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Viele Prominente wissen wie es ist Hassnachrichten von Unbekannten zu erhalten

Stars, Fans und Politiker verurteilen nach dem Tod von Hana Kimura Cybermobbing

Am Samstag verstarb die Profi-Wrestlerin und Terrace House Star Hana Kimura im Alter von nur 22 Jahren. Aufgrund eines Abschiedsbriefes und einer Abschiedsnachricht auf Instagram gehen viele davon aus, dass es Selbstmord war. Grund für den Suizid soll massive Cybermobbing gewesen sein. Stars, Politiker und Fans sprechen sich nun scharf gegen das Mobbing aus.

Nach bekannt werden vom Tod von Kimura und der möglichen Verbindung zu Cybermobbing, griffen viele Fans das Mobbing scharf an. Unter dem Hashtag hio chusho (Misshandlung), kamen bis zum 24. Mai mehr als 1,3 Millionen Tweets zusammen, in den deutlich gemacht wurde, dass Cybermobbing ein Verbrechen ist und genauso schlimm ist, wie in der realen Welt.

Stars machen auf Cybermobbing aufmerksam

Auch Stars äußerten sich zu Kimura und schrieben über ihre eigenen Erfahrungen. Die berühmte Sängerin Kyary Pamyu Pamyu twitterte, dass es schwer ist, selbst wenn die Menschen sagen, dass sie die Kommentare ignorieren soll. Die Menschen sollen nicht vergessen, dass Prominente auch Menschen sind.

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Das Model Nicole Fujita erklärte, dass ihr oft gesagt wurde, dass sie auf Morddrohungen von Unbekannten vorbereiten soll, wenn sie berühmt wird. Es sei unheimlich, dass die Menschen so was denken. Komikerin Smiley Kikuchi weiß am eigenen Leib, wie schlimm es werden kann. Sie wurde fälschlicherweise mit einem Mordfall in Verbindung gebracht.

Zu Kimura schreibt sie, dass es sie sehr traurig macht daran zu denken, wie sehr sich die Sportlerin vor ihrem Tod gequält haben muss. Gleichzeitig fordert sie dazu auf, dass die Menschen ihre Probleme nicht alleine tragen und drüber sprechen sollen.

Die ehemalige Wrestlerin Chigusa Nagayo schrieb, dass soziale Medien kein Werkzeug zum Toten werden dürfen. Über Kimura sagt sie, dass sie eine Sportlerin mit Zukunft war, die sehr höflich und freundlich war. Den Bösewicht hat sie nur für den Ring gespielt.

Gruppe versucht Mobber ausfindig zu machen

Unternehmer Yusaku Maezawa spricht sich direkt für harte Strafen für Mobbing aus. Opfer sollen nicht gezwungen sein alles zu ertragen, sondern Beschwerden einreichen, damit Täter abgeschreckt werden. Auch Anwälte sehen das so. Zwar können Stars Schadensersatz beantragen, das ist jedoch ein langer, komplizierter, teurer und vor allem anstrengender Prozess. Gerichte stehen nicht unbedingt auf der Seite der Opfer und auch das öffentliche Bild kann Schaden nehmen. Einen wirklichen Schutz gibt es für die Menschen also nicht.

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Die Gruppe „Stop Ijime! Navi“ versucht selbst was zu unternehmen. Sie spüren Menschen auf, die Kimura Hassbotschaften geschickt haben. Das löst laut dem repräsentativen Direktor, Chiki Ogiue, das Problem nicht. Als Verbesserung schlägt er vor, den Prozess zu vereinfachen die Identität von Tätern herauszufinden. Auch die Struktur der Medien sollte diskutiert werden, wenn sie für Opfer ein Risiko darstellt.

Auslöser für zahlreiche Hassbotschaften soll tatsächlich eine Folge von Terrace House Tokyo 2019-2020 sein, in der Kimura mitspielte. In einer Folge von diesem März wusch ein andere Darsteller der Realityshow versehentlich ein Kleidungsstück von ihrem teuren Wrestling-Kostüm falsch mit, sodass Kimura es nicht mehr tragen könnte. Kimura war deswegen wütend und machte ihren Ärger gegenüber dem Teilnehmer Luft.

Sportlerin bekam täglich zahlreiche Hassbotschaften

Das kam bei einigen Zuschauern allerdings gar nicht gut an. Auf sozialen Medien gab es zahlreiche Kommentare, dass sie aus der Show schnell verschwinden soll und ihre Anwesenheit furchtbar sei. Kimura selbst twitterte an ihrem Todestag, dass sie täglich bis zu 100 hasserfüllte Nachrichten bekommt, die sie wirklich verletzten.

Unter anderen forderten Menschen sie auf zu sterben, da sie widerlich sei. Sie habe viel über die Aussagen nachgedacht und dankte abschließend ihrer Mutter für ihre Geburt. Auf Instagram dankte sie ihren Fans und sagte ihnen auf Wiedersehen, bevor sie sich das Leben nahm.

MS

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1 Kommentar

  1. Ich hoffe, dass diese ganzen Idioten, die Hana Kimura im Netz gemobbt haben, einsehen, was sie da angerichtet haben und dass sie sich dessen bewusst werden, dass wegen denen ein Mensch sich das Leben genommen hat. Sie sollen sich bis an deren Lebensende schuldig fühlen und mit diesen Wissen leben, den jeder einzelne Vollpfosten trägt eine große Mitschuld an der Sache. Da braucht keiner von diesen Trotteln ankommen und sagen: „Ach, ich hab damit nichts zu tun, das waren doch bloß kleine Sticheleien!“ Nein, so funktioniert das nicht.

    Aber leider wird das in Japan weiterhin Gang & Gebe sein. Sich gegen Cybermobbing auszusprechen ist zwar eine löbliche und vor allem eine wichtige Sache, aber ich denke, dabei wird es auch bleiben. So richtig unternehmen wird da niemand etwas. Viele Menschen in Japan fürchten sich einfach davor (wie schon hier in den News beschrieben wurde), das ist eben die japanische Mentalität. Und das wird sich vermutlich auch in den nächsten 20 – 30 Jahren nicht ändern. Meiner Meinung nach wird es langsam wirklich Zeit, dass die Japaner diese altmodischen Mentalitäten zur Seite stellen und sich etwas mehr den Westen anpassen. Aber da können wir lange warten.

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