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Frau will sich gegen die Entscheidung wohl wehren

Stadtversammlung schließt weibliches Mitglied aus, nachdem sie sexuelle Belästigung meldete

Nachdem es in Japan im letzten Jahr mehrere Aufsehen erregende Fälle von sexueller Belästigung gegeben hat, versuchen viele auf solche Vorwürfe zu reagieren. Die Stadtversammlung von Kusatsu in Gunma entschloss sich allerdings zu einem Schritt, der für viel Empörung sorgte. Ein weibliches Mitglied der Versammlung beschuldigte den Bürgermeister der Stadt der sexuellen Belästigung. Statt den Fall zu untersuchen, entschieden sich die anderen Mitglieder jedoch, sie auszuschließen.

Am 2. Dezember wurde bei der Stadtversammlung im Kurort mit einer großen Mehrheit beschlossen, die 50-jährige Shoko Arai auszuschließen. Der Grund war, dass sie angeblich das Vertrauen der Versammlung verletzt habe. Arai hatte zuvor ein E-Book geschrieben, in dem sie den 72-jährigen Bürgermeister Nobutada Kuroiwa der sexuellen Belästigung beschuldigt. Er habe sie zu sexuellen Handlungen und anderen Dingen gezwungen.

Überprüfung der Anschuldigungen bleibt aus

Schon am 29. November sprach Arai über die Anschuldigungen bei einer Presskonferenz. Sie gab dabei genau an, dass der Bürgermeister sie am 8. Januar 2015 zu einer sexuellen Handlung zwang, als sie in sein Büro kam. Dass sie erst jetzt an die Öffentlichkeit ging, erklärte sie damit, dass sie glaubte, dass Kuroiwa Einfluss auf die Polizei und lokale Medien habe.

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Kuroiwa selbst streitet all das ab und gibt an, dass es falsche Anschuldigungen sind. Laut eigenen Angaben reichte er bereits eine Beschwerde bei der nahen Polizeiwache wegen Verleumdung ein. Arai versuchte hingegen am selben Tag einen Misstrauensantrag gegen Kuroiwa bei der Versammlung durchzubringen, den ein Mitglied annahm. Neun Gegenstimmen verhinderten den Antrag jedoch und stellten stattdessen einen Disziplinarantrag gegen Arai, dem zehn Personen zustimmten.

Laut Quellen plant Arai, sich dagegen zu wehren und einen Antrag zur Überprüfung beim Gouverneur von Gunma, Ichita Yamamoto, einzureichen. Sie selbst gab bei der Pressekonferenz an, dass der Bürgermeister mit seiner Beschwerde nur versucht, die Wahrheit zu unterdrücken. Ob die Polizei bereits mit den Ermittlungen auf beiden Seiten begonnen hat, ist noch nicht bekannt.

MS

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