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Zeremonie für einen umstrittenden Politiker

Staatsbegräbnis für Shinzo Abe begleitet von Demonstrationen

Am Dienstag fand das Staatsbegräbnis des ehemaligen japanischen Premierministers Shinzō Abe statt, trotz großer Kritik aus der Bevölkerung.

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Während Trauernde lange Schlangen bildeten, um Blumen niederzulegen, wurde die Zeremonie von Demonstrationen begleitet.

Viele Demonstrationen gegen das Staatsbegräbnis

Das Staatsbegräbnis stieß bei der Bevölkerung auf Widerstand, da die Kosten der Zeremonie immer weiter gestiegen sind und nicht wenige der Meinung waren, dass Shinzō Abe eine solche Ehrung nicht verdient hatte.

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Daher wurde die Feier auch von einer Reihe von Demonstrationen begleitet, die in der gesamten japanischen Hauptstadt stattfanden. Laut der Organisatoren eines Protestes vor dem Parlament sollen sich rund 15.000 Menschen eingefunden haben, um ihren Unmut kund zu tun. Einer Demonstration im Hibiya-Park schlossen sich etwa 2.500 Menschen an.

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In der Nähe der Nippon Budokan Halle in Tokyo, dem Ort, an dem das Staatsbegräbnis stattfand, versammelten sich rund 200 Demonstranten.

Um Sicherheitsausfälle zu verhindern, wurden in Tokyo zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. So waren über 20.000 Polizisten in der japanischen Hauptstadt unterwegs.

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Die Gesamtkosten der Beerdigung sollten sich auf etwa 1,6 Milliarden Yen (ca. 11,4 Millionen Euro) belaufen. Die japanische Regierung gab zunächst an, dass die Veranstaltung ohne die Ausgaben für die Sicherheit und den Empfang internationaler Gäste 249 Millionen Yen (ca. 1,7 Millionen Euro) kosten würde, korrigierte später die Summe allerdings nach oben.

Überall gab es in Tokyo Demonstrationen.
Überall in Tokyo gab es Demonstrationen. Bild: Kyodo

Japans Premierminister sprach sein tiefstes Beileid aus

Während der Trauerfeier, die gegen 14 Uhr begann, hielten Premierminister Fumio Kishida und sein Vorgänger Yoshihide Suga Gedenkansprachen.

Nachdem im Saal Videosequenzen aus dem Leben Abes abgespielt worden waren, drückte Kishida sein tiefes Bedauern über die Umstände seines Todes aus.

Der japanische Premierminister würdigte die Leistungen seines Vorgängers bei der deutlichen Stärkung der Beziehungen zwischen Japan und den USA sowie bei der Förderung eines freien und offenen indopazifischen Raums.

Im Namen von Shinzō Abes Freunden drückte sein unmittelbarer Nachfolger Yoshihide Suga, der die rechte Hand des ehemaligen Staatschefs war, seine Anerkennung für Abes Glauben und Entschlossenheit aus, Japans Sicherheit zu gewährleisten.

Suga, der Abe mehr als sieben Jahre lang als Kabinettschef unterstützte, sagte, er habe Abe dazu überredet, 2012 sein Comeback als Japans Regierungschef zu geben.

Abes Witwe Akie und sein jüngerer Bruder, der ehemalige Verteidigungsminister Nobuo Kishi, saßen während der Gedenkfeier in der ersten Reihe. Auch frühere Ministerpräsidenten, darunter Yoshiro Mori und Junichiro Koizumi, waren unter den Anwesenden.

Unter den mehr als 700 ausländischen Gästen befanden sich die Vizepräsidentin der USA, Kamala Harris, der indische Premierminister Narendra Modi und der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach.

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Erst die zweite Zeremonie dieser Art in Japan

Abe war Japans dienstältester Premierminister, der acht Jahre und acht Monate im Amt war und am 10. Juli während einer Rede in der Stadt Nara einem Attentat zum Opfer fiel. Für seinen Nachfolger Premierminister Fumio Kishida war dies der Grund, das Begräbnis abzuhalten.

In der Nachkriegszeit hatte Japan nur einmal ein Staatsbegräbnis für einen ehemaligen Premierminister veranstaltet. Diese Ehre wurde 1967 dem ehemaligen Premierminister Shigeru Yoshida zuteil, der die Erholung des Landes vom Zweiten Weltkrieg leitete.

Da die japanische Regierung jegliche Kritik an der Zeremonie ignorierte, befürchten Politikexperten, dass dies zu einer weiteren Spaltung des Landes führen könnte.

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