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Die Region Bisei ist für ihren dunklen Nachthimmel in Japan schon bekannt

Stadt in Okayama buhlt um Sternen-Freunde

Viele Regionen in Japan werben mit bunten Lichtern, trendigen Restaurants und Touristen-Highlights um Besucher. Die Region Bisei in Okayama hat sich für einen anderen Weg entschieden und will Sternen-Freunde mit seinem unberührten dunklen Nachthimmel begeistern.

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Einwohner und Behörden in Bisei feiern aktuellen, dass die Region für seinen Nachthimmel jetzt offiziell von der International Dark Sky Community als Ort für Sternengucker anerkannt wurde. Bisei bezeichnet sich selbst als „Stadt der Sterne“ und ist die dritte Region in Japan, die von der internationalen agierenden Organisation „International Dark-Sky Association“ (IDA) anerkannt wurden. In dieser entscheiden hauptsächlich Astronomen über die Eignungen der Bewerber.

Schutz des Sternenhimmels als gemeinsame Aufgabe

Die Stadt in Okayama wurde für ihre flächendeckenden Bemühungen zur Erhaltung eines unberührten Nachthimmels als „Gemeinde“ für Sternen-Freunde offiziell anerkannt. Gemäß Angaben der IDA ist sie damit die erste Region in Asien, die in diese Kategorie aufgenommen wurde. Die Verantwortlichen in Bisei freuen sich über die Anerkennung ihrer Bemühungen und hoffen, dass diese auch hilft, den Tourismus anzukurbeln.

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Seit 2001 gibt es das internationale Zertifikat für einen dunklen Nachthimmel. Bis heute wurden 187 Orte in 21 Ländern, darunter der Iriomote-Ishigaki-Nationalpark in der Präfektur Okinawa und die Insel Kozushima auf der Liste der International Dark Sky Communites erfasst.

Bisei liegt auf einer Höhe von 300 bis 400 Metern und entstand 1954 als Zusammenschluss von vier Dörfern. Der Name bedeutet so viel wie „schöne Sterne“. Eine Legende aus Okayama besagt, dass drei Sternschnuppen auf die Erde fielen, wo heute Bisei zu finden ist. 1989 wurde dort eine Verordnung erlassen, die sich gegen Lichtverschmutzung richtet. So werden nächtliche Beleuchtungen eingedämmt und die Bürger werden aufgefordert, nach 22 Uhr ihre Außenbeleuchtung auszuschalten.

Japans schönes Naturschauspiel
Beste Sicht in Mitte Japans Bild: Mainichi/Koichiro Tezuka

Region will für Touristen interessanter werden

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Das Observatorium wurde 1993 eröffnet. Seitdem erfreut sich die Region bei Astronomen und Sternen-Beobachtern großer Beliebtheit. Etwa 30 Jahre nach Einführung der Verordnung hat die Region aber Schwierigkeiten ihren dunklen Nachthimmel zu erhalten. Immer mehr Sicherheitsbeleuchtungen nutzen weißen Leuchtdioden, die den dunklen Himmel erhellen. Die Stadt Ibara initiierte deswegen 2020 ein Programm, um eine Zertifizierung der International Dark-Sky Association zu erhalten. Die Bürger sollen daran erinnert werden, dass sie ihren Nachthimmel als wertvollen Schatz ehren sollten.

Sternenhimmel über Bisei
Okayama lockt Sternengucker mit neuen Angeboten Bild: Bisei Astronomical Observatory

Bis März 2021 wurden an insgesamt 740 Standorten die hellen Leuchtdioden durch andere Modelle ersetzt, die nicht mehr so hell sind. Im Herbst 2020 setzte sich bereits eine Initiative damit auseinander, wie man den dunklen Himmel nutzen kann, um Touristen wieder für die Region zu begeistern. Die IDA hob hervor, dass Bisei viele Anstrengungen unternimmt, um seinen Nachthimmel weiterhin zu schützen.

Gleichzeitig arbeitet die Region weiterhin mit Hochdruck daran, für Touristen interessanter zu werden. Das Observatorium wird renoviert, damit noch mehr Besucher den Nachthimmel und den freien Blick auf die Sterne genießen können. Deswegen wird auch die Aussichtsplattform massiv vergrößert. Bereits seit 2018 gibt es in Bisei die Bestrebung, die Region über ihren einmaligen Nachthimmel besser zu vermarkten.

Die Zertifizierung hat auch bereits dazu geführt, dass mehr Anfragen von Tourismus-Agenturen und Sternenguckern eingegangen sind. Ein Schulungsprogramm soll jetzt Fremdenführer dafür ausbilden, Besuchern die Schönheit des Sternenhimmels noch näherzubringen. Allerdings muss die Anzahl an Unterkünften und weiteren Freizeitangeboten noch zunehmen, um die hoffentlich baldige Nachfrage befriedigen zu können.

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