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Festplatten, Dokumente und andere Unterlagen wurden gesichert

Staatsanwaltschaft durchsucht das Haus vom südkoreanischen Justizminister

Aktuell kämpft die südkoreanische Regierung mit einem Skandal, in den der Justizminister Kuk Cho verwickelt ist. Während die Ermittlungen nun schon eine Weile anhalten, kam es am Montag überraschend zu einer Hausdurchsuchung bei dem Minister.

Um neun Uhr morgens erschien die Staatsanwaltschaft von Seoul beim Haus des Ministers in Bangbae-dong. Die Beamten suchten neue Hinweise zu dem Korruptionsskandal, an dem die Familie von Cho beteiligt ist. Sie beschlagnahmten dabei Festplatten, Dokumente und andere Dinge, die mit den aktuellen Anschuldigungen zusammenhängen könnten.

Festplatten liefern Grund für die Durchsuchung

Es ist das erste Mal, dass es eine derartige Durchsuchung bei einem amtierenden Justizminister gibt. Grund für die Durchsuchung war die laufende Untersuchung von Computerfestplatten, die Chos Familie gehören. Der Vermögensverwalter, der nur als Kim bekannt ist, reichte sie bei den Behörden ein. Zuvor tauschte er sie am 29. August auf Wunsch der Familie in den Computern durch neue aus. Das Brisante daran ist, dass Chos Ehefrau Kyung-shim Chung ihn bat, die Festplatten so lange zu behalten, bis die Sache sich beruhigt. Cho soll ihm dabei persönlich dafür gedankt haben, dass er seiner Frau hilft.

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Kim selbst ist Privatbanker bei Korea Investment & Securities Co. und kümmerte sich fünf Jahre lang um die Investitionen der Chos. Er wurde von den Behörden bereits wegen des Verdachts auf Verschleierung und Vernichtung von Beweismitteln befragt. Auf den bisherigen Festplatten fanden sich zwei Praktikumsbescheinigungen des Public Interests and Human Rights Law Centers der Seoul National University. Eins war von 2009 und für die Tochter Min Cho. Das zweite war für den Sohn des Professors Young-pyo Chang. Zu dem Zeitpunkt der Ausstellung der Zertifikate war Kuk Cho Jura-Professor an der Fakultät.

Chang sorgte dafür, dass Min Cho noch während der Highschool die Chefredakteurin eines medizinischen Magazins wurde. Zuvor arbeitete sie 2007 für zwei Wochen in dem medizinischen Schullabor. Im September wurde das Ganze zurückgezogen, da ihr die Position unter Verwendung fragwürdiger Methoden zuteil wurde. Das SNU Zentrum bestätigte nämlich, dass es von 2007 bis 2016 keine Highschool-Schüler bei ihnen gab.

Weitere Anschuldigungen gegen die Familie

Als Nächstes wollen die Behörden die Ehefrau Chung festnehmen, die Vorladungen ständig ausweicht. Seit dem 6. September liegt gegen sie eine Anklage wegen eines gefälschten Dokuments für ihre Tochter vor. Min Cho wurde am 16. September bereits vorgeladen und musste zu den Vorwürfen aussagen.

Die Chos müssen sich noch für einen weiteren Vorwurf verantworten. Sie sollen zusätzlich zwielichtige Investitionen zu einem sogenannten Private Equity Fond getätigt haben, während Kuk Cho als Senior-Sekretär für den Präsidenten für zivile Angelegenheiten arbeitete. Seine Frau, seine zwei Kinder und die Schwiegereltern zahlten mehr als eine Milliarde bei Blue Core Value -Up 1 ein, das von einem Co-Link Private Equity operiert wurde, das dem Cousin Beom-dong Cho gehörte.

Nach den Einzahlungen verzeichnete das verbundene Unternehmen Wealth C & T einen Umsatzanstieg, da es vorher staatliche Aufträge erhalten hatte. Am 14. September kam es zur Festnahme des Cousins wegen Veruntreuung, der genau erklären sollte, was der Minister und seine Familie über den Fond wussten. Genaue Details dazu sind noch nicht öffentlich bekannt. Der Justizminister selbst dementierte am Montag alle Vorwürfe. Er versprach außerdem, dass seine Frau mit der Untersuchung zusammenarbeiten wird.

TKH

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