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HomeNewsSport in JapanNaomi Osaka zieht sich nach Presse-Boykott bei French Open zurück

Sportlerin setzt Zeichen für psychische Gesundheit

Naomi Osaka zieht sich nach Presse-Boykott bei French Open zurück

Die japanische Tennisspielerin Naomi Osaka ist dafür bekannt, dass sie deutlich sagt, was sie denkt. Während der laufenden French Open verweigertet sie aus Protest ihre Pressekonferenzen und sollte dafür eine Geldstrafe zahlen. Überraschend zog sich die Sportlerin nun komplett aus dem Turnier zurück.

Die Grand-Slam-Organisatoren gaben am Montag bekannt, dass die vierfache Grand-Slam-Gewinnerin eine Geldstrafe von 15.000 US-Dollar (ca. 12.264 Euro) zahlen muss, weil sie nach ihrem ersten Sieg nicht an der Pressekonferenz teilnahm. Die Organisatoren machten Osaka sehr deutlich, dass, wenn sie erneut ihre Medien-Verpflichtungen verletzt, sie sogar ausgeschlossen werden kann, auch für zukünftige Turniere.

Boykott sorgt für Ärger mit Organisatoren

Naomi Osaka hatte noch vor dem Match angekündigt, dass sie ihre Pressekonferenzen in Frankreich boykottiert. Sie wollte so auf die psychische Gesundheit von Sportlern aufmerksam machen und wie damit umgegangen wird. Die Fragen der Journalisten würden oft darauf abzielen, Personen weiter herunterzumachen, wenn sie schon am Boden sind.

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Sie erwartete bereits für ihren Protest eine Geldstrafe und äußerte die Hoffnung, dass das Geld an Wohltätigkeitsorganisation für psychische Gesundheit geht.

Der Organisator versucht Osaka trotzdem noch umzustimmen und sprach mit ihr über das Thema, jedoch ohne Erfolg. In einem Statement von dem Vorstand der Grand Slams heißt es, dass sie sich nach Osakas Wohlbefinden erkundigten und ihr Unterstützung angeboten wurde, beim Engagement für die mentale Gesundheit von Sportlern. Allerdings wurde sie zu dem Zeitpunkt auch an die Regelungen erinnert

Osakas Management reagierte nicht sofort auf die Bekanntmachung der Strafe, jedoch äußerte sich die Sportlerin auf Twitter. In einem Tweet schrieb sie, das Wut nur der Mangel an Verständnis sei und dass Menschen Veränderungen unangenehmen finden.

Naomi Osaka leidet selbst an psychischen Problemen

Wenige Stunden später veröffentlichte sie eine komplette Erklärung. In der entschuldigte sie sich für ihren Boykott, der auch von Kollegen kritisiert wurde. Sie wollte keinen der Journalisten dadurch verletzen. Ebenfalls gab sie ihren Rückzug bekannt, da es für alle wohl das Beste sei und sie erst mal eine Auszeit haben will.

Gleichzeitig erklärte sie ihren Protest. Naomi Osaka leidet nach eigenen Angaben seit den US Open 2018 unter Depressionen und hat dazu eine Sozialphobie. Sie wird deswegen bei internationalen Interviews sehr nervös und empfindet sie als stressig. Ihr Boykott war aus dem Grund mehr als Selbstschutz gedacht und sie wollte auf die veralteten Regeln aufmerksam machen.

Mit der Stellungnahme erhielt Osaka von vielen Prominenten große Unterstützung und das nicht nur aus der Sportwelt. Auch Musiker und Schauspieler zeigten Verständnis und lobten sie für ihren Mut. Der Veranstalter des Turniers selbst drückte sein Mitgefühl aus und sie wünschten der jungen Sportlerin eine schnelle Erholung.

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