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Das fordert einer der bekanntesten amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler

IOC soll laut Wissenschaftler Hälfte der Mehrkosten durch Verschiebung der Olympischen Spiele tragen

Die Verschiebung der Olympischen Spiele von 2020 auf 2021 aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat Japan hart getroffen. Die Vorbereitungen für das größte Sportereignis der Welt waren schon weit fortgeschritten und auch schon viele Gelder bezahlt. Daher ist die Verschiebung nicht nur aus emotionaler, sondern auch aus finanzieller Sicht für Japan schwer zu verkraften.

Es wird damit gerechnet, dass die Verschiebung der Olympischen Spiele viel Geld kosten wird, von mehreren Milliarden Dollar war bereits die Rede. Eine Frage, die sich dabei stellt, ist, wer die Mehrkosten zahlen sollte. Soll der Großteil bei Tokyo bzw. Japan bleiben oder auch das Internationale Olympische Komitee mit in die Bresche springen?

IOC soll die Hälfte der Mehrkosten tragen

Eine klare Meinung dazu hat nun einer der bekanntesten US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler, der sich auf das Sportgeschäft konzentriert. Andrew Zimbalist, ein Wirtschaftsprofessor am Smith College in Massachusetts sagte, das Internationale Olympische Komitee solle die Hälfte der zusätzlichen Kosten für die Verschiebung der Spiele in Tokyo aufgrund der neuartigen Coronavirus-Pandemie übernehmen. Er begründet das dadurch, dass das IOC Organisator der Spiele sei.

Das IOC hat zwar zugestimmt, zusätzliche 650 Millionen Dollar für die verschobenen Spiele bereitzustellen, doch die zusätzlichen Kosten werden sich voraussichtlich auf mehrere hundert Milliarden Yen belaufen und das IOC und die örtlichen Organisatoren zwingen, die Spiele zu vereinfachen, um die finanziellen Auswirkungen zu mildern.

IOC als Partner in der Pflicht

„Das IOC sagt gerne, dass es ein Partner von Tokyo 2020 ist. Wenn die zusätzlichen Kosten also 3 Milliarden Dollar betragen, sollte das IOC meiner Meinung nach 1,5 Milliarden Dollar abdecken“, sagte Zimbalist, 72, kürzlich in einem E-Mail-Interview mit Kyodo News.

Das IOC und Japan hatten sich im März darauf geeinigt, die Spiele in Tokyo auf den Sommer des nächsten Jahres zu verschieben, da man sich wegen des Ausbruchs des Coronavirus Sorgen machte.

Vereinfachung der Kosten für Olympische Spiele schwierig

In einem seiner Bücher weist Zimbalist darauf hin, dass es nicht immer einen Zusammenhang zwischen der Austragung der Olympischen Spiele und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen oder dem Aufschwung des Tourismus gibt.

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„Tokyo 2020 hat nicht spezifiziert, was sie sich unter ‚vereinfachten Spielen‘ vorstellen. Es mag einige kleine Einsparungen durch die Reduzierung von Schnickschnack und Exzessen geben, aber diese Einsparungen werden im Vergleich zu den zusätzlichen Kosten für die Durchführung der Spiele im Jahr 2021 gering sein“, sagte er.

Ohne Impfstoff keine Olympischen Spiele

Zimbalist ist der Ansicht, dass es besser wäre, die Spiele abzusagen als sie in reduzierter Form im nächsten Jahr abzuhalten.

„Angesichts der Tatsache, dass die Ausgaben für Infrastruktur und Einrichtungen 20 Milliarden Dollar übersteigen, wäre es zum jetzigen Zeitpunkt das beste Szenario, wenn ein leicht verfügbarer, wirksamer Impfstoff zur Verfügung stünde und die Spiele im Jahr 2021 ohne Einschränkungen stattfinden könnten“, sagte er. „Wenn es keinen solchen Impfstoff gibt, dann wäre das beste Ergebnis die Absage der Spiele“.

Wirtschaftlicher Verlust bei Absage geringer

Obwohl Zimbalist der Ansicht ist, dass die verschobenen Olympischen Spiele „sehr geringe Auswirkungen“ auf die japanische Wirtschaft haben werden, sagte er, wenn die Spiele gestrichen würden, wäre der wirtschaftliche Verlust geringer, wenn die Entscheidung frühzeitig getroffen würde.

„Es gibt ein Sprichwort im Englischen, ’never let a good crisis go to waste‘. Das trifft hier sicherlich zu. Hoffentlich stellt das IOC fest, dass es auf gewisse Schnörkel verzichten und diese Lektion auf die Zukunft anwenden kann, aber ich würde keine signifikanten Einsparungen erwarten“, sagte er.

Die wichtigste Lektion sei, dass die künftigen Gastgeberstädte bei der Planung der Spiele die „Möglichkeit einer Pandemie“ erkennen müssen.

kyodo

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