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Rugby-Team von Kanada hilft Japanern nach Spielabsage durch Taifun

Die Spieler packten mit an und halfen den Anwohnern beim Aufräumen

Der Taifun Hagibis hält Japan fest im Griff und auch die Rugby-Weltmeisterschaft leidet darunter. Kanada konnte sein letztes Rugby-Match nicht spielen. Dennoch bleibt das Team in Kamaishi im Nordosten Japans, um den Einwohnern bei den Aufräumarbeiten zu helfen.

Eigentlich sollte Kanada gegen Namibia spielen und hoffte auf den ersten Sieg bei der Weltmeisterschaft. Doch das Spiel wurde aufgrund der Auswirkungen des Taifuns abgesagt. Daraufhin griffen die Kanadier zu den Schaufeln und legten los. Sie halfen den Anwohnern, Schlamm aus ihren Einfahrten zu entfernen oder die Häuser zu reinigen.

Hilfe nach Taifun selbstverständlich

Für die Spieler war die Hilfe selbstverständlich. „Ich denke, sie hätten dasselbe getan, wenn sie in Kanada gewesen wären. Also wollten wir helfen, denn wir haben einen freien Tag und kein Spiel“, sagte Kapitän Tyler Ardron. „Wir waren einfach enttäuscht, dass wir nicht spielen konnten. Wir haben dieses Spiel wirklich ins Visier genommen und wollten ein gutes Spiel daraus machen, aber leider konnten wir es nicht“, sagte er. „Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Wir sind in der Gemeinschaft aufgetaucht.“

Etwa 15 Spieler und Offizielle halfen etwa zwei Stunden bei sengender Sonne. Sie füllten Sandsäcke, räumten Wege frei und packten mit an. „Sie haben so viel körperliche Kraft im Vergleich zu uns. Sie sind erst seit kurzem hier, aber ihre Geschwindigkeit ist beeindruckend. Ich habe keine Worte“, sagte Hironori Miura, ein 40-jähriger Einheimischer. „Es tut mir leid, dass sie heute nicht spielen konnten, aber sie sind eine große Hilfe.“

Naturkatastrophen gewohnt

Die Einheimischen in Kamaishi sind Naturkatastrophen leider fast schon gewöhnt. Auch vom Erdbeben und Tsunami 2011 wurden sie getroffen. Mehr als 1.000 Menschen kamen in der Stadt ums Leben. Das ist auch dem Team aus Kanada bekannt und sie wollten nicht nur vor den Einheimischen spielen, sondern auch für sie.

„Die Menschen von Kamaishi haben offensichtlich so viel durchgemacht. Ich denke, dass es ihnen sehr viel bedeutet, ein WM-Spiel zu veranstalten, aber auch sehr viel für uns, weil wir die Bedeutung verstehen“, sagte er. „Ich denke, wir wollten wirklich ein spezielles Spiel für alle auflegen. Es ist wirklich schade, dass diese Dinge passieren, weil die Menschen in Kamaishi so viel mehr verdienen. Das japanische Volk war so gut zu uns und wenn so etwas passiert, fühlt man sich so verpflichtet zu helfen.“

Sicherheit steht an erster Stelle

Das Kamaishi Recovery Memorial Stadion wurde auf dem Gelände von zwei Schulen gebaut, die vom Tsunami weggefegt wurden, und veranstaltete auch ein Spiel am 25. September, in dem Uruguay Fidschi mit 30:27 besiegte.

Die Fans strömten in die Fanzone in der Stadt, um zu fragen, ob sie eines der Spiele dort auf dem Bildschirm sehen könnten, aber ihnen wurde von Freiwilligen gesagt, dass es für heute geschlossen sei. Hatsuko Tokumasu, 68, war eine der Anwohnerinnen, die sich darauf freuten, WM-Spiele in ihrer Geburtsstadt zu verfolgen. Obwohl sie zum Zeitpunkt der Katastrophe nicht in der Stadt lebte, sagte sie, dass sie bemerkt habe, wie viel Unterstützung die Stadt erhalten habe.

„Ich wollte all denen, die beim Wiederaufbau geholfen haben, meine Anerkennung aussprechen“, sagte sie. „Die Absage ist enttäuschend, aber wir wissen genau, dass Sicherheit an erster Stelle steht.“

Jt

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