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Sport bleibt für junge Menschen uninteressant

Japans Jugendliche finden Sumo beängstigend und zu freizügig

Sumo ist der japanische Nationalsport schlechthin. Jedoch steckt er seit Jahren in einer schweren Krise und findet keinen Nachwuchs. Wie eine Untersuchung zeigte, haben Jugendliche verschiedene Gründe, wieso sie den Sport nicht mögen.

Die All Japan High School Athletic Federation (Kotairen) hat kürzlich eine Untersuchung durchgeführt, warum Highschool-Schüler kein Interesse mehr am Sport haben. Viele Schüler gaben an, dass sie den Sport angsteinflößend finden und dass er schmerzhaft aussieht.

Sumoclubs in Highschools verschwinden immer mehr

Andere fanden, dass er zur freizügig ist und bezogen sich dabei auf das Mawashi, welche das einzige Kleidungsstück der Ringer ist. Bis auf die traditionelle gewickelte „Unterwäsche“ wird beim Kampf nichts getragen, was den Jugendlichen unangenehm ist.

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Allgemein wirkt Sumo auf Jugendlich eher unattraktiv, da es für sie viel besser und modernere Alternativen gibt, wie Fußball, Baseball und auch wieder vermehrt Rugby.

Der japanische Sumoverband muss sich deswegen dringend etwas einfallen lassen, denn die Sumo Clubs in Highschools und damit auch die Quelle für Nachwuchs, gehen immer weiter zurück. Während es 2003 noch 213 Clubs im ganzen Land gab, lag die Zahl 2020 nur noch bei 146 Clubs. In sieben Präfekturen gibt es bereits nur noch ein einziges Team.

Tatsächlich wurde schon Maßnahmen ergriffen. Unter anderen wurden Gewichtsklassen eingeführt. Nun gibt es eine Gewichtsklasse für unter 100 Kilogramm Körpergewicht und die für unter 60 Kilogramm. Bisher gab es keine Einteilung, weswegen Kinder mit einem geringeren Gewicht oft gegen schwere Gegner antreten musste. So sollen Kämpfe fairer sein und vor allem Schülern die Angst nehmen.

Sexismus und Gewalt im Sumosport

Ebenfalls setzt der Verband auch mehr auf noch jüngere Kinder. Es soll schon in den Junior Highschools und Grundschulen dazu motiviert werden, im Sumosport teilzunehmen. Man betont dabei, dass auch Anfänger schnell stärker und besser werden können, wenn sie trainieren.

Woran hingegen bisher nicht gedacht wurde, sind die Mädchen und Frauen. Sumo ist in der Hinsicht sehr sexistisch und lässt aufgrund veraltete Traditionen keine Frauen an richtigen Turnieren teilnehmen. Das schreckt natürlich ab.

Hinzu kommt das brutale Training durch die Trainer oder die späteren Stallmeister, die absolute Unterwerfung und Disziplin fordern. Immer wieder gab es in den letzten Jahren Berichte von Gewalt und Mobbing, denen jüngere Sportler ausgesetzt sind. Die Misshandlungen gehen dabei bis hin zu den höher gestellten Kameraden und Konkurrenten. Das verängstigt Jugendlich vermutlich mehr als fast nackt zu kämpfen.

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