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Mangakünstler klagte

Spoiler-Webseite verstößt gegen japanisches Urheberrecht

Japan hat angekündigt, verschärft gegen Seiten vorzugehen, die illegal Manga online zum Lesen anbieten. Nun hat es jedoch auch eine Seite getroffen, die nur Ausschnitte aus Manga hochgeladen hat. Trotzdem soll es sich um eine Urheberrechtsverletzung handeln.

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Laut einem Bericht von NHK hat das Bezirksgericht von Tokyo am 26. März entschieden, dass eine sogenannte Spoiler-Seite gegen das Urheberrechtegesetz verstößt. Die Webseite veröffentlicht nur Ausschnitte aus Manga, die als besonders wichtig gelten und einem die Handlung deswegen verderben können, wenn sie vorab gesehen werden.

Mit Manga-Ausschnitten wird Profit gemacht

In dem Fall ging es direkt um den Manga „Kengan Omega“, der über die MangaOne App des Publisher Shogakukan lesbar ist. Von dem Manga wurden zwischen Januar 2019 und Mai 2020 Ausschnitte aus 63 Kapiteln ohne Erlaubnis auf der Spoiler-Seite veröffentlicht.

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Der Autor reichte deswegen über den Verlag Klage wegen Urheberrechtsverletzungen ein und erhielt nun vor Gericht recht. Der Vorsitzende Richter Shibata Yoshiaki sieht in den Bildern eindeutig eine Verletzung des Rechts auf Vervielfältigung und öffentlicher Übermittlung.

Das Problem ist dabei weniger die Verwendung von einzelnen Ausschnitten, sondern der Punkt, dass Personen durch sie hohe Werbeeinnahmen einnehmen können und somit von der Arbeit von anderen profitieren. Wie weit das bei der Seite aus dem aktuellen Prozess der Fall war, ist nicht bekannt.

Spoiler-Seiten werden immer mehr zum Problem

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Die Webseite wurde angewiesen, die Bilder sofort zu entfernen. Gleichzeitig wurde der Betreiber aufgefordert den Namen der Person zu nennen, die für die Veröffentlichungen der Ausschnitte verantwortlich ist.

Shogakukan freute sich über das Urteil und nannte es einen großen Erfolg. Die Redaktion erklärte, dass Spoiler-Seiten für sie ein ernsthaftes Problem geworden sind. Sie wollen deswegen gegen jede Form von Urheberrechtsverletzungen vorgehen, um die Rechte der Autoren zu schützen.

Tatsächlich nimmt die Zahl derartiger Seiten zu, weswegen Verlage versuchen gegen sie vorzugehen. Aber auch Piraten-Seiten sind weiterhin ein großes Problem, das zuletzt nur noch größer geworden ist. Die Zahlen sind deutlich gestiegen, trotz Maßnahmen. Grund dafür ist vermutlich die Pandemie, wegen der die Menschen sich zu Hause beschäftigen müssen und gleichzeitig finanzielle Schwierigkeiten haben.

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