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Neben der Kultur wird vor allem die Küche und das Bier gelobt

Ausländische Fans während Rugby-WM von Japan begeistert

Die Rugby-Weltmeisterschaft hat Japan fest im Griff. Auch viele ausländische Fans sind gekommen und ihre Interessen gehen dabei auch über die reinen Spiele hinaus. Sie wollen Japan und seine Sehenswürdigkeiten erkunden.

Die Organisatoren der Rugby-Weltmeisterschaft schätzen, dass insgesamt etwa 400.000 ausländische Fans zur Weltmeisterschaft gekommen sind. Sie genießen die Gastfreundschaft der Japaner, die Biere und die lokale Küche. Aber auch der japanische Einzelhandel und die Tourismusbranche profitieren von den zahlreichen ausländischen Besuchern.

Amerikaner von japanischem Essen begeistert

Ein Beispiel dafür sind Jon Moore und seine Frau Cindy. Sie sind für zwei Wochen nach Japan gekommen, um die Spiele von Wales gegen Georgien, Frankreich, die USA, Südafrika und Italien anzusehen. Dazu müssen sie quer durch Japan reisen, denn die Spiele verteilen sich über die Präfekturen Aichi, Fukuoka und Shizuoka.

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Die Moores stammen aus Springfield in Missouri und waren zuvor noch nie in Japan. Sie sind von dem Land und seinen Bewohnern überwältigt. „Alle waren fantastisch. Sie verstehen nicht einmal Englisch und haben uns so viel geholfen wie sie konnten. Und alles ist so sauber und schön. Also möchten wir, dass das Land es weiß, wir sind sehr stolz auf euch Jungs und dass ihr gut abgeschnitten habt“, sagte Cindy vor dem Spiel Frankreich gegen die USA in Fukuoka.

Vor allem das Essen hat sie sehr begeistert. „Die Nudeln waren fantastisch und die Tempura, die Garnelen und das Gemüse, das alles liebe ich einfach“, sagte sie. Das Paar hielt auch in Kanazawa an der Küste des Japanischen Meeres an, das für seine jahrhundertealten Samurai-Residenzen und seinen berühmten Garten bekannt ist.

Japanisches Bier besser als das amerikanische

Die Moores sind große Rugby-Fans und haben bereits an den Turnieren in Wales, England, Frankreich und Neuseeland teilgenommen. Ebenso wollen sie auch 2023 nach Frankreich zur nächsten WM reisen. Bei dieser Weltmeisterschaft feiern sie ihren Hochzeitstag mit dem Besuch der Spiele.

„Rugby ist ein Teil unseres Lebens. Rugby ist international, das Spiel wird auf der ganzen Welt gleich gespielt, und deshalb haben wir Freunde auf der ganzen Welt“, sagte Jon.

Jon, der auch ein großer Bier-Fan ist, ist vor allem von dem Bier in Japan begeistert. „Das japanische Bier hier ist viel besser als das amerikanische Bier. Wir werden diese Sorten auch in den USA in unseren Schnapsläden suchen.“

Auch andere Fans sind von Japan begeistert und begeistern Japan gleichermaßen. Auch hier steht Bier hoch im Kurs. Seit dem Beginn des Turniers vor drei Wochen am 20. September wurden Rugby-Fans gesehen, die vor und nach den Spielen in japanischen Izakaya-Restaurants tranken und in Supermärkten und Convenience Stores Dosenbier in großen Mengen kauften.

In den Stadien standen die Fans an den Bierständen Schlange oder kauften es bei „Uriko“, dem japanischen Wort für Bierverkäufer, die mit Fässern auf dem Rücken auf und ab gehen.

Ausländische Rugby-Fans kaufen viel mehr Bier

„Normalerweise verkaufe ich bei Baseballspielen 150 Becher Bier. Bei diesem Rugby-Spiel habe ich 250 Becher Bier verkauft“, sagte ein 19-jähriger Uriko am 22. September im Sapporo Dome bei dem Spiel zwischen England und Tonga. Insgesamt gibt es an den verschiedenen Turnierorten 1.650 Bier-Verkäufer.

Der Bierkonsum der ausländischen Rugby-Fans verblüfft die Japaner dabei sehr. „Ich hatte gehört, dass ausländische Rugby-Fans viel Bier trinken, aber ich bin erstaunt, wie viel sie tatsächlich trinken“, sagte ein Sprecher des japanischen Getränkeherstellers Kirin Brewery Co., der Produkte für den offiziellen RWC-Biersponsor Heineken in Japan verarbeitet. „Es ist auch interessant, wie sie mehrere 500-Milliliter-Dosen auf einmal kaufen, während ein durchschnittlicher Japaner mit einer 350-ml-Dose beginnen würde“, sagte er.

Ausländische Fans auch von Japans Kultur begeistert

Estelle Dupin, eine 40-jährige Krankenschwester aus Frankreich, ist mit ihrer Familie noch länger in Japan. Sie, ihr Mann, ihr Schwager und ihre Schwägerin bleiben für einen Monat, bis zum 15. Oktober. Dabei sehen sie sich 4 Spiele an. Zwischen den Spielen erkunden sie derweil Japan. Sie sind bereits nach Osaka, Kobe und Kyoto gereist und haben den Tempel auf dem Berg Koya  besichtigt. Auch nach Hiroshima, Fukuoka und Kumamoto führte sie ihr Weg.

Dupin war begeistert und bewegt von Japan. „Das Hiroshima Peace Memorial Museum war außergewöhnlich. Es war sehr traurig, aber extrem wichtig“, sagte Dupin.“Die Menschen in Japan sind sehr gastfreundlich. Sehr, sehr, sehr, sehr hilfreich“, sagte sie. „Die Japaner sind normalerweise sehr ruhig und lassen sich nicht aufregen. Aber die Leute (bei den Spielen) sind sehr aufgeregt und glücklich, uns zu sehen.“

Japan als sehr gastfreundlich wahrgenommen

In Kumamoto sagte Laure Maysonnave aus Pau im Südwesten Frankreichs, dass sie für zwei Wochen mit ihrer Schwester, ihrem Bruder und ihren Eltern nach Japan kam. Die fünf, die in Kumamoto waren, um Frankreich beim Spiel gegen Tonga zuzusehen, wollten auch Kyoto und Hiroshima besuchen, bevor sie nach Tokyo und Yokohama reisten.

Maysonnave sagte, dass die Familie es genossen habe, verschiedene Arten der japanischen Küche zu probieren, aber besonders von der Gastfreundschaft beeindruckt war, die sie von den gewöhnlichen Menschen erhalten hatte. „Wir lieben Japan, es ist wunderbar“, sagte sie. „Die Japaner sind so süß. Jeder, den wir getroffen haben, war so nett und hilfsbereit. Wir haben auch bemerkt, dass Japaner immer pünktlich zu sein scheinen!“

Einige ausländische Fans nahmen sich die Zeit, sich über das japanische Rugby und seine Wurzeln zu informieren. In einer Fanzone in Kobe wurden sie mit dem Platz der westjapanischen Stadt im Sport vertraut gemacht, indem sie eine Ausstellung über den späten Seiji Hirao, im Land bekannt als „Mr. Rugby“, besuchten.

Der 50-jährige Toby Shannan und der 51-jährige Sean Kennedy aus Perth in Kanada sind für acht Tage nach Japan gereist, um sechs Spiele zu sehen. „Es ist interessant, wie charismatisch und gut aussehend und was für ein Anführer (Hirao) war, er muss interessant gewesen sein“, sagte Shannan.

Das sei auch der besondere Geist des Rugby, so Shannan. „Ich war schon einmal bei einer Weltmeisterschaft und sie sind fantastisch. Du hast Leute aus der ganzen Welt und großartige Sportlichkeit – es ist wie eine große Party“, sagte er.

Wirtschaftlicher Erfolg durch ausländische Rugby-Fans

Die Rugby-Weltmeisterschaft und die ausländischen Besucher sorgen auch für wirtschaftlichen Erfolg. Durch den Verkauf von Tickets, Speisen und Waren rund um Rugby werden Einnahmen in Höhe von 437,2 Milliarden Yen (3,6 Milliarden Euro) erwartet.

Auch im Megastore schlagen viele ausländische Fans zu. Dort kann man Souvenirs, Fanartikel und Trikots kaufen und viele ausländische Fans wurden beim Binge-Buying beobachtet. Ein Verkäufer im Geschäft in Shinjuku in Tokyo sagte, dass ausländische Touristen oft Zehntausende von Yen bezahlen, um bei einem Besuch Artikel zu kaufen.

Die WM erstreckt sich insgesamt über 12 Orte in ganz Japan und geht noch bis zum 2. November, wenn das Finale steigt.

kyodo

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