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HomeNachrichten aus JapanSport in JapanWeil Fans zu laut jubelten, muss japanischer Fußballverein hohe Geldstrafe zahlen

Knapp 150.000 Euro soll der Verein jetzt zahlen

Weil Fans zu laut jubelten, muss japanischer Fußballverein hohe Geldstrafe zahlen

Corona ist in Japan aktuell wieder massiv auf dem Vormarsch. Die gemeldeten Neuinfektionen erreichen einen Rekordwert nach dem nächsten, weil die Menschen wieder zu einem normalen Lebensstil ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen zurückgekehrt sind. In den sozialen Netzwerken wird das Thema Alltag mit Corona differenziert diskutiert, was man aktuell am Beispiel des Fußballvereins Urawa Reds sieht.

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Die Urawa Reds sind ein Fußballverein in der ersten Liga der J-League, der aus der Präfektur Saitama stammt. Er blickt auf eine lange Geschichte zurück und kann sich über sehr viele treue Fans freuen. Weil die Fans beim letzten Spiel der Mannschaft zu sehr jubelten, hat die J-League eine Strafe in Höhe von 20 Millionen Yen (etwa 147.000 Euro) gegen den Verein verhängt. Die aktuell geltenden Anti-Corona-Regeln verbieten das laute Anfeuern während der Spiele.

Fußball-Euphorie contra Corona-Regeln

Bei der Verhängung der Geldstrafe bezog sich die Liga auf zwei Vorfälle. Einer ereignete sich bereits Ende Mai beim Heimspiel der Urawa Reds gegen die Kashima Antlers. Dabei versammelte sich eine Gruppe von etwa 60 Fans am nördlichen Tor des Stadions in Saitama und jubelte circa zehn Minuten lautstark, während der Mannschaftsbus auf das Gelände fuhr. Nach Angaben von Beobachtern der J-League waren einige Mitglieder der Gruppe gar nicht maskiert oder hatten ihre Masken unters Kinn gezogen.

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Anfang Juli soll eine Gruppe von etwa 100 Anhängern der Mannschaft im Stadion in Suita in den letzten Minuten des Auswärtsspiels gegen Gamba Osaka etwa fünf Minuten lang lautstark für ihren Verein gejubelt haben. Auch hierbei trugen einige Personen in der Gruppe keine Masken oder hatten nicht Mund und Nase bedeckt. Selbstverständlich kann ein Verein nicht das Verhalten seiner Fans vollständig kontrollieren, die Liga wirft den Urawa Reds aber vor, dass sie nichts unternahmen, um dieses Verhalten zu unterbinden. Obwohl die Liga vorher alle Fußball-Fans gewarnt hatte, dass Fehlverhalten streng geahndet wird.

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Außerdem soll das anhaltende Fehlverhalten der Red-Fans die Bemühungen um eine Normalisierung des Fußball-Betriebs behindern und dem Ruf der gesamten J-League schaden. Bereits 2020 und 2021 wurde der Fußballverein wegen ähnlicher Verstöße gegen die Corona-Regeln mit kleineren Geldstrafen belegt. Schon vor der Pandemie vielen die sogenannten Urawa Boys, eine Gruppe besonders großer Fans, wegen asozialem und rücksichtslosem Verhalten auf.

J-League vertritt klare Meinung zu geltenden Regeln

Die jetzige Geldstrafe in Höhe von 20 Millionen Yen ist die höchste, die bisher gegen ein Team verhängt wurde. Die J-League will damit ein klares Zeichen für die Corona-Regeln setzen und wird von vielen Fans dabei unterstützt. Viele Japaner finden es allerdings schade, dass der Verein für seine unvernünftigen Fans zahlen muss, überdies würden diese Anhänger andere Zuschauer von den Spielen fernhalten.

Die jetzige Geldstrafe in Höhe von 20 Millionen Yen ist jedoch die höchste, die je gegen ein Team verhängt wurde, was darauf hindeutet, dass die J-League ein klares Zeichen setzen will, dass sie Verstöße gegen ihre COVID-19-Richtlinien nicht duldet. Trotzdem sind viele japanische Online-Kommentare der Meinung, dass die J-League mehr tun sollte, um das Team zu bestrafen.

Als Reaktion veröffentlichten die Urawa Reds auf ihrer Webseite eine Erklärung, in der sie um die Mithilfe der Fans in dieser Angelegenheit bitten und die Fans vermehrt an die Anti-Corona-Richtlinien der J-League erinnern. Entsprechende Hinweise sollen jetzt vor allen Spielen in den sozialen Netzwerken und an den Spielstätten auftauchen und alle Zuschauer daran erinnern. Wer gegen die Regeln verstößt, soll in Zukunft umgehend des Stadions verwiesen werden.

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