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Sumo – Eine Einführung

Die Sumowelt ist voller japanischer Wörter und Spezialbegriffe, die das Lesen von Artikeln ohne Hintergrundwissen schwierig gestalten. Zum besseren Verständnis, und um den Lesefluss in den Artikeln aufrechtzuerhalten, werden die relevanten Begriffe hier erklärt.
Außerdem wird Hintergrundwissen vermittelt und ein Einblick in die detailreiche Welt der Sumo-Rituale gewährt. Dieser Artikel wird in Zukunft stetig ergänzt.

Begriffe im Sumo

Asa-geiko: Dies ist das intensive und kräftezehrende Morgentraining, welches täglich stattfindet. Es dauert circa drei Stunden und beinhaltet Basisübungen wie Shiko, Matawari, Suriashi und Teppo. Des Weiteren werden Paarübungen wie Sanban-geiko oder Butsukari-geiko durchgeführt. Die Rikishi trainieren ohne vorheriges Frühstück auf nüchternen Magen.

Banzai: bedeutet übersetzt 10000 Jahre. Es ist ein Ruf, der 10000 Jahre Glück bringen soll. Dieser japanische Ruf wird unter anderem im Sumo genutzt, um den Turniersieger direkt nach dem Yusho zu feiern. Dabei ruft die Zuschauermasse dreimal hintereinander ‘Banzai’ und hebt dabei die Arme.

Banzuke: Rangliste aller Kämpfer für das jeweils nächste Turnier. Der Rang wird anhand der Performance im letzten Turnier festgelegt. Mehr Siege als Niederlagen bedeuten Aufstieg in der Rangliste. Bei mehr als 7 Niederlagen oder Abwesenheit durch Krankheit steigt ein Kämpfer ab. Nur Yokozunas können nicht absteigen. Sie behalten den Rang, solange sie aktiv sind.

Basho: Turnier. Es gibt 6 Honbasho, oder offizielle Turniere, zu je 15 Tagen pro Jahr. Sie finden immer in den ungeradzahligen Monaten statt. Hatsu (Januar in Tokyo), Haru (März in Osaka), Natsu (Mai in Tokyo), Nagoya (Juli in Nagoya), Aki (September in Tokio), Kyushu (November in Fukuoka).

Bilanz: 10-2 bedeutet, der Rikishi hat bereits 10 Siege und 2 Niederlagen errungen. Es bedeutet auch, dass schon 12 Turniertage verstrichen sind. Manchmal findet man auch die Schreibweise 10-2-1, das bedeutet, der Kämpfer war zusätzlich einen Tag abwesend.

Butsukari: Bei diesem Basistraining übt ein Rikishi (aktiv) das Laden und Kollidieren mit dem Gegner (passiv). Dabei greift er seinem Gegenüber in die Achselhöhlen, drückt den Kopf gegen seine Brust und schiebt den Trainingspartner so aus dem Ring. Normalerweise ist dies der letzte Teil des Morgentrainings und zielt darauf ab, den Rikishi vollständig zu ermüden und seine Grenzen zu überwinden.

Divison: Es gibt 6 Divisionen im Sumo, die pyramidenförmig aufeinander aufgebaut sind. Die Spitze bildet Makunouchi mit konstant 42 Rikishi. Hier werden die besten Kämpfer nochmals in Komusubi, Sekiwake, Ozeki und Yokozuna unterteilt.

Dohyo-Iri: So nennt man die Zeremonie, bei der die Yokozuna den Ring betreten. Diese findet an jedem Turniertag vor Beginn der Makunouchi-Kämpfe statt.

Fusensho: Sieg durch Abwesenheit des Gegners. Der anwesende Kämpfer muss nicht kämpfen, spart seine Kräfte und bekommt einen Sieg an diesem Turniertag. Trotzdem muss er ganz normal zum Turnier kommen, den Dohyo betreten und seinen Sieg samt Preisgeld mit dem ‚Tegatana-o-kiru‘ Ritual annehmen.

Heya: heisst übersetzt Zimmer. Im Zusammenhang mit Sumo nennt man so die Ställe, in denen Rikishi leben und trainieren. Das Heya ist Familie und Lebensmittelpunkt eines jeden Kämpfers. Er schläft, isst und trainiert dort jeden Tag.

Juryo: ist die zweithöchste Division, deren Rikishi Lohn erhalten. Sie umfasst gerade einmal 28 Plätze im Banzuke.

Kachi-koshi: bedeutet, der Kämpfer hat eine Siegbilanz, also mindestens acht Siege innerhalb der 15 Turniertage.

Kadoban: Ein Ozeki mit Make-koshi ist im folgenden Turnier abstiegsgefährdet.

Kensho-kin: So nennt man das Preisgeld, welches auf einzelne Kämpfe im basho ausgesetzt wird. Die genauen Angaben über die erforderliche Anzahl und Häufigkeit des Einsatzes schwanken nach Quelle. Im Wesentlichen dürfen nur Firmen Preisgeld setzen und es müssen mehrere Banner und mehrere Kämpfe sowie Turniertage gesponsert werden.

Kesho-Mawashi: sind die feierlichen, aufwändig gestalteteen Schürzen, die jeder Sekitori beim Betreten des Ringes, dem Dohyo-Iri, trägt. Diese Schürzen kosten oft mehrere Hundertausende Yen und werden von Sponsoren geschenkt. Yokozunas erhalten oft Sets aus drei Kesho-Mawashi, da Sie für den Dohyo-Iri zwei Begleiter, den Tachi-mochi und Tsuyu-harai.

Kimarite: So nennen sich Siegtechniken im Sumo. Es gibt über 80 Arten unterteilt in sieben Gruppen. Darunter Basistechniken, die sehr häufig vorkommen, Wurftechniken, die zum Teil sehr spektakulär und gefährlich aussehen sowie Rückwärts-Wurftechniken, bei denen der Gegner von der Rückseite angegriffen wird. Als Besonderheit gibt es fünf Kimarite, die keine echten Techniken darstellen, sondern als selbstverschuldete Ausrutscher zu werten sind. Fusensho sind keine Kimarite.

Kinboshi: heisst übersetzt Goldstern. Ein Maegashira Rikishi erhält einen Kinboshi, wenn er einen Yokozuna besiegt. Es bringt ihm oft zusätzliche Anerkennung, eine bessere Platzierung im Banzuke, gelegentlich Spezialpreise und eine dauerhafte Lohnerhöhung. Die Kinboshi werden dem Yokozuna negativ angekreidet und lösen häufig viele fliegende Kissen von den Zuschauern aus, als Zeichen ihrer Unzufriedenheit über deren Leistung.

Koenkai: sind Unterstützer-Clubs, in die man durch persönliche Beziehungen oder durch Mitgliedschaft eintreten kann. Manche Koenkai erlauben ausländische Mitglieder.

Maegashira: Die Makunouchi Divison teilt sich in fünf Ränge auf. Aufsteigend sind das die Maegashira, Komusubi, Sekiwake, Ozeki und Yokozuna.

Mage: der charakteristische Haarknoten eines jeden Sumotoris ist der Mage. Solange er aktiver Kämpfer ist, muss er ihn tragen. Dabei tragen die Rikishi der vier nicht bezahlten Divisionen Jonidan, Jonokuchi, Sandanme und Makushita einen einfachen Chon-mage, welcher flach auf dem Kopf aufliegt. Sekitori, also jene Rikishi, welche in den beiden bezahlten Divisionen Juryo und Makunouchi kämpfen, tragen an Turnieren und Anlässen den Oicho-mage.

Make-koshi: bedeutet, der Kämpfer hat eine Verlustbilanz, also mindestens acht Niederlagen innerhalb der 15 Turniertage.

Makunouchi: oder auch Maku’uchi, so nennt man die höchste Division im Sumo. Sie umfasst 42 Plätze. Makunouchi ist die einzige Division, welche nochmals in Ränge unterteilt ist. Es gibt (in aufsteigender Reihenfolge) Maegashira, Komusubi, Sekiwake, Ozeki und Yokozuna.

Matawari: Hierbei handelt es sich um die Ausführung eines Spagats mit dem Oberkörper auf dem Boden. So trainieren die Sumotori ihre Flexibilität in den Hüften. Auch dies ist eine Basisübung im Sumo. Gelegentlich assistieren andere Kämpfer und stehen dabei auf dem Rücken des Trainierenden oder drücken ihn mit den Händen auf den Boden.

Nakabi: Heißt übersetzt Mitteltag. Im Sumo ist es der achte Turniertag und somit immer der mittlere Sonntag im 15 Tage andauernden Basho.

Ozeki: der zweithöchste Rang, den es im Sumo gibt. Um den Rang zu halten, muss der Kämpfer in jedem Turnier mindestens 8 Siege erlangen.

Rikishi: Sumokämpfer

Sanban: Bei diesem Training üben zwei Rikishi zu kämpfen. Keine andere Anderen Kämpfer betreten während der Einheit den Dohyo. Diese Übung ist wichtig um Taktik, Kampfstil, Geschwindigkeit und Ausdauer zu trainieren.

Sekitori: So nennt man die Rikishi, welche den beiden bezahlten Divisionen Juryo und Makunouchi angehören.

Shiko: Dies ist die Basisübung für Beine und Rumpfstabilität des Kämpfers. Jedes Bein wird abwechselnd so gerade und hoch wie möglich angehoben, kurz gehalten und anschliessend mit Kraft auf den Boden gestampft. Rikishi wiederholen den Shiko mehrere hundert Male am Tag. Fun Fact: Poldi (Lukas Podolski) brachte diese Übung nach seinem Training im Kokonoe-beya in das Trainings bei Vissel-Kobe ein.

Shimekomi: dies sind die Seidengürtel oder Seiden-Mawashi, welche von Sekitori während des Basho getragen werden. Sie sind circa sechs bis acht Meter lang und halten mehrere Jahre.

Shimpan: Die Ringrichter sitzen zu fünft um den Ring verteilt und beobachten, welcher Kämpfer zuerst den Boden berührt. Shimpan sind ehemalige Rikishi, die in dieser Funktion der Sumowelt erhalten bleiben.

Shin-Ozeki: Ein Ozeki, der gerade befördert wurde. Shin ist das japanische Wort für neu.

Sumotori: Wie der Begriff ,Rikishi‘ ein weiterer Begriff für Kämpfer.

Suriashi: Bei der Basisübung Suriashi gleitet der Rikishi mit den Füssen rasch über den Boden, hält dabei die Hüften tief und schiebt mit den Armen gedanklich einen Opponenten vor sich her, während er den Dohyo überquert.

Tachi-mochi: er ist der Schwertträger beim Dohyo-Iri eines Yokozuna. Er hält während der Zeremonie das Tachi, das Schwert des Yokozuna. Seine Aufgabe ist es, den Yokozuna zu beschützen. Von den beiden Begleitern beim Dohyo-Iri ist der Tachi-mochi der höherrangige Sekitori.

Tanimachi: wohlhabende Gönner oder Mäzenen, die einzelne Rikishi oder Heya durch hohe Geldmittel und Sachspenden unterstützen.

Tegatana-o-kiru: Dabei handelt es sich um eine rituelle Danksagung des Rikishi an drei Shintogötter. Der Rikishi durchschneidet dreimal die Luft mit der senkrechten Hand und nimmt dann das Preisgeld und Sonderpreise an sich.

Teppo: Bei dieser Basisübung schlägt der Rikishi mit der flachen Hand widerholt gegen einen Holzstamm oder den Trainingspartner. Nach dem Schlag folgt das gleiten des Fusses in Richtung des Trainingsobjekts. Dies macht er abwechselnd links und rechts und verinnerlicht diese Bewegung.

Toriteki: So nennt man die Rikishi, welche den vier nicht bezahlten Divisionen Jonidan, Jonokuchi, Sandanme und Makushita angehören.

Toshiyori-kabu: So nennt man die Lizenz, welche einen Anteil am Japanischen Sumoverband darstellt. Diese Lizenz ermächtigt den Inhaber einen der 105 Ältesten-Titel, Myoseki, zu übernehmen, die alle einen bestimmten Namen tragen.

Tsuyu-harai: er läuft beim Betreten der Arena für den Dohyo-Iri vor dem Yokozuna. Er macht symbolisch den Weg für den Yokozuna frei. Sowohl Tsuyu-harai als auch Tachi-mochi dürfen an einem Turniertag, an dem sie gegeneinander oder gegen den Yokozuna kämpfen nicht am Dohyo-Iri teilnehmen.

Yobidashi: sind die Ringhelfer im Sumo. Wörtlich bedeutet es ‘Ausrufer’. Yobidashi rufen vor dem Kampf, in der Mitte des Dohyo stehend, die beiden nächsten Kontrahenten in einem melodischen und charakteristischen Gesang auf. Sie sind ebenfalls im Banzuke nach Rängen eingeordnet und übernehmen viele Funktionen am Ring. Sie schlagen die Trommeln (Taiko) und Klanghölzer (Hyoushi-gi), tragen Kensho-Banner, kehren den Dohyo-Rand und vieles mehr.

Yokozuna: „Großmeister“ des Sumo bekleiden den höchsten und seltensten Rang. Yokozuna leitet sich vom Wort ‚Tsuna‘ ab, welches die dicke, weiße, verzwirbelte Hanfkordel beschreibt, die einzig den Yokozunas erlaubt ist zu tragen. Yokozuna können nicht absteigen, es wird aber erwartet, dass sie mindestens 10 Siege in jedem Turnier einholen.

Yorikiri: Ist die, mit ca. 30 %, am häufigsten genutzte Siegtechnik. Hierbei wird der Gegner aus dem Ring geschoben, während der Kämpfer mit mindestens einer Hand seinen Mawashi greift. Die Kämpfer sind sich dabei mit dem Gesicht zugewandt.

Zensho-Yusho: 15-0, ein Turniersieg bei dem alle Kämpfe gewonnen wurden. Yokozuna Hakuho erzielte unglaubliche 15 Zensho-Yusho in seiner bisherigen Karriere, davon einen als Ozeki und 14 als Yokozuna. Damit liegt er sieben Zensho-Yusho vor dem Rikishi an zweiter Stelle, Taiho, der dies ganze achtmal zustande brachte.

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