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Paralympische Spiele sollen den Behindertensport in Japan über 2020 hinaus fördern

Bevölkerung soll behinderte Menschen mehr akzeptieren

Japan hat sich auch für die Paralympischen Spiele 2020 hohe Ziele gesteckt. So sollen möglichst viele Zuschauer kommen und Japan selbst möchte es im Medaillenspiegel mindestens auf den siebten Platz schaffen. Das hat aber nicht nur mit Nationalstolz zu tun.

Stattdessen möchte Japan mit dieser Fokussierung auf den Behindertensport den Kampf für soziale Gleichstellung aufnehmen. So soll das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen und der Respekt für diese angehoben werden. Und das soll nicht nur auf die Paralympischen Spiele begrenzt bleiben. „Wenn die Spiele enden, werden wir fortfahren“, sagte Toshio Yamada, der Geschäftsführer der Japanischen Para-Sports Association, in einem kürzlich veröffentlichten Interview mit Kyodo News.

Behinderte müssen in den Sport einbezogen werden

Dabei betonte er die Bedeutung, Behinderte in den Sport mit einzubeziehen: „Ich glaube nicht, dass wir rückwärts gehen können. Wie es uns gelingt, voranzukommen, wird wirklich das Vermächtnis der Spiele von Tokyo sein, was ab 2021 geschieht, wie wir unsere Bewegung aufrechterhalten; das ist ein großes Thema für uns…. Wir wollen, dass die breite Öffentlichkeit die Notwendigkeit einer stärkeren Einbeziehung der Behinderten in den Sport versteht.“

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Dafür soll der Behindertensport während der Paralympischen Spiele ins Rampenlicht gestellt werden. Dabei soll mit der JPSA zusammengearbeitet werden, die den Behindertensport verwaltet. Sie ist der Hauptträger des Erfolgs der Paralympischen Spiele und möchte sich auch in den Jahren danach weiter für dieses Thema einsetzen. Doch dort sieht Yamada noch Schwierigkeiten. „Selbst wenn die Bürger (nächsten Sommer) vor Begeisterung brennen…. ist es immer noch möglich, dass die Unternehmensfinanzierung schwindet. Unsere größte Frage ist, inwieweit wir das eindämmen können. Wie können wir uns selbst erhalten?“

Aktionsplan über die Paralympischen Spiele hinaus

Dafür wurde ein Aktionsplan entwickelt, der hauptsächlich darauf baut, die Paralympischen Spiele zu einer so unvergesslichen Veranstaltung zu machen, dass sie weiter in die Zukunft strahlen. Dafür wurden hohe Ziele gesetzt. „Diese Vereinigung geht zwei Dinge an, wenn wir auf dem Weg in Richtung 2020 sind“, sagte Yamada. „Die erste ist, dass jede Arena bei den Paralympics in Tokio 2020 besetzt sein wird, nicht nur die, in denen Japaner antreten, sondern auch jeder Austragungsort für jeden Wettbewerb. Die zweite ist, dass japanische Athleten gut abschneiden und Gold- und Silbermedaillen gewinnen. Natürlich werden wir das nicht zu 100 Prozent erreichen, aber wir wollen nah dran sein.“

Um die Veranstaltungsorte zu füllen, haben die JPSA und ihre Sponsoren viel Aufklärungsarbeit, vor allem an Schulen, geleistet, um möglichst viele Zuschauer anzuziehen. Dabei wurden viele Aktionen für die Kinder abgehalten, wie etwa ein Rollstuhlbasketballturnier und Rollstühle, die die Kinder selbst ausprobieren durften. „Dann, am Tag der Veranstaltung, werden wir die Kinder dazu bringen, zu kommen und die Teilnehmer anzufeuern“, sagte Yamada. „Das kann eigentlich Teil ihres Schulunterrichts sein. Am Sonntag, für das Finale dann, können sie vielleicht ihre Familie, ihre Eltern und Großeltern mitbringen.“

Sponsoren helfen auch über Geldspenden hinaus

Die Sponsoren von JPSA sind dabei nicht nur Geldgeber, wie Yamada betont. Stattdessen sind sie wirkliche Aktivisten für den Behindertensport. „Im Moment haben wir 33 große Sponsoren“, sagte Yamada. „Sie geben uns Geld, aber nicht nur das. Vor drei Jahren begannen die Sponsoren, an unseren Partnertreffen teilzunehmen. Dreißig verschiedene Unternehmenssponsoren nehmen mehrmals im Jahr an Treffen hier im Verein teil. Sie besuchen Vorträge über Behindertensport.“

Zudem stellen die Sponsoren auch Mitarbeiter zur Verfügung, weil sie hoffen, dass diesen Mitarbeitern die Erfahrung zugutekommt. So können auch in den Sponsorenfirmen nach den Paralympischen Spiele Mitarbeiter für den Behindertensport zur Verfügung gestellt werden. Daher hilft die Kooperation beiden Seiten.

Behinderte sollen sich nach den Paralympischen Spielen akzeptierter fühlen

Yamada hofft, dass die mit den Paralympics einhergehende verstärkte soziale Partizipation und Sensibilisierung das Bewusstsein über die sozialen Rollen für Behinderte verändern wird. Er dachte darüber nach, wie die japanische Gesellschaft war, bevor Tokio 1964 seine ersten Paralympics veranstaltete, die immer noch offiziell eine Ausgabe der International Stoke Mandeville Games waren.

„Viele Behinderte in Japan konnten ihre Häuser nicht verlassen, sie konnten nicht heiraten“, sagte Yamada. „Die Gesellschaft hat einen langen Weg zurückgelegt. Jetzt wollen wir, dass die Gesellschaft zu denen sagt, die in ihren Häusern eingesperrt bleiben: „Bitte geht hinaus und beteiligt euch. Im Jahr 2021, wenn es ein Vermächtnis von Tokio 2020 gibt, ist es das, was wir wollen.“

Quelle: kyodo

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