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Stadt in Japan nimmt gestrandetes Baseballteam aus Nicaragua bei sich auf

Als der Flug der Mannschaft gestrichen wurde, nahm die Stadt die Menschen auf

Im Ausland zu stranden und nicht nach Hause zu können, ist nicht schön. Ein Baseballteam aus Nicaragua hat im September in Japan genau diese Erfahrung gemacht, wurde aber positiv überrascht. Sie bekamen die Unterstützung Japans und des Botschafters persönlich. Nun ist die Geschichte publik geworden.

Am Flughafen Narita saßen 27 Menschen aus Nicaragua fest, nachdem ihr Flug gestrichen worden war. Sie hatten auch kaum Möglichkeiten, den Flughafen zu verlassen. Grund dafür, dass der Flug gestrichen wurde, war der Taifun Nummer 15 am 9. September. Er traf Tokyo und die Präfektur Chiba und führte zu zahlreichen Stromausfällen.

Keine Möglichkeit, den Flughafen zu verlassen

Die Autobahnen waren alle mit dem Verkehr im Großraum Tokyo überfüllt. Der Zugverkehr der East Japan Railway Co. zum und vom Flughafen, ein Bahnbetreiber mit einem ausgedehnten Netz, wurde ebenfalls wegen des Taifuns eingestellt.

Also machten sich der Botschafter, Rodrigo Coronel, und seine Sekretärin Maria Viviana Shojima auf den Weg. Sie kamen am Abend in Narita an. Was sie dort mitbekamen, war ein Anblick, den sie noch nie zuvor gesehen hatten. Japans wichtigstes Tor war gelähmt von wartenden Reisenden, von denen viele erschöpft auf dem Boden lagen.

Baseballteam aus Nicaragua sitzt fest

Unter den Anwesenden befanden sich auch die 27 nicaraguanischen Baseballspieler und ihr Trainer, die nach der U-18 Baseball-Weltmeisterschaft in Südkorea auf dem Heimweg waren. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Nicaraguaner bereits fast 12 Stunden am Flughafen verbracht, da ihr Flug gestrichen wurde.

Ihre Notlage wurde noch verschlimmert, da alle Lebensmittel in Convenience Stores und Softdrinks aus Automaten ausverkauft waren. Hotels in der Nähe des Flughafens waren auch keine mehr zu bekommen.

Coronel rief das Außenministerium und die mit der Regierung verbundene Japan International Cooperation Agency (JICA) an, um Unterstützung bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten und dem Transport des Teams zu erhalten, aber ohne Erfolg. Doch dann kam der Sekretärin die rettende Idee: Sie sollten Beamte in Kanra um Hilfe bitten.

Kanra bietet Unterstützung an

Kanra ist eine Bergstadt mit 13.000 Einwohnern in der südwestlichen Präfektur Gunma. Nicaraguanische Beamte besuchten Kanra im Frühjahr zum ersten Mal. Die Stadt bot an, das nicaraguanische Team für die Olympischen Spiele und Paralympics 2020 in Tokyo zu empfangen.

Verbindungen zwischen Kanra und Nicaragua entstanden, als 18 Nicaraguaner an einem landwirtschaftlichen Ausbildungsprogramm teilnahmen, das von einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in der Stadt über JICA angeboten wurde.

So griff Shojima zum Handy und rief in Kanra an. Masanori Tamura, der Chef der Planungsabteilung des Rathauses, schaute gerade in den Nachrichten die Meldungen zum Taifun. Shojima erklärte, dass unter den vom Sturm betroffenen Menschen auch Nicaraguaner in Narita festsäßen. Tamura, der die Dringlichkeit der Situation begriff, versprach schnell, dass Kanra alles tun würde, um zu helfen.

Team aus Nicaragua wird abgeholt und einquartiert

Er wandte sich an das einzige Hotel in Kanra und buchte dort zwei Nächte für die 27 Personen. Anschließend rief er den Bürgermeister, Shoichi Shigehara, an. Auch dieser wolle sofort helfen und antwortete Tamura:

„Wenn Menschen in Schwierigkeiten sind, sollten wir ihnen helfen. Ich möchte, dass Sie einen Bus organisieren und morgen früh zum Flughafen fahren, um sie abzuholen.“

Er informierte Shojima, die unglaublich gerührt war von der schnellen Hilfsbereitschaft der Stadt. Am nächsten Morgen machten sich ein Kleinbus und ein Van auf den Weg von Kanra zum Flughafen bei Tokyo. Nach 400 Kilometern Fahrt kamen sie an und am Nachmittag waren die Gestrandeten aus Nicaragua dann im Hotel in Kanra angekommen.

Team wird herzlich aufgenommen und verabschiedet

Während ihres dreitägigen Aufenthalts trainierten die nicaraguanischen Spieler mit einheimischen Jungen, die Baseball spielen. Nicaragua hatte sich bei der 12-köpfigen U-18 Baseball-Weltmeisterschaft gut geschlagen und belegte Platz 10 unter den besten jungen Mannschaften der Welt. In der Nacht vor ihrer Abreise veranstaltete der Bürgermeister eine Grillparty, um die Gäste zu verabschieden.

Als der Leiter des Baseballteams auf Wunsch von Tamura, der als Organisator der Veranstaltung fungierte, eine Rede hielt, sagte der Nicaraguaner, dass er von der Gastfreundschaft und Geste der Stadt sehr bewegt sei. „Alle Nicaraguaner in meinem Land sind dankbar für die Freundlichkeit der Stadt“, sagte er auf Spanisch durch einen Dolmetscher. „Wir werden das nie vergessen.“ Riesiger Applaus brach aus, als er seine Rede beendete.

AS

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