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HomeNachrichten aus JapanSport in JapanJapanische Shogi-Spielerin erleidet erste Niederlage auf dem Weg zur Profiliga

Zur Überwindung der Geschlechtergrenze im professionellen Shogi

Japanische Shogi-Spielerin erleidet erste Niederlage auf dem Weg zur Profiliga

Auf ihrem Weg, die Geschlechter-Grenze im Profiszene des Shogi zu durchbrechen, hat Kana Satomi am 18. August in Osaka die erste Runde verloren.

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Sie hat sich davon jedoch nicht beirren lassen und kommentiert die Aufmerksamkeit, die ihr die Öffentlichkeit aufgrund ihres mutigen Vorstoßes entgegenbringt, mit ihrer Freude darüber und dem festen Willen, sich auf die nächsten Runden noch besser vorzubereiten.

Shogi – das Spiel der Generäle

Seit der Edo-Periode, als bereits seit dem 16. Jahrhundert, wird Shogi in seiner heutigen Form gespielt. Wie beim Schach geht es in dem Spiel darum, den gegnerischen König zu besiegen. Es ist auch möglich, dass besiegte Figuren „die Seite wechseln“, wie es bei Söldnern in echten Konflikten vorkommt.

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Auch können Figuren „befördert“ werden, wenn sie den Spielbereich des Gegners erreichen. Dadurch steigern sie sich in Flexibilität und Stärke. Durch die Tatsache, dass besiegte Figuren im Shogi wieder auf dem Feld landen können, dauert das Spiel für gewöhnlich länger als das westliche Schach.

Da es sehr wichtig ist, eine gute Defensive zu besitzen, wird der Beginn des Spiels meist damit verbracht, sich „Burgen“ aufzubauen, die im weiteren Verlauf vom gegnerischen Spieler angegriffen werden. Gelingt damit ein Durchbruch, wird der König angegriffen. Wendungen durch Gegenangriffe sind während des Shogi-Spiels immer möglich.

Männerdominierte Kishi

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Zurück zum Japan der Moderne. Zwar ist es offiziell nicht verboten, dass Frauen der Kishi genannten Profiliga beitreten, jedoch ist es bis jetzt auch noch nicht vorgekommen. Unabhängig von ihrem Geschlecht können diejenigen, die in der professionellen Trainingsschule der Japan Shogi Assosiation Shoreikai ihre Ausbildung im Shogi abschließen, Kishi-Spieler werden.

Um zu bestehen, müssen die Spieler vor ihrem 21ten Lebensjahr Shodan (1. Dan) werden, und Träger des 4. Dan, bevor sie 26 sind. Bis jetzt hat noch keine Frau den Abschluss an dieser Schule gemacht.

Zwischen 2011 und 2018 war auch Satomi Schülerin der Shoreikai und stieg bis zum dritten Dan auf. Weil sie jedoch 26 wurde, musste sie die Schule verlassen. Jetzt will sie die professionelle Transferprüfung ableisten, um in den Rang der Besten aufgenommen zu werden.

Die 30-Jährige qualifizierte sich für die professionelle Transferprüfung, indem sie 10 von 14 Matches gewann und so auch die vorgeschriebene Gewinnquote von 65 Prozent erfüllen konnte.

Falls Satomi nun im laufenden Turnier vier Matches gewinnen kann, besteht sie die Prüfung und steigt zum vierten Dan im Shogi auf.

Am 22. September findet das nächste Match gegen einen Spieler des 4ten Dan statt.

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