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Weitere Kurse sind geplant

Japans Sumoverband führt nach zahlreichen Unfällen Erste-Hilfe-Kurs durch

Sumo ist kein sanfter Sport und es kommt immer wieder zu Verletzungen im Ring, die teilweise schwerwiegend sind. Als Reaktion wurde nun ein Erste-Hilfe-Kurs für Turnierpersonal durchgeführt, um mögliche tödliche Unfälle in der Zukunft zu verhindern.

Die Japan Sumo Association führte Anfang Mai vor dem großen Sommer Turnier einen Erste-Hilfe-Kurs im Ryogoku Kokugikan durch, bei dem etwa 60 Stallmeister, Ausrufer und anderes Personal lernten, was zu tun ist, wenn ein Ringer verletzt wird.

Sumoringer sollen unbesorgt kämpfen können

Immer wieder kommt es vor, dass die Sportler auf den Kopf stürzen und dann aus eigener Kraft nicht aufstehen können oder ernsthafte Verletzungen erlitten haben. Teilnehmer lernten während des Kurses, wie sie die Sumoringer sicher auf eine Trage legen.

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Der Leiter der Sicherheitszentrale des Verbandes erklärte, dass sie für die Zukunft weitere Kurse planen. Kasugano gab an, dass sie sich fragen, wie schnell und angemessen ein verletzter Ringer zum Arzt soll. Er will deswegen die Sicherheit verbessern, damit die Sportler unbesorgt kämpfen können. Auch andere hoffen, dass durch die Übungen Menschen gerettet werden.

Hintergrund für den Kurs war ein Vorfall während des Neujahrsturniers im Januar. Ein Ringer war gestürzt und zeigte danach Anzeichen einer Gehirnerschütterung. Für großes Aufsehen sorgte dazu ein tragischer Todesfall in diesen April.

Während des großen Frühlingsturniers im März stürzte der Ringer Hibikiryu und verletzte sich dabei am Kopf sowie Hals. Die Verletzungen blieben jedoch größten Teils unbeobachtet und der Sportler starb am 28. April am akutem Atemversagen. Auch wenn noch nicht bestätigt ist, ob die Verletzungen mit dem Unfall zusammenhängen, werden dem Verband große Vorwürfe gemacht.

Medizinisches Personal ist zu kostspielig

Während der Grand-Turniere befindet sich in der Nähe des Ringes kein medizinisches Personal. Im Fall von Hibikiryu war es ein Arzt aus dem Publikum, der zuerst zu Hilfe eilte. Es dauerte ganze fünf Minuten, bevor der Sportler auf Anweisung des Arztes aus dem Ring getragen wurde.

Es wird deswegen gefordert, dass ein Arzt grundsätzlich den Ring im Auge behält. Gerade bei Kopf- und Hals-Verletzungen kann jede Minute zählen. Des Weiteren sei eine Erste-Hilfe-Ausbildung bei dem Turnierpersonal von großem Vorteil, da beim sicheren Bewegen von Personen mit derartigen Verletzungen oft mehr als eine Person benötigt wird.

Katsuyuki Kamei, Professor für Risikomanagement, macht sich für die Erste-Hilfe-Kurse im Sumo stark. Für den Verband würden Ärzte auf Dauer sehr teuer werden, da Turniere an insgesamt 90 Tagen im Jahr stattfinden. Es sei für Kamei deswegen umso wichtiger, dass andere beistehende Personen darin geschult werden, auf Verletzungen richtig reagieren zu können, sodass sie auf das Schlimmste vorbereitet sind.

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