, das sie die Gegenklagen Gewinnen.

  2. Hört sich wie aus’m Anime an. Da kriegt man doch gleich Ideen.

    Falls mal ein Anime erscheint, der eine ähnliche Story aufweist, dann wissen wir ja, woher die Inspiration stammt.

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