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Home News Sport in Japan Japanischer Boxer wird wegen sichtbarer Tattoos beim Kampf bestraft

Tattoos sind gegen die Regeln

Japanischer Boxer wird wegen sichtbarer Tattoos beim Kampf bestraft

Bei Tattoos hat Japan immer noch eine sehr veraltete Einstellung. So wird tätowierten Menschen weiterhin in vielen Onsen und Bädern der Zutritt verweigert. Das hindert allerdings Menschen nicht daran, sich tätowieren zu lassen. Für einen Boxer hatte die Körperkunst nun Folgen.

Kazuto Ioka war Teil der Box-Kämpfe, die jährlich zum Neujahr stattfinden. Der Sportler musste dabei im Superfliegengewicht der World Boxing Organization gegen Kosei Tanaka antreten. Das Match wurde als der Kampf des Jahres angepriesen und das zurecht.

Tattoos sind bei japanischen Boxern verboten

Die beiden Boxer lieferten sich einen harten Kampf, bevor Ikoka in der achten Runde Tanaka fast K.O schlug und gewann. Der Kampf wurde allerdings von einer Kontroverse überschattet, mit der wohl niemand gerechnet hat.

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Ioka hat an seinem Körper mehrere Tattoos, was an sich nicht ungewöhnlich zu sein scheint, denn Boxer haben oft Tattoos. Im Fall der Japan Boxing Commission (JBC) ist es jedoch ein Problem. Das Regelwerk sagt unter Artikel 86, dass Personen mit einem Stil, der Zuschauer sich unwohl fühlen lässt, nicht an Kämpfen teilnehmen dürfen.

Tatsächlich werden darunter auch Tattoos als Stil gelistet, der angeblich dem Publikum zusetzen würde. Es sei dazu noch gesagt, dass diese Regelung nur auf japanischer Boxer zutrifft und Sportler aus dem Ausland sich nicht dran halten müssen, was auch bei vielen schwierig werden könnte.

Es wird dazu noch komplizierter. Die MMA-Organisation Rizin verbietet Tattoos nämlich nicht direkt. Allerdings übertragen sie bei der Veranstaltung zum Neujahr keine Kämpfe mit tätowierten Kämpfer im Fernsehen.

Schminke des Boxers zerläuft

Um also ein Kampfverbot und die Streichung aus dem Fernsehprogramm zu verhindern, sind die betroffenen Boxer gezwungen ihre Tattoos zu verstecken. Auch Ioka musste seinen Körperschmuck verschwinden zu lassen. Er nutzte dafür spezielle Schminke. Allerdings löste das sich mit der Zeit im Kampf auf und seine Tattoos waren am Ende deutlich zu sehen.

Während das Publikum sich nur wenig empört zeigte, untersuchte die JBC den Fall als einen Regelverstoß. Ironischerweise wurde Ioka kurz davor noch als Boxer des Jahres nominiert und der Kampf zum Neujahr als Kampf des Jahres nominiert. Bevor es allerdings zu einer Entscheidung in dem Vorfall kommt, hat Ioka bereits online gezeigt, was er von den Regeln hält.

Auf dem Twitteraccount des MMA Kämpfers Ren Hiramoto wurde ein Foto von Ioka Hiramoto mit der Nachricht „Tätowierungskultur ist das Beste“ veröffentlicht. Beide zeigen dabei grinsend den Mittelfinger in die Kamera. Hiramoto selbst ist ein offener Kritiker der JBC Regeln und nannte sie in der Vergangenheit schon „Mist“, dass sie nicht abgeschafft werden.

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Regeln werden schon lange kritisiert

Obwohl viele Fans der gleichen Meinung sind, sorgte das Foto nun für neuen Wirbel. Der Mittelfinger als Beleidigung ist in Japan zwar nicht so weitverbreitet, aber es reichte aus, um unter dem Tweet für Empörung zu sorgen.

Viele kritisierten, dass durch die Aktion Menschen mit Tattoos in ein schlechtes Licht gerückt werden. Allgemein wurde aber auch darüber gesprochen, dass Tattoos schlecht sind und dass Ioka doch einfach auswandern soll, wenn ihm die Regeln nicht passen.

Am Ende hatte das Foto dann doch keine Auswirkungen auf das „Urteil“. Am Freitag erhielt Ioka wegen dem Zeigen der Tattoos eine strenge Verwarnung, was die niedrigste mögliche Strafe ist. Wirklich freuen kann sich der Sportler darüber vermutlich nicht. Bei den nächsten Kämpfen besteht nämlich weiterhin die Gefahr, dass die Schminke versagt und er erneut bestraft wird.

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