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Testlauf mit Lockerung wird zum Flop

Japanische Baseballfans trauen sich trotz Lockerungen nicht in die Stadien

Seit einer Weile finden nun wieder in Japan Sportveranstaltungen statt, wenn auch mit strengen Auflagen. Während daran gearbeitet wird die Maßnahmen weiter zu verbessern, um mehr Zuschauer zu ermöglichen, trauen sich vor allem Baseballfans nicht wirklich in die Stadien.

Am 30. Oktober fand im Yokohama-Stadion ein Spiel zwischen den Yokohama DeNA BayStars und Hanshin Tigers statt, das für einen Testlauf genutzt wurde. Es sollten die Coronamaßnahmen bei einer erhöhten Zahl von Zuschauern getestet werden und wie wirksam sie sind.

Gewünschte Besucherzahl wird bei Weitem nicht erreicht

Es war der erste von insgesamt drei experimentellen Testläufen zu den Maßnahmen. Grund für die Studien ist das Stadion selbst. Es soll nämlich nächstes Jahr einer der geplanten Austragungsorte der Olympischen Spiele sein. Aus diesem Grund sollen die geplanten Auflagen vorab auf ihre Effektivität getestet werden.

Mehr zum Thema:  Japan testet Drohnen zum Desinfizieren von Stadien

Allerdings war nun bereits der erste Test ein absoluter Misserfolg. Von den 80 Prozent erwarteten Besuchern waren tatsächlich nur um die 50 Prozent oder 16.594 Personen da. Zurzeit haben Sportveranstaltungen in ganz Japan allgemein eine Zuschauergrenze von 50 Prozent der eigentlichen Maximalzahl. Nur für den Testlauf wurde die Reglung in dem Stadion kurzzeitig für die Baseballfans ausgesetzt. Aber auch die wenigen Personen zeigten, dass es noch einige Probleme gibt.

Als Teil der Maßnahmen sollten alle Besucher vorab sich die Corona-App Cocoa installieren, die Nutzer bei einem Kontakt mit Infizierten benachrichtigt. Ebenfalls mussten Zuschauer ihren Sitzplatz mit einer speziellen App registrieren, die ebenfalls Bescheid gibt, wenn eine infizierte Person in der Nähe saß.

Imbissstände bleiben weiterhin ein großes Problem

Die Baseballfans werden zusätzlich darum gebeten nicht auf ihren Plätzen zu jubeln und Masken zu tragen, um den Virus nicht über den Speichel zu verbreiten. Das verlief allerdings bei dem Testlauf auch nicht nach Plan. So brach eine Gruppe nach dem ersten Run von Hanshin in Jubel aus. Das Sicherheitspersonal hatte dabei Mühe die Menschen wieder zum Hinsetzen und Schweigen zu bewegen.

Dem anwesenden Professor Tetsuya Matsumoto, Experte für Infektionskrankheiten von der International University of Health and Welfare in Narita, fielen noch weitere Probleme auf. So kam es zur Schlangenbildung an den Imbissständen, bei denen viele Menschen lange auf engem Raum standen, wie er der Asahi Shimbun erklärte.

Eine App von Line sollte eigentlich dabei helfen, Besucher vor überfüllten Orten zu warnen und sie zu leeren Stellen umzuleiten. Die App machte jedoch Fehler und leere Orte stellten sich auch als bereits überfüllt heraus. Matsumoto erklärte dazu, dass die Schlange nur ein kleines Problem wäre, wenn nicht gesprochen wird, was bei Gruppen jedoch schwer ist.

Clusterinfektionen könnten unter Baseballfans Ängste schüren

Ebenfalls weist Matsumoto darauf hin, dass die Verkäufer an den Ständen regelmäßig ihre Handschuhe desinfizieren müssen, da sie ständig mit Kunden Geld austauschen. Gleichzeitig lobte er aber auch die Mitarbeiter, die Fans ohne Masken ermahnten und sie zum Tragen des Mundschutzes bewegten.

Allgemein spricht Matsumoto sich für vorsichtige Testläufe aus. Wenn es zu einer Clusterinfektion in den Stadien kommt, könnte es bei den Menschen den Eindruck erwecken, dass laschere Auflagen noch zu früh sind.

Von der Empfehlung scheinen die anderen jedoch nicht viel zu halten. Für die anderen beiden Testläufe an den Tagen danach gab man nämlich 90 Prozent und sogar 100 Prozent aller Sitzplätze frei. Wie sich das auf die Zuschauerzahlen auswirkte, ist dabei bisher noch nicht bekannt.

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