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Zweiter Asiate überhaupt

Hideki Matsuyama gewinnt als erster japanischer Golfer Major-Turnier

Sensation beim Golf in den USA: Hideki Matsuyama hat am Sonntag das Masters im Augusta National Golf Club gewonnen und ist damit der erste japanische Spieler, der ein Major-Turnier bei den Herren gewonnen hat.

Matsuyama gewann das Turnier mit einem Schlag Vorsprung vor dem amerikanischen Rookie Will Zalatoris. Er erzielte vier Birdies und fünf Bogies und erreichte einen Finalrunden-Score von 73 und 10 unter Par.

Enges Rennen bis zum Schluss

Er begann die Finalrunde mit 11 unter Par und einem Vorsprung von vier Schlägen vor vier Golfern – dem Engländer Justin Rose, dem Australier Marc Leishman und den Amerikanern Xander Schauffele und Zalatoris.

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In der Finalrunde erlaubte sich Matsuyama einige Ausrutscher und erlebte eine entschlossene Herausforderung durch Schauffele, der mit 7 unter Par abschloss.

Der 27-jährige Schauffele spielte vier Birdies in Folge, doch Matsuyama behielt die Nerven und sicherte sich den Sieg.

„Ich fühlte mich von Beginn des Tages an und bis zum Ende nervös“, sagte Matsuyama. „Ich habe die ganze Zeit an (meine Familie) gedacht. Ich bin wirklich froh, dass ich in der Lage war, für sie gut zu spielen.“

Sieg wurde nicht erwartet

Matsuyama erholte sich von einem Bogey am Eröffnungsloch mit Birdies am zweiten, achten und neunten Loch. Auf den Back Nine baute er seine Führung auf sechs Schläge aus, konnte die Herausforderung aber noch nicht abwenden.

Nach Schauffeles viertem Birdie in Folge betrug die Führung nur noch zwei Schläge bei noch drei zu spielenden Löchern, aber der Amerikaner verspielte seine Chance am 16. Loch.

„Bis letzte Woche war ich noch nicht einmal in den Top 10 (auf der Tour) oder habe um einen Titel in diesem Jahr gekämpft. Ich hatte keine Erwartungen, aber im Training am Mittwoch begannen meine Schläge sich wieder gut anzufühlen und ich begann zu denken, dass ich eine Chance haben könnte“, sagte Matsuyama.

Pionir für weitere japanische Golfer

Der aus der Präfektur Ehime auf der Insel Shikoku stammende Spieler sagte, er hoffe, anderen japanischen Golfern den Weg zum Gewinn von Majors zu ebnen.

„Hoffentlich werde ich ein Pionier sein und viele andere Japaner werden folgen“, sagte er.

„Ich wäre wirklich glücklich, wenn mein Sieg hier die Kinder, die im Fernsehen zuschauen, dazu inspiriert, in fünf oder zehn Jahren diese Stufe zu erreichen und gegen mich anzutreten. Aus diesem Grund möchte ich weiter gewinnen.“

Der 24-jährige Zalatoris, der zwei Gruppen vor Matsuyama spielte, wollte der erste Spieler seit Fuzzy Zöller im Jahr 1979 werden, der das Masters bei seinem Debüt gewinnt.

Mit zwei Birdies auf den letzten vier Löchern spielte er eine 70er-Runde und verpasste ein Playoff mit Matsuyama um einen Schlag.

Gratulation von den Größen des Sports

Matsuyama wurde von vielen Seiten beglückwünscht, darunter auch von Tiger Woods, fünffacher Gewinner des grünen Jackets. In einem Twitter-Post würdigte Woods die Bedeutung des Ergebnisses sowohl für Matsuyamas Heimatland als auch für die Welt des Golfsports.

„Macht Japan stolz, Hideki. Herzlichen Glückwunsch zu einer solch großen Leistung für dich und dein Land. Dieser historische (Masters-)Sieg wird die gesamte Golfwelt beeinflussen“, twitterte Woods.

Der Vorsitzende der Japan Golf Tour, Isao Aoki, ein langjähriges Mitglied der PGA Tour, lobte Matsuyama für seine harte Arbeit und sagte, der Sieg sei ein wahr gewordener Traum für japanische Golffans.

„Jeder Golffan im Land hat lange auf diesen Moment gewartet. Es muss Blut, Schweiß und Tränen gekostet haben, um ein Masters-Champion zu werden. Ich hoffe, er wird mit so viel Herz, Geduld und Können weitermachen“, sagte Aoki.

Zweiter asiatischer Gewinner

Matsuyama ist nach dem Sieg des Südkoreaners Y.E. Yang bei der PGA Championship im Jahr 2009 der zweite Golfer aus einem asiatischen Land, der ein Major-Turnier bei den Herren gewinnen konnte.

Matsuyama, fünffacher Sieger auf der PGA Tour und achtfacher Gewinner auf der Japan Golf Tour, gab sein Masters-Debüt vor einem Jahrzehnt als Amateur. Nur wenige Wochen nachdem seine Universitätsstadt Sendai von der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe am 11. März getroffen wurde, beendete Matsuyama das Turnier als Amateur mit dem schlechtesten Ergebnis auf dem 27 Platz.

Zwei Frauen aus Japan haben Majors gewonnen – Hisako Higuchi bei der LPGA Championship 1977 und Hinako Shibuno bei den Women’s British Open 2019.

Matsuyamas Sieg vervollständigt eine vielversprechende zweiwöchige Periode für japanische Golfer in dem ikonischen Club, nachdem ihre Landsfrau Tsubasa Kajitani dort am 3. April die Augusta National Women’s Amateur Championship gewann.

Mit Blick auf die Zukunft möchte Matsuyama eine Goldmedaille für Japan auf heimischem Boden in diesem Sommer bei den Olympischen Spielen in Tokyo gewinnen, die wegen der Coronavirus-Pandemie um ein Jahr verschoben wurden.

„Wenn (die Olympischen Spiele) stattfinden, möchte ich Gold anstreben. Ich denke, meine heutige Erfahrung wird mir dabei helfen“, sagte er.

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